Hochamt in St. Marien

Schubert-Messe in Schwelm ausdrucksstark interpretiert

Chor, Orchester und Solisten interpretieren die Schubert-Messe unter Leitung von Ulrich Isfort ausdrucksstark und lebendig.

Chor, Orchester und Solisten interpretieren die Schubert-Messe unter Leitung von Ulrich Isfort ausdrucksstark und lebendig.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Schwelm.   Am 2. Weihnachtstag bieten Kantor Ulrich Isfort und die Schola Cantorum immer besondere Musik – diesmal die Messe in G-Dur von Franz Schubert.

So voll sind die Kirchen normalerweise nicht am zweiten Weihnachtstag, aber zum Hochamt am diesem Feiertag präsentieren Kantor Ulrich Isfort und die Schola Cantorum immer ganz besondere Musik. Diesmal erklang die Messe in G-Dur von Franz Schubert.

Ausdrucksstarke lebendige Orchestersätze, zauberhafte Sologesänge und ein bestens vorbereiteter Chor mit viel satter Homophonie, ließen Mitwirkende und Zuhörer die wundervolle Musik genießen. Es spielte das Ristenpart-Orchester und Regionalkantor Isfort hatte drei hervorragende Solosänger engagiert: Hong Ae Kim (Sopran), Marco Agostini (Tenor) und Jochen Bauer (Bass) von den Wuppertaler Bühnen waren in der Marienkirche zu Gast. Ungewöhnlich, aber sehr schön war, dass alle drei Solisten mitten im Chor standen und auch gemeinsam mit dem Chor die Weihnachtslieder sangen, die die Gemeinde während des Gottesdienstes anstimmte.

Eingebettet in die Liturgie

Monsignore Heinz Ditmar Janousek, auch nach 42 Jahren als Priester keineswegs im Ruhestand, sondern „Pastor im besonderen Dienst“, leitete den Gottesdienst und begrüßte zu Beginn nicht nur die Gemeindemitglieder der Propsteigemeinde St. Marien, sondern auch die evangelischen Gäste und diejenigen, die gekommen waren, um Schuberts Messe zu hören.

Franz Schuberts 30-minütige Messe in G-Dur wurde liturgisch in den Gottesdienst eingebettet. Der Chor begann im Kyrie mit sanft schwingenden und vom ersten Ton an beglückenden Klängen, während beim festlichen Gloria mit Pauken und Trompeten das Gotteslob gesungen wurde. Beim Credo, Schuberts kompositorischer Verneigung vor den alten Meistern Bach und Händel, kamen die weichen Übergänge der Streicher und die zarten Töne im Dialog der Chorstimmen besonders zur Geltung. Aufwendige Stimmengeflechte zeichneten die Hosanna-Abschnitte in Sanctus und Benedictus aus, die der Chor kraftvoll und akzentuiert interpretierte. Kamen im Benedictus die drei Solisten gemeinsam klangschön zum Einsatz, endete das abschließende Agnus Dei mit wunderbar leisen Tönen von Sopran und Bass.

Das Ristenpart-Orchester unterstütze Kantor und Gemeinde bei der gesamten musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes, also auch bei den Weihnachtsliedern, was sicherlich dazu beitrug, dass alle im Kirchenraum die schönen Lieder besonders freudig und gefühlvoll singen konnten.

Ulrich Isfort leitet Ensamble

Ulrich Isfort leitete nicht nur das Ensemble, sondern er wechselte immer wieder zwischen Dirigat und Orgel, denn er begleitete auch den gesamten Gottesdienst auf der großen Orgel. Die Freude am weihnachtlichen Orgelspiel war ihm deutlich anzuhören.

Die einzelnen Teile der Schubert-Messe begleitete Kaung-Ae Lee an der Orgel. Lee, die an der Hochschule für Musik Köln Cembalo studierte, unterrichtet Klavier an der Musikschule der Stadt Schwelm. Mit einem wunderschönen, ergreifenden Violinsolo leitete Alexander Yakoniuk das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ ein, bevor alle zum Abschluss des Gottesdienstes freudig einstimmten.

Viel Lob und Dank zollte Heinz Ditmar Janousek den Solisten, Ulrich Isfort und allen Beteiligten, die das Hochamt am zweiten Weihnachtstag mit der Missa in G-Gur von Franz Schubert zu etwas ganz Besonderem machten. Zufrieden, aber auch ein wenig erschöpft zeigte sich Ulrich Isfort, denn die Proben hatten an diesem zweiten Weihnachtstag bereits morgens früh um 8 Uhr begonnen.

INFO:

Die Schola Cantorum feierte in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Das Repertoire der 45 Sängerinnen und Sänger umfasst die ganze Bandbreite der Kirchenmusik. Die Proben finden immer montags um 20 Uhr im Pfarrsaal St. Marien statt.

Mehr unter www.regionalkantor.de und www.facebook.com/Regionalkantor.

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