Wohnheim

Seniorenresidenz in Schwelm besteht seit 25 Jahren

Schmökern in der Leseecke im Foyer: Regina Willim vom Betreuungsdienst (links) und Heimbeiratsvorsitzende Helga Bullert

Schmökern in der Leseecke im Foyer: Regina Willim vom Betreuungsdienst (links) und Heimbeiratsvorsitzende Helga Bullert

Foto: WP

Schwelm.   Heim der Curanum-Gruppe an der Augustastraße versteht sich als „kleine, familiäre Einrichtung“. Die Betreuung soll biographie-orientiert ablaufen.

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Wer nicht auf Bingo steht, kann sich zum Schmökern in die Leseecke zurückziehen, beim Säen und Ernten im Garten mithelfen oder alte Talente auf der Bühne wiederentdecken. Lieb gewordenen Hobbys zu frönen oder – noch besser — neue Lieblingsbeschäftigungen für sich zu entdecken, steht hoch im Kurs in der Curanum Seniorenresidenz an der Augustastraße. Die Einrichtung feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Geschichte des Hauses

Eröffnet wurde die Seniorenresidenz am 1. August 1991 als Haus der Schwelmer Unternehmensgruppe Dr. Lohbeck. Rund 100 Plätze hatte die Einrichtung damals. 1996 erfolgte ein erster Umbau. Die Büroräume im Obergeschoss wurden durch sieben Einzelzimmer ersetzt, der Eingangsbereich durch den Wintergarten, der noch heute beliebter Treffpunkt ist, erweitert. Am 1. Januar 2006 übernahm dann die Curanum-Gruppe vom Schwelmer Unternehmer Lohbeck das Haus, im Paket mit weiteren Heimen wie der Seniorenresidenz Am Ochsenkamp und anderen Objekten u.a. in Ennepetal.

2012 folgte dann der Umbau im Dachgeschoss. Station 5 wurde aufgelöst. In die Räumlichkeiten zog die zentrale Heimverwaltung der Curanum-Gruppe ein. Von Schwelm aus erfolgt seitdem die Bewohner-Abrechnung sämtlicher Häuser bundesweit. Das sind seit der Übernahme von Curanum durch den französischen Konzern Korian Anfang 2015 insgesamt 215 Seniorenheime. Im Jahr 2013 folgte die Komplett-Modernisierung des Restaurant-Bereiches im Erdgeschoss inklusive neuer Möblierung und neuer Küche.

Bewohner und Mitarbeiter

Aktuell leben 79 Bewohner in der Seniorenresidenz. Das ist bei 80 Plätzen nahezu eine Vollbelegung. Die älteste Bewohnerin erblickte 1921 das Licht der Welt, gefolgt von einer Mitbewohnerin mit dem Geburtsjahr 1922 und zweien, die 1924 geboren wurden. „Heim-Älteste“ ist eine Bewohnerin, die seit 1992 in die Seniorenresidenz lebt. Im Schnitt sind die Menschen Mitte 70 bis Mitte 80 alt, wenn sie in die Betreuungseinrichtung wechseln.

Betreut und gepflegt werden sie aktuell von 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege, Verwaltung und Haustechnik plus sechs Küchen- und fünf Reinigungskräften. Das Pflegepersonal besteht aus examinierten und nicht-examinierten Kräften, die nach hauseigenen Vergütungsgruppen bezahlt werden. Sechs Menschen erlernen in der Seniorenresidenz derzeit den Beruf des Altenpflegers.

Eigener Anspruch

Die Seniorenresidenz Augustastraße versteht sich als „kleine, familiäre Einrichtung“, so Regina Willim, seit 2010 auch fürs Belegungsmanagement im Haus zuständig. Ihre Devise: Betreuung und Begleitung muss biographie-orientiert ablaufen. Dafür würden immer wieder neue, auf die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner zugeschnittene Angebote auf die Beine gestellt. So gibt es einen eigenen Chor, einen Männer-Stammtisch, Tanztees und Kegelturniere auf der hauseigenen Bahn, eine Theatergruppe, Kreativgruppen, eine Strick AG, monatliche Nachtcafés im Winter, regelmäßige Modenschauen und eine Garten-Arbeitsgemeinschaft, wo gemeinsam gesät und geerntet wird. Dank Sponsoren wird gerade ein Gewächshaus errichtet. Ausflüge und der vierteljährliche Besuch der Clown-Lachtherapeuten runden das Programm ab. „Ich freue mich immer, wenn Menschen hier im Haus wieder aufblühen“, sagt Regina Willim. Dazu zählt übrigens auch der Spaß beim „Daddeln“. Die Telespiel-Generation hat inzwischen das Seniorenalter erreicht. Bereits vor sechs Jahren wurde eine Wii-Spielekonsole angeschafft.

Ausblick

Bis zum 1. Januar 2018 muss jedes Seniorenheim eine 80-Prozent-Einzelzimmer-Quote vorweisen. So schreibt es das Wohn- und Teilhabegesetz NRW vor. Im Haus an der Augustastraße ist das nicht der Fall. Der Träger denke gerade über die Umsetzung nach, teilte Einrichtungsleiter Mario Zey mit. Vorstellbare Möglichkeiten unter anderem: Umbau, Verkleinerung der Heimplätze-Anzahl, Verlegung der zentralen Heimleitung. „Es ist noch keine Entscheidung gefallen“, so Leiter Mario Zey.

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