Jahreshauptversammlung

Schwelm: Feuerwehr hat Probleme – so will die Stadt helfen

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Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Marode Gerätehäuser, veraltete Autos – Schwelmer Bürgermeister Langhard verspricht Hilfe. Motivation in der Feuerwehr ist dennoch herausragend.

Nach zweijähriger Corona-Pause hat die Feuerwehr der Stadt Schwelm nun wieder eine Jahreshauptversammlung durchgeführt – wenn auch unter anderen Rahmenbedingungen als in den Vorjahren. Weil ein massiver Corona-Ausbruch bei der Feuerwehr zu Lasten der Sicherheit der Schwelmer gehen würde, war die Veranstaltung kleiner, kürzer und mit besonderen Hygiene-Anforderungen verbunden.

So fehlten beispielsweise der Auftritt der Big Band und der Jahresbericht. Auch der Kreis der Gäste aus Politik, Verwaltung, benachbarten Feuerwehren, Hilfsorganisationen etc. war bewusst verkleinert worden. Der Fokus mit Beförderungen und Ehrung verdienter Feuerwehrangehöriger ganz klar auf dem Ehrenamt. Zudem stehen bei der Schwelmer Wehr die marode Wache und die baulich genauso desolaten Gerätehäuser am Winterberg und in Linderhausen im Fokus.

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Gebäude total marode

Genau dieses Problem griff Schwelms Bürgermeister Stephan Langhard neben dem Dank für die geleistete Arbeit, auf. Er sicherte den Schwelmer Feuerwehr-Leuten zu, den Neubau der Feuer- und Rettungswache am Ochsenkamp sowie der Gerätehäuser für die Löschzüge Winterberg und Linderhausen voranzutreiben, machte aber auch klar, dass die Realisierung eine längere Zeit in Anspruch nähme. Konkreter wurde er nicht. Der schlechte und beengte bauliche Zustand aller drei Standorte ist ein wesentliches Problem und die größte Herausforderung, vor der die Verantwortlichen stehen.

In diesem Bereich drückt es an allen Ecken und Enden: Neben Baumängeln können Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten werden, insbesondere in der Corona-Pandemie noch wichtiger gewordene Schwarz-Weiß-Trennungen sind genau so wenig vorhanden wie Umkleidemöglichkeiten für Frauen, zudem herrscht absoluter Platzmangel, um nur einige Punkte aufzuzählen. Entsprechend freuten sich die anwesenden ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte über die Unterstützung und Zusagen des Bürgermeisters, auch wenn konkreten Jahreszahlen in dessen Versprechen noch fehlen.

Weitere Grußworten sprachen der stellvertretende Kreisbrandmeister Mario Rosenkranz (Witten) und der Vizepräsident des Kreisfeuerwehrverbandes Markus Neuhaus (Hattingen). Rosenkranz ging auf die Unwetterkatastrophe im vergangenen Sommer ein und berichtete über die überörtlichen Einsätze in den von der Flut stark betroffenen Regionen, an denen sich auch die Feuerwehr Schwelm mit insgesamt 74 Einsatzkräften beteiligte. Die Schwelmer, die in der eigenen Stadt ohne größere Schäden davon kamen, halfen unter anderem in Hagen, Gevelsberg, Altena, Schleiden und Rheinland-Pfalz.

Uraltes Fahrzeug im Einsatz

Er bemängelte aber auch fehlende Ausstattung für den Katastropheneinsatz und die Kommunen seit Jahren auf die zugesagte Ausstattung aus Bund und Ländern warten. Hiervon ist auch die Feuerwehr Schwelm betroffen, die ein Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz (LFKatS) erhalten sollte, nachdem das Vorgängerfahrzeug vor Jahren ausgemustert werden musste. Weil das Fahrzeug bisher nicht ersetzt werden konnte, müssen die Schwelmer weiter auf ein mehr als 20 Jahre altes kommunales Löschgruppenfahrzeug setzen. Darüber hinaus mahnte Rosenkranz an, bei den Neubauten das Thema Bevölkerungsschutz und Erfahrungen aus der Pandemie sowie der derzeitigen Sicherheitslage mit zu berücksichtigen und die Standorte so auszubauen, dass sie bei Gefahrenlagen auch als Anlauf-, Unterbringungs- und Verpflegungsstellen für die Bevölkerung dienen können.

Der Schwelmer Feuerwehr-Chef Matthias Jansen griff die Ansätze von Mario Rosenkranz und die Zusagen von Stephan Langhard auf, stellte klar, welche Bedeutung moderne und funktionsgerechte Standorte für die Feuerwehr und die Motivation vor allem auch der Freiwilligen hat. Jansen führet die weiter steigenden Einsatzzahlen und ging auf den Grundausbildungslehrgang ein, der mitten in der Pandemie mit großem Aufwand und zu Teilen als Online-Lehrgang erfolgreich durchgeführt wurde und die Ausbilderinnen und Ausbilder rund um Stefan Rohde und Nils Abbink vor besondere Herausforderungen stellte.

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Insbesondere freuten sich Matthias Jansen und sein Vertreter Markus Kosch aber darüber, an diesem Abend eine Vielzahl von Beförderungen und Ehrungen vornehmen zu dürfen und sich bei den beförderten und den zu ehrenden Feuerwehrangehörigen für ihre Leistungen der vergangenen teilweise Jahrzehnte zu bedanken. Dabei ließ es sich auch Bürgermeister Stephan Langhard nicht nehmen, jedem beförderten und geehrten Feuerwehrangehörigen persönlich zu gratulieren.

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