Brauerei-Zaun

Schwelm hat einen neuen Hingucker

„Kannst Du mir mal den Kabelbinder reichen?“: Rund 50  Freiwillige kommen zur Schulstraße und helfen mit, die Planen mit den Heimatmotiven an dem 60 Meter langen Bauzaun an der Schulstraße anzubringen.

Foto: Andreas Gruber

„Kannst Du mir mal den Kabelbinder reichen?“: Rund 50 Freiwillige kommen zur Schulstraße und helfen mit, die Planen mit den Heimatmotiven an dem 60 Meter langen Bauzaun an der Schulstraße anzubringen. Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Der Zaun der Brauerei-Brache in der Schulstraße wurde mit historischen Heimatmotiven verblendet.

„Kannst Du mir mal den Kabelbinder reichen?“, „Fangt Ihr doch schon mal mit der nächsten Plane an.“ Hand in Hand ging es am Sonntagmorgen ab 10 Uhr auf der Schulstraße zu. Rund 50 Freiwillige waren gekommen, um mitanzupacken, den 60 Meter langen Bauzaun an der Brauereibrache mit Schwelmer Heimatmotiven zu verkleiden. Keine 30 Minuten dauerte es, und der unschöne Anblick hatte sich in einen wahren Hingucker verwandelt.

Zwei Stunden waren für die Aktion eingeplant, nicht einmal ein Viertel der Zeit wurden benötigt. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann sprach gegenüber unserer Redaktion ein dickes Lob und ein großes Dankeschön an alle aus.

Die Auswahl, welche Motive und Texte auf die 24 Planen kommen, hatten Dr. Klaus Koch von der Internetplattform www.heimatkunde-schwelm.de und der Verein für Heimatkunde getroffen. Das Geld fürs Bedrucken – eine Firma aus Lüdenscheid hatte den Auftrag bekommen – kam von der Sparkasse Schwelm. Die Rede ist von 1500 Euro.

Dermaßen günstig blieb das alles nur, weil sich viele unentgeltlich einbrachten. So auch am Sonntag. Neben den Vertretern von Stadt und Sparkasse, dem Verein für Heimatkunde, der Internetseite „heimatkunde-schwelm.de“, der Werbegemeinschaft und engagierten Bürgern war auch die Politik stark vertreten. Auch Vertreter der Bürgerinitiative für ein Rathaus in der Innenstadt waren da und packten mit an.

Blick auf Brache versperrt

Keine 30 Minuten später war es dann soweit. Die letzte Plane war am Zauntor angebracht, und der unschöne Blick auf die Brache durch den „geschichtsträchtigen Sichtschutz“, wie es die Stadt selbst formulierte, versperrt. Bevor das Tor geschlossen wurde, stellten sich die Helferinnen und Helfer gut gelaunt noch einmal für ein Erinnerungsfoto um Bürgermeisterin Gabriele Grollmann auf. Gut zwei Meter hoch sind die Planen, auf denen historische Bilder der früheren Schwelmer Rathäuser und der Brauerei zu bestaunen sind. Panoramabilder von anno dazumal und von heute lassen Vergleiche zu, wie sich die Stadt im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Sie wurden 1907 und 2016 von der Wilhelmshöhe und 1895 und 2016 von der Ehrenberger Straße aufgenommen. Wer es ganz genau wissen will, kann den Wandel der Stadt auch auf alten Stadtplänen von 1722, 1820, 1896 und 1915 miteinander vergleichen. Und wem das nicht reicht, der findet weitere Informationen über so genannte QR-Codes, die auf den Planen aufgedruckt sind. Natürlich teilt die Stadt auf einem der Planen auch mit, was sie auf dem Gelände, dass ihr seit kurzem gehört, in den nächsten Jahren vorhat. Bekanntlich soll dort das neue Rathaus mit Musikschule, Bücherei und noch mehr hinkommen.

Die letzten Planen waren am Sonntag noch nicht zu Ende befestigt, da blieben schon die ersten Passanten auf dem Bürgersteig stehen, um zu gucken, was es Neues zu bestaunen gibt. „Das ist ja interessant. Ich kenne das Haus auf dem Bild noch aus meiner Kindheit“, schwärmte ein Schwelmer, der mit seiner Frau vorbeischritt.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik