Wirtschaft

Schüler schrauben beim Tec-Day in Ennepetal an der Zukunft

Konzentriert bei der Arbeit: Beim Tec-Day im Ennepetaler Industriemuseum

Foto: Patrick Schlos

Konzentriert bei der Arbeit: Beim Tec-Day im Ennepetaler Industriemuseum Foto: Patrick Schlos

Ennepetal.   Aktionstag der SIHK im Industriemuseum soll Schüler an technische Ausbildungsberufe heranführen

Vor historischer Kulisse fit für die Zukunft werden – so könnte man die Idee hinter dem ersten „Tec-Day“ im Ennepe-Ruhr-Kreis zusammenfassen: Rund 60 Jugendliche aus insgesamt sieben Schulen aller Schulformen im Kreis waren jetzt auf Einladung der SIHK in das Industriemuseum Ennepetal gekommen und konnten dort an insgesamt sieben Mitmachstationen einen praktischen Einblick in die heimische Wirtschaft erhalten.

„Die Jugendlichen denken heute vor allem an eine Karriere bei den Googles dieser Welt. Dabei bietet sich ihnen direkt hier vor Ort die große Möglichkeit, ihre Interessen einzubringen. Und darauf wollen wir unter anderem mit dem Tec-Day aufmerksam machen“, erklärt Ralf Stoffels, Präsident der SIHK, den Gedanken hinter der Aktion. „Gerade in einer Zeit der fortschreitenden Digitalisierung, in der wir uns ja gerade befinden, besteht die Möglichkeit, technisches Können mit den Kenntnissen am Computer zu kombinieren.“

Einfaches Konzept

Computer kamen beim Tec-Day allerdings bewusst nicht zum Einsatz. Die Unternehmen vermittelten den Schülern an diesem Tag vor der altehrwürdigen Industriekulisse lieber technische Grundlagen – etwa Löten, Schrauben oder Sägen. „Damit wollen wir bei den Jugendlichen das Interesse an Technik und technischen Ausbildungsberufen wecken“, sagt Stoffels. Denn während viele Schüler schon über gut ausgeprägte Computerkenntnisse verfügten, hätten sie meist nur wenig Erfahrungen mit handwerklich-technischer Arbeit gesammelt. Gerade in dieser Kombination läge aber ein Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft: „Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung keine Arbeitsplätze kosten wird. Aber die Arbeit wird sich auf jeden Fall verlagern“, ist Stoffels überzeugt. Denn Unternehmen würden zwar immer häufiger auf Computer setzen, doch diese müssten für einen wachsenden Bedarf an Individualisierung immer noch programmiert werden. „Dazu muss man aber grundlegende Kenntnisse über das Material und seine Verarbeitung haben.“ Der Tec-Day sei da eine erste gute Möglichkeit, den Schülern diese Verbindung aufzuzeigen, andererseits aber auch, um den heimischen Unternehmen eine Möglichkeit zu geben, sich als möglicher Arbeitgeber zu präsentieren. „Zumal die Rahmenbedingungen in der Region für Berufseinsteiger äußerst günstig sind. Denn anders als in anderen Regionen hat bei uns eigentlich jeder, der die Schule abschließt, die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz“, sagt Stoffels.

Fortsetzung angedacht

Eine Fortsetzung des in Hagen bereits seit drei Jahren bewährten Konzepts ist bereits angedacht, wie SIHK-Organisatorin Desirée Jacobi auf Nachfrage erklärt: „Wir sind, vor allem mit Blick auf die kurze Vorlaufzeit, mit dem Zuspruch aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sehr zufrieden. Deshalb sehe ich keine Gründe, die gegen eine Fortsetzung im nächsten Jahr sprechen.“

Hohe Beteiligung der Wirtschaft:

Am ersten Tec-Day im Ennepetaler Industriemuseum waren folgende Unternehmen mit Aktionsständen beteiligt: Die C. D. Wälzholz KG, die Altenloh, Brink & Co. KG, die Otto Vollmann GmbH, die Friedrich Ischebeck GmbH, die Jürgens GmbH, die Titan Umreifungstechnik GmbH & Co KG und die BiW Isolierstoffe GmbH.

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