Neues Buch

Schwelm: Günter Lintl schreibt mit Licht

Das Buch mit Fotografien von Günter Lintl „Mit Licht geschrieben“ ist jetzt im Handel erhältlich: Von links nach rechts bei der Buchvorstellung: Landrat Olaf Schade, Brigitte Waldens (Autorin), Günter Lintl (Fotograf) und Thomas G. Halbach (Bergischer Verlag).

Das Buch mit Fotografien von Günter Lintl „Mit Licht geschrieben“ ist jetzt im Handel erhältlich: Von links nach rechts bei der Buchvorstellung: Landrat Olaf Schade, Brigitte Waldens (Autorin), Günter Lintl (Fotograf) und Thomas G. Halbach (Bergischer Verlag).

Foto: Antonia Jovic / WP

Schwelm.  Fotograf Günter Lintl hat ein neues Buch veröffentlicht. Es betont auf ganz eigene Weise die Vielfalt der Region zwischen Ennepe und Ruhr.

„Mit Licht geschrieben“ beleuchtet mit sorgfältig gewählten Texten und Schwarzweißaufnahmen die Vielfältigkeit des Ennepe-Ruhr-Kreises und bietet somit den Lesern die Möglichkeit, die eigene Heimat neu zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen neun Städte und ihre Geschichten.

Ein Gegensatz zur modernen Fotografie

„Einen Verleger zu finden ist Glück“, sagt Fotograf Günter Lintl bezüglich seiner Zusammenarbeit mit dem Bergischen Verlag. In seinem ersten Bildband „Gevelsberg objektiv betrachtet“ erzählte Günter Lintl spannende Familiengeschichte sowie Stadtgeschichte. Nun werden in Zusammenarbeit mit der Autorin Brigitte Waldens die Grenzen auf den Ennepe-Ruhr-Kreis erweitert. Durch die traditionelle Form seines Handwerks, die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie, bildet Lintl einen Gegensatz zur modernen Fotografie und zur Bilderflut des Internets. „Mit einem Rollfilm fing es an und weitere Ausarbeitungen erfolgten im Labor“, sagt Lintl, als er den Prozess seiner Schwarz-Weiß-Fotografie beschreibt. Dass die Fotografie eine zeitaufwendige Kunst ist, wird durch die Qualität der Aufnahmen deutlich. Sie schaffen, Geschichten der Heimat in Momentaufnahmen festzuhalten. „Dem Begriff der Heimat soll Wirklichkeit gegeben werden“, so Waldens, die anmerkt, dass sich viele Menschen aufgrund der Globalisierung von ihrer Heimat distanzieren. Daher sollen sich die Leser mit den Bildgeschichten identifizieren, ihre Heimat entdecken.

Der Band betont die Vielfältigkeit der Region zwischen Ennepe und Ruhr, welche sich nicht nur durch die wunderschöne Natur, sondern auch durch Technik und Industrie auszeichnet.

Lintl selbst lernte durch die Texte zahlreich Neues über die Region, denn viele Informationen sind nicht in Stadtarchiven auffindbar. Es sind Geschichten die, durch eine aufwändige Recherchearbeit, mit diesem Buch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Geschichten, die Brigitte Waldens bei Fahrten durch die Städte von Anwohnern, mit denen sie ins Gespräch kam, erzählt bekam. Im Buch untermalt die Autorin sie mit Daten und Fakten, denn „Geschichten funktionieren ohne Geschichte nicht“.

Die ausdrucksstarken Fotos, welche von Waldens Texten ergänzt werden, stammen hauptsächlich aus den Jahren zwischen 1970 und 1985. Einen genauen Entstehungszeitpunkt für jedes einzelne Foto kann Lintl nicht geben, es sind keine Auftragsarbeiten, keine dokumentarischen Aufnahmen. Sie sind bei Wanderungen mit seiner Spiegelreflexkamera an Ennepe und Ruhr entstanden. Das Archiv, aus dem die Fotos stammen, ist das großväterliche Fotoarchiv des gebürtigen Gevelsbergers, der ganz klassisch eine handwerklich-fotografische Ausbildung im väterlichen Atelier absolviert hat.

Titel mit Bedeutung

Auch der Titel „Mit Licht geschrieben“ ist mit Bedacht gewählt: Er bezieht sich auf die altgriechische Herkunft des Wortes Fotografie, welches sich aus den Wörtern „photos“ (Licht) und „graphein“ (malen, schreiben) zusammensetzt,.

Durch die Reduzierung auf schwarz-weiß, durch die traditionelle Fotografie, wird der Fokus auf die eigentliche Qualität der Aufnahmen gelegt und schon beim Aufschlagen des Bandes erwartet die Leser eine Aufnahme, bei der man sich sofort in die Zeit zurückversetzt fühlt: Eine lebendige Autoscooter-Szene in Gevelsberg. Eine Ansicht, die gewählt wurde, da sie leicht zu verorten ist und bestimmt bei vielen schon längst vergessene Erinnerungen hervorruft.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben