Polizei

Saisonbeginn für Einbrecher in Schwelm

Zum fünften Mal heißt es im Land „Riegel vor! Sicher ist sicherer“: Kriminalhauptkommissar Peter Beckmann (rechts) informiert Bürger auf dem Wochenmarkt in Schwelm über Sicherungseinrichtungen an Fenstern und Türen.

Foto: Bernd Richter

Zum fünften Mal heißt es im Land „Riegel vor! Sicher ist sicherer“: Kriminalhauptkommissar Peter Beckmann (rechts) informiert Bürger auf dem Wochenmarkt in Schwelm über Sicherungseinrichtungen an Fenstern und Türen. Foto: Bernd Richter

Schwelm/Ennepe-Ruhr.   Mit kürzer werdenden Tagen und früh einsetzender Dämmerung kommen auch wieder die Wohnungseinbrecher. Aktionswoche „Riegel vor!“ gibt Tipps.

Sie kommen stets auf leisen Sohlen, aber nicht, wie vielfach vermutet, Mitten in der Nacht, sondern mit Vorliebe in den frühen Abendstunden mit einbrechender Dunkelheit oder auch morgens zwischen 9 und 12 Uhr. Immer dann, wenn vermutlich niemand zuhause ist. Die Rede ist von Wohnungseinbrechern. Ihnen gewidmet ist zum fünften Mal die landesweite Aktionswoche „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ der Polizei. Auf dem Wochenmarkt am Dienstagmorgen in Schwelm machten die Beamten der Kreispolizeibehörde mit ihrem VW-Bus Station, um die Bürger für das Thema zu sensibilisieren und sie über Einbruchsschutz aufzuklären.

Polizei kommt auch nach Hause

„Schlechtes Wetter schützt vor Einbruch nicht“, sagt Peter Beckmann an diesem verregneten Markttag. Der Kriminalhauptkommissar kennt das Tätermuster ganz genau. Innerhalb der Kreispolizeibehörde ist Beckmann für die Prävention zuständig. Wer ihn in seinem Büro an der Hauptstraße 108 in Schwelm besucht, kann sich gleich ein Bild von sicheren Fenster- und Türbeschlägen machen. Peter Beckmann berät die Bürger aber auch zu Hause in den eigenen vier Wänden – firmenneutral und kostenfrei. Auf rund 350 bis 400 Ortstermine bringt es der Polizist so pro Jahr. Sein Rat ist bei den Menschen im Kreis gefragt. Gerade hat er ein wenig Luft. Wer in heute anruft, könne deshalb auf einen Termin in den nächsten vier Wochen hoffen ( 02336/9166-2952), sagt er.

Das Thema Tageswohnungseinbruch gewinnt, jahreszeitlich bedingt, wieder an Fahrt. Mit kürzer werdenden Tagen steigt erfahrungsgemäß auch die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen. „Das Gros der Einbrecher kommt mit Beginn der Dämmerung – bis 20, 21 Uhr. Dann hört für sie die Schicht auf. Sie wollen in der Regel nicht auf Personen treffen“, sagt Peter Beckmann. Deshalb sei es bei Abwesenheit des Wohnungsbesitzers wichtig, das Heim nicht unbewohnt erscheinen zu lassen. Der dauerhaft heruntergelassene Rollladen sei nicht zu empfehlen. Ein Rollladen mit Zeitsteuerung wäre ideal. „Ansonsten tut es auch die Flasche Wein für den Nachbarn“, rät der Polizeibeamte zur Nachbarschaftshilfe. In diese Richtung zielt auch ein weiterer Tipp: Nicht hinter verschlossenen Rollladen verbunkern, sondern nach draußen schauen, wahrnehmen, was vor der Haustür passiert.

Rückläufige Fallzahlen

Im Jahr 2016 sanken die Fallzahlen deutlich im ganzen Land. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis sind die Zahlen rückläufig. So wurden im Jahr 2016 in den EN-Städten (außer Witten) 743 vollendete Wohnungseinbrüche gemeldet, das ist ein Rückgang um knapp 3 Prozent zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt aktuell bei ca. 20 Prozent. Der Trend hat sich auch 2017 fortgesetzt. Zwischen Januar und September 2017 sind der Kreispolizeibehörde in Schwelm rund ein Drittel weniger Einbrüche gemeldet worden, als im Vergleichszeitraum zuvor. Fast jeder zweite Einbruch scheitert, weil die Täter gestört wurden bzw. an den Sicherungseinrichtungen scheiterten. Betroffen sind Mietwohnungen ebenso wie Einfamilienhäuser. Auch wer nicht im Erdgeschoss wohnt, darf sich nicht zu sicher fühlen. Einbrecher schrecken auch von innenliegenden Wohnungstüren nicht zurück.

„Riegel vor!“: Hier informiert die Polizei

Donnerstag, 12. Oktober, 11 bis 13 Uhr in Gevelsberg auf dem Parkplatz der Verbrauchermärkte, Hagener Straße 220.


Freitag, 13. Oktober, 10 bis 12 Uhr in Ennepetal auf dem Parkplatz des Marktkaufs, Kölner Straße 311.

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