Kultur

Scheidung mit hohen Hürden

Sie führen die „Trennung Pa(a)r Excellence" im Leo Theater vor: Dylan Lippert-Bruckmann (Mark), André Bornhöft  (Uwe), Marika Kotulla  (Dr. Erika Scheuer-Labonte), Steffi Bornhöft (Steffi) und Jasmin Schäfer (Maren, von links).

Sie führen die „Trennung Pa(a)r Excellence" im Leo Theater vor: Dylan Lippert-Bruckmann (Mark), André Bornhöft (Uwe), Marika Kotulla (Dr. Erika Scheuer-Labonte), Steffi Bornhöft (Steffi) und Jasmin Schäfer (Maren, von links).

Foto: Andreas Winkelsträter

Ennepetal.   Deutsche Uraufführung von „Trennung Pa(a)r Excellence“ am Freitag imLeo Theater.

Es ist die vorletzte Premiere des Leo Theaters im Haus Ennepetal, bevor der Umzug nach Schwelm vollzogen wird. Insofern passt es durchaus, dass es sich in „Trennung Pa(a)r Execellence“ um das Thema Scheidung dreht. Das Stück von Jens Hajek und Claudia van Veen wird dabei in Ennepetal am kommenden Freitag, 31. März, die deutsche Uraufführung feiern.

„Beide werden auch bei der Premiere dabei sein“, kündigt Andreas Winkelsträter von der Theaterleitung an. Aus der Feder des Autorenduos stammt auch das Stück „Hauptsache gesund“, das im Leo erfolgreich inszeniert wurde. Jens Hajek war zudem als Regisseur („Herrenabend“, „Singles“) in Ennepetal zu Gast.

Resolute Fachkraft soll helfen

Die „Trennung Pa(a)r Excellence“ wollen Steffi und Uwe. Beide sind seit zehn Jahren verheiratet. Die anfängliche Euphorie ist längst verflogen. Zwar sind sie ein eingespieltes Paar, aber im Bett ist es nicht mehr aufregend. Und so wollen sie sich scheiden lassen. Dafür bemühen sie einen Trennungscoach. Dr. Erika Scheuer-Labonde (Marika Kotulla), eine äußerst resolute Dame, kümmert sich um das trennungswillige Paar. Sie macht Steffi und Uwe klar, dass die beiden vieles noch gar nicht bedacht haben. Ein von der Scheidungsfachkraft anberaumtes Abendessen mit gespielten neuen Partnern eröffnet dabei völlig unerwartete Perspektiven auf Vergangenheit und Zukunft.

Einen besonderen Reiz bezieht die Leo-Inszenierung daraus, dass das Ehepaar Uwe und Steffi von zwei Akteuren dargestellt wird, die auch im wahren Leben miteinander verheiratet sind. Steffi und André Bornhöft sind als Steffi und Uwe zu sehen. „Es gibt viel Witz, auch platte Witze in dem Stück. Aber eigentlich ist es ja eine Tragödie, wenn es zur Scheidung kommt“, meint der künstlerische Leiter des Leo, Marc Neumeister, der Regie führt. Das sei für die beiden ziemlich emotional gewesen. „Es gibt eben auch ernstere Töne, so dass bei den Proben nicht nur Freudentränen geflossen sind, sondern auch Tränen vor Rührung.“
Die gespielten neuen Partner des Paares sind auch neu im Leo Theater. Jasmin Schäfer wird als Maren zu sehen sein und Dylan Lippert-Bruckmann tritt als Mark auf. Beide hatten sich bei einem Casting im Leo Theater vorgestellt und überzeugt. Für Jasmin Schäfer sind die Bretter, die die Welt bedeuten, dabei wahrlich kein Neuland. Die 22-jährige Breckerfelderin, die am Reichenbach-Gymnasium (RGE) 2012 ihr Abitur ablegte, studiert in Bochum Theaterwissenschaften. „Ich war mit zwei Jahren das erste Mal im Theater und seitdem hat es mich nicht losgelassen“, erzählt sie. Mit zehn Jahren trat sie erstmals im Theater Hagen auf, wo sie im „Lutz“, der jungen Bühne, mitwirkte, aber auch im großen Haus auftrat. „Neben der Schule habe ich in verschiedenen Bereichen Praktika gemacht“, so die Studentin. Klar, dass sie auch in der Theater-AG am RGE mitwirkte, damals in der Inszenierung des Musicals „Hair“. „Eine pure Komödie habe ich aber noch nicht gespielt“, sagt sie. „Ich bin sehr aufgeregt, freue mich aber auch sehr darauf. Ich bin hier super offen empfangen worden.“

Auch Dylan Lippert-Bruckmann fühlt sich schon sehr wohl im Leo-Ensemble. Dabei hat er bislang überhaupt keine Theatererfahrung gehabt und sich mit Brettern auf ganz andere Weise beschäftigt. Der 19-jährige Gevelsberger befindet sich im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Tischler bei der Schreinerei Lausch in Hagen. „Ich habe durch meine Ex-Freundin vom Casting erfahren“, berichtet er. „Ich wollte das einfach mal versuchen. Ich freue mich echt, hier angenommen worden zu sein.“

Die beiden Leo-Neulinge und die längst als Publikumsliebling etablierte Marika Kotulla loben unisono die Regierarbeit von Marc Neumeister, der diesmal ausnahmsweise nicht selbst auf der Bühne stehen wird. „Es kommt nicht so sehr darauf an, wie ein Stück geschrieben ist, sondern, was man daraus macht“, meint Marika Kotulla. Und da habe Marc Neumeister sehr gute Arbeit geleistet – wovon sich das Publikum ab Freitag im Haus Ennepetal überzeugen kann.

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