Namensposse

Schwelm ehrt seinen Bundespräsidenten doch noch

Am ehemaligen Bahnhof Loh soll ein neues Wohngebiet entstehen. Die Menschen, die dort hinziehen, werden an der „Gustav-Heinemann-Straße“ wohnen. Der kleine Stichweg bekommt zunächst keinen Namen.

Foto: Bernd Richter

Am ehemaligen Bahnhof Loh soll ein neues Wohngebiet entstehen. Die Menschen, die dort hinziehen, werden an der „Gustav-Heinemann-Straße“ wohnen. Der kleine Stichweg bekommt zunächst keinen Namen. Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Bei den Namen für zwei neue Straßen zeichnet sich nun in Schwelm eine Lösung ab.

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Zumindest 50 Prozent sind nun abgearbeitet, was die Namensgebung für zwei neue Straßen im Schwelmer Baugebiet „Bahnhof Loh“ angeht (wir berichteten). Aufgepasst: Die Straße „Rheinische Eisenbahn“, die nach langer politischer Diskussion „An der Rheinischen Eisenbahn“ heißen sollte, trägt nach der Sitzung des Hauptausschusses den Namen „Gustav-Heinemann-Straße“. Die Straße „Am Bahnhof Loh“, bei der sich einige für den Namen „Am Alten Bahnhof Loh“ stark gemacht hatten, bekommt hingegen erstmal gar keinen Namen.

Eine Straße bleibt ohne Namen

Kurzer Blick in den Rückspiegel: Die Politiker des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS) hatten lange hin- und herdiskutiert, sich schließlich auf die Lösung „Am Bahnhof Loh“ und „An der Rheinischen Eisenbahn“ entschieden. Just am nächsten Morgen landete ein FDP-Antrag im Rathaus, dass „An der Rheinischen Eisenbahn“ doch besser „Gustav-Heinemann-Straße“ heißen solle, um dem Ex-Bundespräsidenten und Schwelmer Ehrenbürger ein Denkmal zu erhalten, nachdem die seinen Namen tragende Schule im Sommer geschlossen wurde.

Wolfgang Stark erläuterte nun im Hauptausschuss, wie es zu diesem merkwürdigen Zeitpunkt der Antragsstellung durch die Liberalen kam: „Wir hatten parallel zum AUS Fraktionssitzung, haben also gleichzeitig entschieden.“ Und die FDP-Entscheidung scheint von Beginn an auch die Verwaltung und den überwiegenden Teil der Politik zu überzeugen. Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg: „Bislang tragen Straßen in unmittelbarer Nähe zueinander auch Namen, die thematisch zusammenpassen.“ Das sei nun mit Gustav Heinemann und dem längst abgerissenen Bahnhof offensichtlich nicht mehr der Fall. Die Verwaltung schlug vor, die lange Straße, die komplett im Norden am Plangebiet vorbeiführt „Gustav-Heinemann-Straße“ zu taufen. „Weil die andere Planstraße nur ein kurzer Stich ist, und dort zunächst keine Bebauung geplant ist, sollten wir die Benennung aussetzen und weiterschauen, wenn dort tatsächlich etwas gebaut werden soll“, schlug Schweinsberg vor.

Eine Idee, der der Hauptausschuss bei zwei Enthaltungen der CDU komplett folgte. Normalerweise sollte ein solches Votum ausreichen, um eine sichere Prognose abzugeben, dass die Politik das Thema während der Sitzung des Stadtrats ohne Diskussion durchwinken wird. In diesem Fall halten sich ob der Vorgeschichte aber alle Beteiligten mit einer Vorhersage lieber zurück.

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