Schwelmer Heimatfest

Schwelmer Heimatfestabend lässt Eventhalle beben

"Use Stadt, dä hiätt doch wat" - so lautet das Motto des Schwelmer Heimatfestes 2019. Unser Bild zeigt einen Beitrag vom Heimatfestabend in der Eventhalle Schwelm.

"Use Stadt, dä hiätt doch wat" - so lautet das Motto des Schwelmer Heimatfestes 2019. Unser Bild zeigt einen Beitrag vom Heimatfestabend in der Eventhalle Schwelm.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Schwelm stimmte sich beim Heimatfestabend am Freitag mit Comedy, Tanz und Musik auf sein größtes Volksfest ein.

Wenn die Eventhalle an einem Tag gleich zweimal wackelt, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass eine Woche später das Heimatfest beginnt. Unter der Überschrift des aktuellen Heimatfestmottos „Use Stadt die hiätt doch wat“ enterten Stars und Sternchen am Freitag erst am Nachmittag für die Senioren und später zum offiziellen Heimatfestabend die Bühne.

Rappelvoll war der Veranstaltungstempel der Kreisstadt am Nachmittag, denn für die älteren Semester ist das Heimatfest-Café ein Fixpunkt im jährlichen Terminkalender. Und auch die Abendveranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Einzug professioneller Künstler vom Zuschauerschwund erholt. Am Freitagabend gab es nur wenige unbesetzte Plätze in der Eventhalle.

Vor den Senioren eröffnete noch Bürgermeisterin Gabriele-Grollmann-Mock gemeinsam mit der Dacho-Chefin Christiane Sartor das Programm. Das an Krebs erkrankte Stadtoberhaupt bekam von ihren Nachbarn einen Blumenstrauß mit den besten Genesungswünschen überreicht.

Ihr war es ein Anliegen, sich öffentlich bei der „herausragenden Arbeit der Schwelmer Feuerwehr und den vielen weiteren Einsatzkräften zu bedanken, die dafür gesorgt haben, dass unsere schöne Altstadt nicht abgefackelt ist.“ Am Abend wiederholte Dacho-Vorsitzende Christiane Sartor diesen Dank, Gabriele-Grollmann-Mock stand dann aber nicht mehr an ihrer Seite.

Als Begründung nannte Sartor die Anfeindungen, denen die Bürgermeisterin in der letzten Zeit vor allem in den sozialen Medien ausgesetzt war. Dort sei auch von Boykottaufrufen gegen die Veranstaltung die Rede gewesen. „Frau Grollmann-Mock wollte uns den Heimatfestabend nicht kaputt machen“, sagte Sartor mit ernster Miene.

Lokalkolorit und Kabarett

Auf der Bühne hatten zum – ja zum wievielten Mal eigentlich, gefühlt seit dem Anbeginn der Zeit – Enzo Caruso und Kerstin Heumann-Wasserkamp als Moderatoren das Zepter in ihren Händen. Gewohnt charmant, gewohnt witzig und gewohnt musikalisch führten sie durch beide Veranstaltungen und hatten die große Ehre, gleich zum Auftakt eine Premiere ankündigen zu dürfen: die Hip-Hop-Mädels vom Tanz-Centrum EN, die ohne Aufwärmphase Vollgas auf der Bühne gaben.

Dort gaben sich Musik, Lokalkolorit und Kabarett die Klinke in die Hand. Irmgard Weinreich las auf Schwelmer Platt den Brief einer Mutter an ihren Sohn vor, der Heimatfest nicht in Schwelm sein kann, und knöpfte sich das Motto vor.

„Use Stadt, dä hiätt doch wat? Ich weiß zwar nich, wat se hat, aber bis Heimatfest wird se sich wohl wieder bekrabbelt haben.“ Gemeinsam mit Hans-Georg Müller trat sie noch als Schaller und Schiller auf, Müller selbst schlüpfte in seine Rolle als Symbolfigur Kaal und nahm gemeinsam mit Krißjan (Horst Beckenhusen) das jüngste Geschehen in der Stadt aufs Korn.

Am Abend gesellte sich Gevelsbergs Kirmes-Symbolfigur Hammerschmied Bernd Matthäi als Überraschungsgast dazu.

„Live-Schalte“ nach Übersee

Die Chorgemeinschaft MGV Einigkeit Schwelm/Linderhausen, Daniel Hinzmann sowie der Chor der Nohbern machten mit ihren Liedern mächtig Stimmung, die Winterberger Tenöre sorgten für Jubel und das Theaterensemble Scusi flog diesmal direkt aus Mexiko ein, um den Schwelmern lokalpolitisch den Spiegel vorzuhalten. Apropos Lokalkolorit: Ehrenobernachtwächter Christian Fasel grüßte per Videobotschaft aus den USA.

Für Improvisationsmomente sorgten Stammgäste des Heimatfestabends am Nachmittag. Weil Mitglieder der Showskating-Mädels im Stau standen, war das Moderatoren-Duo gefordert: Zum Glück haben Enzo Caruso und Kerstin Heumann-Wasserkamp genug Lieder zu den diversen Heimatfest-Mottos umgetextet und hauten einen Mitsing-Schlager nach dem anderen raus. Am Abend traten die Showskating-Mädels noch einmal mit einer anderen Darbietung auf.

Traditionell erwarten das Publikum bei Runde 2 noch einige Künstler mehr. Besonders die jungen Männer und Frauen des Tanzkorps Kölner Rheinveilchen begeisterten mit beeindruckenden Würfen und Hebefiguren zu schwungvoller Musik. Sie durften erst nach mehrere Zugaben von der Bühne.

Erotik mit den „Dreck-Street-Boys“

Komiker Kai Kramosta hatte die Lacher als „der Pfundskerl“ auf seiner Seite. Einen Hauch Erotik lieferten schließlich nach 22 Uhr die „Dreck-Street-Boys“ – das Männerballett der Nachbarschaften. Die Herren der Schöpfung räkelten sich zur Musik als Putzfrauen verkleidet lasziv an Besenstielen. Die geforderte Zugabe konnten sie zwar nicht bieten, dafür machte Enzo Caruso Hoffnung auf eine Wiederholung beim nächsten Mal.

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