Gericht

Schwelmerin fährt ohne Führerschein – aber dafür mit Drogen

Vor Gericht verantworten musste sich eine Schwelmerin. Sie war ohne Führerschein und mit Drogen im Blut Auto gefahren.

Vor Gericht verantworten musste sich eine Schwelmerin. Sie war ohne Führerschein und mit Drogen im Blut Auto gefahren.

Foto: David Ebener / dpa

Schwelm.  Ohne Führerschein aber mit Drogen im Blut für eine Schwelmerin auf der John-F.-Kennedy-Straße. Nun stand sie vor dem Schwelmer Amtsgericht.

Dort fürchtete die einschlägig vorbestrafte Frau nicht nur eine Gefängnisstrafe. Die 30-jährige Mutter hatte auch Angst, dass das Jugendamt auf ihre neueste Eskapade aufmerksam wird.

Wie die Schwelmerin auf der Anklagebank es so schön formulierte: Es war ein „doofer Tag“: Die 30-Jährige war am 9. April mit einem Opel auf der John-F.-Kennedy-Straße in eine Polizeikontrolle gerasselt. Sie besaß keine Fahrerlaubnis. Denn die hatte ihr das Schwelmer Amtsgericht schon in einem Verfahren im Februar gesperrt. Damit nicht genug: Die Polizei stellte in ihrem Blut auch noch Betäubungsmittel fest.

Vor dem Gericht stammelte die zweifache Mutter ein Geständnis zusammen: „Ja, das war direkt nach dem andermal … Meine Mutter hat Krebs und es war so ein doofer Tag. Und wenn ich so unter Druck stehe, dann nehme ich was …“

Wichtiges für die Mutter besorgt

Um etwas Wichtiges für die kranke Mutter zu erledigen, habe sich die Schwelmerin das Auto einer Bekannten geliehen. Mit einer Geldstrafe war es hier nicht mehr getan, das dämmerte auch der Schwelmerin. Sie stotterte außerdem immer noch an der letzten Strafe aus dem Februar herum. Ihr wurde auf der Anklagebank noch etwas anderes klar: Das Jugendamt könnte sich für die Zustände interessieren, in denen ihre beiden zwölf und vier Jahre alten Kinder leben.

„Ich arbeite übrigens mit dem Jugendamt zusammen, damit das ältere Kind immer dorthin gehen kann!“, beeilte sie sich zu sagen. Das überzeugte das Gericht aber nicht, der Frau eine günstige Sozialprognose zu bescheinigen. „Wir sind bei Ihnen ganz schnell bei einer Freiheitsstrafe, aber was wird aus den Kindern? Die können Sie schließlich nicht in die JVA mitnehmen!“, sagte die Richterin und rang sich zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe durch – trotz der hohen Rückfallgeschwindigkeit. Darüber hinaus muss die Schwelmerin 50 Sozialstunden leisten und eine Führerscheinsperre von einem Jahr abwarten.

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