Brutal

Schwelmer Menschenraub: Opfer rächt sich an seinen Peinigern

Das einstige Opfer findet sich nun selbst auf der Anklagebank wieder.

Das einstige Opfer findet sich nun selbst auf der Anklagebank wieder.

Foto: Sonja Wurtscheid / dpa

Schwelm.  Das Opfer eines brutalen Martyriums am Bahnhof in Schwelm soll sich an einem der Täter in ähnlicher Weise gerächt haben.

Weiter geht es mit dem erpresserischen Menschenraub in Schwelm. Gleiche Orte, sehr ähnliche Tatverläufe. Nur: Das Opfer aus dem Prozess, der unlängst vor dem Hagener Landgericht endete, sitzt diesmal selbst auf der Anklagebank. Der junge Mann, der von seinen Peinigern ausgeraubt und erniedrigt worden war, soll sich kurz nach seinem Martyrium gerächt haben. Ab Donnerstag, 28. Mai, muss er sich nun selbst vor der großen Jugendkammer des Hagener Landgerichts verantworten. Das Verfahren findet nicht öffentlich statt, weil beide Angeklagten zur Tatzeit minderjährig waren.

Dem heute 19-Jährigen und seinem heute 20-jährigen Kumpel aus Schwelm legt die Staatsanwaltschaft versuchten erpresserischen Menschenraub mit versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zur Last. Der damals 16-Jährige wurde zuvor von drei Jugendlichen am Schwelmer Bahnhof überfallen, durch die Unterführung auf ein Industriegelände geprügelt, dort erniedrigt und ausgeraubt. Die drei Täter wurden vom Landgericht Hagen am 29. April verurteilt. Zwei Jahre auf Bewährung bekam derjenige, der nun als Opfer auftritt.

Haupttäter zieht Messer

Um sich an ihm zu rächen, soll der Angeklagte zusammen mit seinem Kumpel und einem Unbekannten im Juli 2017 ihr Opfer am Bahnhof in Schwelm angegriffen haben, um ihm das Gleiche anzutun, was kurz zuvor umgekehrt der Fall war. Der Unbekannte soll den Geschädigten festgehalten haben. Dann soll der Haupttäter unter Vorhalt eines Messers versucht haben, die Herausgabe des Handys zu erpressen und das Opfer dazu zu bringen, mit ihnen zum vormaligen Tatort zu gehen.

Obwohl der Mitangeklagte dem Geschädigten mit der Faust ins Gesicht schlug, soll es ihm gelungen sein, sich loszureißen und zu fliehen. Zugleich soll er sich damit einem versuchten Messerstich des damals 16-Jährigen entzogen haben. Der jüngere Angeklagte soll wegen räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung, Erschleichens von Leistungen, Körperverletzung und Diebstahls vorbestraft sein. Der ältere Angeklagte ist nicht vorbestraft. Beide befinden sich auf freiem Fuß. Für die ihnen vorgeworfene Tat sieht das Gesetz im äußersten Fall eine Jugendstrafe bis zu zehn Jahre vor. Es sind zwei Verhandlungstage vorgesehen.

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