Baudenkmal

Sanierungsfahrplan für den Bahnhof Ennepetal noch in Arbeit

Das seitliche Dach über dem Aufgang am Bahnhof ist nur noch ein Gerüst.

Das seitliche Dach über dem Aufgang am Bahnhof ist nur noch ein Gerüst.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Nachdem 2017 nur kleinere Reparaturen durchgeführt wurden, plant die Stadt für 2018 umfangreichere Sanierungen am Bahnhof Ennepetal.

Nachdem im vergangenen Jahr nur kleinere, dringend notwendige Reparatur- und Sicherungsarbeiten vorgenommen wurden, sollen 2018 umfangreichere Sanierungsarbeiten am Bahnhof Ennepetal in Angriff genommen werden. Das geht aus einem Antwortschreiben von Bürgermeisterin Imke Heymann auf einen offenen Brief des Fördervereins Denkmal Bahnhof hervor. Das Gebäude ist unter anderem durch Hausschwamm- und Schimmelpilzbefall in Mitleidenschaft gezogen.

In dem vom Vorsitzenden Frank Oberdorf unterzeichneten Schreiben drückte der Förderverein seine Sorge über den beobachteten weiteren Zerfall des denkmalgeschützten Gebäudes aus. „Wir können auch nicht erkennen, dass irgendwelche Maßnahmen zum Erhalt stattfinden“, heißt es. Man habe seitens der Politik das im Auftrag der Stadt erstellte und Ende Juli 2017 fertig gestellte Gutachten des Sachverständigen erhalten. „Dieses Gutachten nimmt den Bestand des Befalls mit Hausschwamm und anderen Holzschädlingen auf und gibt allgemeine Hinweise über verschiedene Handlungsmöglichkeiten“, schreibt der Förderverein. Man könne aber nicht erkennen, dass etwas zur Eindämmung oder Behebung des Schädlingsbefalls eingeleitet oder durchgeführt worden sei.

Fragen an die Bürgermeisterin

Ein Nichthandeln sei für das Gebäude äußerst gefährlich. „Wir gehen nicht davon aus, dass Ihrerseits bewusst so gehandelt wird“, betont der Förderverein. Die in dem Gutachten aufgezeichnete Frage eines Stadtmitarbeiters, ob es eine Möglichkeit gebe, den weiteren Fortgang des Pilzbefalls mit vertretbaren Mitteln zu stoppen, um den anstehenden Entscheidungsprozess überbrücken zu können, „nährt leider diesen Verdacht“, heißt es in dem Brief. Die Stadt sei Eigentümerin des Gebäudes und für den Erhalt des Denkmals zuständig und verpflichtet. „Ein weiteres Nichtstun ist schädlich und kann nicht hingenommen werden.“

Der Förderverein richtet in seinem Schreiben eine Reihe von Fragen an die Bürgermeisterin: Welche Schlüsse werden aus dem erstellten Gutachten gezogen? Welche technischen Maßnahmen sind zur Behebung des Schwammbefalls und der anderen Schädlinge geplant? Wann sollen diese Maßnahmen durchgeführt werden? Wird das Gebäude beheizt, zumindest temperiert, um weitere Schäden zu verhindern? Ist das Gebäude winterfest gemacht worden? Für das Jahr 2017 waren im laufenden Haushalt 200 000 Euro für das Bahnhofsgebäude eingestellt worden. Welche finanziellen Mittel sind für 2018 geplant?

In ihrem Antwortschreiben listet Imke Heymann die im Jahr 2017 umgesetzten und eingeleiteten Maßnahmen auf. So seien Regenrinnen und Fallleitungen repariert und erneuert worden, um die Feuchtesituation im Gebäude zu verringern. Zudem seien verstopfte Grundleitungen gespült worden. Man habe die Holzverschalung auf den Sparren des auskragenden Vordachs über den Bahnsteigabgängen demontiert, eine beschädigte Stütze auf dem unbenutzten Bahnsteig erneuert, defekte Glasscheiben ersetzt sowie um das Bahnhofsgebäude herum den Bewuchs beseitigt und die Flächen gesäubert. Zudem seien einige vom Hausschwamm durchzogene Bauteile demontiert und entsorgt worden, insbesondere die mit Fruchtkörpern besetzten Bereiche. „Die Maßnahmen hatten bis Ende Oktober einen Wertumfang von 23 000 Euro“, heißt es im Schreiben der Bürgermeisterin.

Für 2018 seien 260 000 Euro im Wirtschaftsplan der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) eingeplant. In Vorbereitung seien Bauwerktrocknungsmaßnahmen (Problem der dauerfeuchten Kellerflächen), die Entfernung sichtbaren Pilzbefalls und die Untersuchung des Tragwerks auf Standsicherheit. Zudem habe sich aus dem Gutachten die Notwendigkeit ergeben, einen Facharchitekten hinzuzuziehen. Es werde „ein Fahrplan zu den noch bevorstehenden Sicherungsmaßnahmen zur Eindämmung einer weiteren Schädigung des Bauwerks erstellt.“

SBE erstellt Maßnahmenpaket

Die SBE sollen nun den Zerstörungsgrad einzelner Bauteile berechnen und eine Bauteil- und Baugruppenliste erstellen, aus der hervorgeht, zu wieviel Prozent die einzelnen Teile zerstört sind und ob die geschädigten Teile komplett ersetzt werden müssen. Zudem müssten die jeweiligen Restaurierungskosten kalkuliert werden. Nach Vorliegen der weiterführenden Untersuchungen werde mit den Denkmalschutzbehörden auf Stadt- und Kreisebene gesprochen, schließt die Bürgermeisterin in ihrem Antwortschreiben. „Ein komplettes Maßnahmenpaket kann jedoch erst nach Abschluss der weiteren Untersuchungen zusammengestellt werden.“

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