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Schwelmer Brauerei-Reliquien für Nachwelt retten

Unter den Dächern der denkmalgeschützten Gebäude gibt es noch das ein oder andere „Schätzchen“. Stadt und LWL wollen gucken, was historisch wertvoll ist und erhalten bleiben sollte.

Foto: Stefan Scherer

Unter den Dächern der denkmalgeschützten Gebäude gibt es noch das ein oder andere „Schätzchen“. Stadt und LWL wollen gucken, was historisch wertvoll ist und erhalten bleiben sollte. Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Stadt und LWL-Experten gucken sich gemeinsam den historisch interessanten Bestand im alten Brauerei-Gebäude an.

Auch wenn viele Geräte und Utensilien aus der Schwelmer Brauerei in den letzten Jahren ihrer bewegten Geschichte woanders landeten und so manches Inventar nach der endgültigen Einstellung des Betriebes unter den Hammer kam: Das ein oder andere „Schätzchen“ ist in den denkmalgeschützten Gebäuden noch immer zu finden. Um sie für die Nachwelt zu retten, bevor Bauarbeiter auf der Brache zu Werke gehen, wird es in der kommenden Woche einen Ortstermin mit Fachleuten geben.

Einen kleinen Gruß aus der Vergangenheit hielt bereits Bürgermeisterin Gabriele Grollmann in ihren Händen, als sie vergangene Woche mit den Bauexperten aus dem Rathaus sowie Vertretern der Technischen Betriebe Schwelm und der Städtischen Feuerwehr unmittelbar nach der Schlüsselübergabe durch die denkmalgeschützten Räume schritt (wir berichteten). Sie fand ein altes Bierglas mit dem Aufdruck der Schwelmer Brauerei. Es hatte die Jahre unbeschadet überstanden und wird nun einen gebührenden Ehrenplatz bekommen.

Termin nächste Woche

Doch zwischen Dach und Keller der alten Brauereigebäude gibt es weit mehr, was der Stadt als Neu-Eigentümerin ins Auge gefallen ist. Und immer stellt sich dabei die Frage: Sollte bzw. muss das nicht der Nachwelt erhalten bleiben? Beigeordneter Ralf Schweinsberg berichtet von „sehr vielen alt wirkenden Dingen“, die er gesehen habe. Von Wandgemälden beispielsweise oder von Fenstern mit Blei-Verglasungen, wie man sie aus alten Kneipen-Zeiten kennt. Und wer die Brauereigasse entlang geht, kann hinter den großen Fenstern leicht den kupfernen Braukessel sehen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, was historisch wertvoll ist, holt sich die Stadt den Rat von Experten. Historiker des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe kommen nächste Woche nach Schwelm, um die Sache gemeinsam unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis wird von vielen Schwelmerinnen und Schwelmern mit Spannung erwartet.

Den Zustand der Gebäude beschreibt der Beigeordnete so, „wie es zu erwarten war“. Es habe keine bösen Überraschungen gegeben. Ja, es müsse was getan werden, aber alles sei machbar. Das gelte auch fürs Patrizierhaus.

Nicht die Katze im Sack gekauft

Er habe sich über Aussagen geärgert, die Stadt habe die Katze im Sack gekauft. Dem sei definitiv nicht so. Im Rathaus sei man über den Zustand der denkmalgeschützten Gebäude vor dem Kauf gut im Bilde gewesen, erklärte Schweinsberg. Er selbst habe im Herbst vergangenen Jahres die Räume gemeinsam mit dem Amt für Denkmalpflege inspizieren können.

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