Politik

Schwelmer Kulturhaus im alten Kesselhaus

Ein Kulturhaus statt eine Gastronomie würden die beiden Wählergemeinschaften SWS/BfS lieber im alten, denkmalgeschütztem Kesselhaus der Brauerei Schwelm sehen.

Ein Kulturhaus statt eine Gastronomie würden die beiden Wählergemeinschaften SWS/BfS lieber im alten, denkmalgeschütztem Kesselhaus der Brauerei Schwelm sehen.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Verwaltung will historischen Brauerei-Teil für 7,4 Millionen Euro selbst umbauen und möchte dort eine Gastronomie. SWG/BfS sehen dort die Bücherei

Der Verwaltungsvorschlag über die Verwertung von Patrizierhaus und altem Kesselhaus der ehemaligen Brauerei soll im politischen Raum im Hauptausschuss am heutigen Donnerstag erstmals beraten werden. Das Bündnis SWG/BfS hat allerdings bereits einen Gegenantrag gestellt, der die schönen Pläne aus dem Rathaus zunichte machen könnte – wenn er denn eine Mehrheit finden sollte. Statt das Kesselhaus zur Gastronomie in Eigenregie der Stadt zu entwickeln, stellen sich die beiden Schwelmer Wählergemeinschaften dort den Sitz des Kulturhauses mit Musikschule, VHS und Bücherei vor. Damit wären die Pläne der Stadt, die Villa XtraDry an der Römerstraße abzureißen und dort ein eigenständiges Kulturhaus zu bauen, vom Tisch.

Die Wählergemeinschaften begründen ihren Vorschlag mit unkalkulierbaren Risiken. „Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass der Ausbau des Kesselhauses zu Gastronomie/Wohnungen mit hohen finanziellen Risiken verbunden ist. Dies betrifft sowohl die angedachte Gastronomie als auch die angedachten Wohnungen. Andererseits würde ein Kulturzentrum auf dem Wilhelmplatz einen Einschnitt in die Struktur des Platzes bedeuten und weitere Parkplätze vernichten“, fordert Fraktionsvorsitzender Jürgen Kranz ein Umdenken von Verwaltung und Politik.

In der zum Hauptausschuss veröffentlichten Vorlage Nr. 094/2018 „Entwicklung der Bestandsgebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Brauerei“ werden erstmals Zahlen genannt. Demnach schätzt das städtische Immobilienmanagement die Kosten für die vollumfängliche Renovierung des Patrizierhauses unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Aspekte auf 650 000 Euro. Entsprechende Haushaltsmittel sollen bereits für 2018 bereitgestellt werden, damit das Fachwerkhaus als Büro- und Verwaltungshaus zum 1. April 2019 vermietet werden kann. Die Kosten können um 150 000 Euro reduziert werden, wenn das Objekt vollständig an einen Interessenten vermietet wird, sagt die Stadt.

Auch die Entwicklung des Kesselhauses soll laut Vorlage als eigenständiges Teilprojekt und in Eigenregie der Verwaltung erfolgen. Hier bedarf es aufgrund der zu erwartenden Investitionshöhe von ca. 6,75 Millionen Euro eines EU-weiten Ausschreibungsverfahrens. Die Verwaltung hält es u. a. aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründen für sinnvoll, die Projekte Neubau Rathaus und Kesselhaus zeitgleich zu entwickeln. Sie plädiert dafür, den Zeitplan für den Rathaus-Neubau auch für das Kesselhaus zu Grunde zu legen.

Im Herbst dieses Jahres stehen die Generalplanungsbüros für die Projekte Neubau Rathaus und Kulturzentrum fest. Auch das Vergabeverfahren Projektsteuerung Kesselhaus könne im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden, ist die Verwaltung optimistisch. Der Projektsteuerer wird dann sehr zeitnah die Planungsleistungen für den Umbau des Kesselhauses ausschreiben.

Es soll Kaufinteressenten geben

Eine detailliertere Kostenschätzung wird vom noch auszuwählenden Projektsteuerer erstellt. Diese enge Abstimmung werde insbesondere auch bei der Realisierung der Gastronomieflächen erfolgen, da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht, ob die Stadt Schwelm lediglich einen sogenannten „veredelten Rohbau“ oder aber eine vollständige Gastronomie zur Verfügung stellen wird.

„Der Verwaltung sind Kaufinteressenten des Objektes bekannt“, ist in der Vorlage zu nachzulesen. Grundsätzlich solle diesen Interessenten auch nach der Beschlussfassung des Rates keine Absage erteilt werden. Dadurch soll weiterhin die Möglichkeit gegeben sein, dass bei Vorliegen eines wirtschaftlichen Angebotes für die Stadt Schwelm das Objekt auch noch zu einem späteren Zeitpunkt an Dritte veräußert werden kann.

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