Siemens will Firma innotec übernehmen

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Schwelm. Die Firma Siemens will die Schwelmer innotec GmbH übernehmen. Dies teilten gestern beide Unternehmen auf ihren Internetseiten mit. ...

... Mit der geplanten Akquisition wolle das Dax-Unternehmen eine weltweit führende Position im Markt für Industriesoftware ausbauen.

Mit dem Kauf des Schwelmer Unternehmens an der Eisenwerkstraße ist Siemens als erster Industrieausrüster in der Lage, allen Branchen der Fertigungs- und Prozessindustrie durchgängige Lösungen zur Integration des kompletten Produktionsbetriebs sowie des gesamten Produktionslebenszyklus anbieten können. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden.

Innotec ist mit mehr als 200 Mitarbeitern weltweit einer der führenden Anbieter von Lifecycle-Management-Systemen, insbesondere für Anlagen in der Prozessindustrie. Das international agierende Unternehmen soll als eine Tochtergesellschaft von Siemens organisatorisch der Business Unit Industrial Automation Systems zugeordnet werden.

Seit der Firmengründung im Jahr 1991 verzeichnete das Schwelmer Unternehmen eine stetige Expansion. Neben dem Hauptstandort Schwelm hat innotec weitere Standorte in Bonn und Hanau sowie in Brasilien, Dänemark, Österreich und Südafrika, der Schweiz und den USA. Kern der Dienstleistung von innotec ist das Lifecycle-Engineering-System Comos, das alle Anforderungen an modernes Engineering erfüllt. "Das innotec-Produktspektrum ist eine hervorragende technologische Ergänzung unseres Portfolios. Damit werden wir der erste Industrieausrüster weltweit, der für die Prozessindustrie eine integrierte Softwarelösung von der Planung einer Produktionsanlage über den Betrieb bis zur Modernisierung offerieren kann", sagte Ralf-Michael Franke, CEO der Business Unit. "Wie in der Fertigungsindustrie können zukünftig auch unsere Kunden in der Prozessindustrie die Time-to-market mit abgestimmter Siemens-Technik deutlich verkürzen." Laut Franke ergänze die Software von innotec ideal das Siemens-Automatisierungsangebot für die Prozessindustrie, etwa das Leitsystem Simatic PCS 7 und die Prozessinstrumente. Zudem sei das vertriebliche Know-how der Mitarbeiter von innotec und die langjährigen, engen Kundenbeziehungen zu führenden Unternehmen der Prozessindustrie eine passende Ergänzung der jeweiligen regionalen Vertriebseinheiten von Siemens.

"Wir werden unseren erfolgreichen Kurs auf einem soliden Fundament fortsetzen. Unsere Kunden erhalten weiterhin modernste Softwaretechnologie und können jetzt unter dem Dach von Siemens auf einen starken Partner bauen, der ihnen Investitionssicherheit bietet", sagte Stephan Rohleder, Geschäftsführer der innotec GmbH. Sowohl Rohleder als auch der Mitgründer der Firma, Jochen Schüler, sollen weiterhin Geschäftsführer bleiben. Auch die Erweiterungsabsichten auf dem Eisenwerksgelände hätten Bestand, erklärte gestern Bürgermeister Dr. Jürgen Steinrücke im Gespräch mit der WP. Auch Siemens wolle den Standort Schwelm wie geplant weiter ausbauen.

Erst im vergangenen Jahr war dem Schwelmer Unternehmen "der Durchbruch", gelungen. Die Firma hatte von DaimlerChrysler den Zuschlag für "funktionales Engineering" erhalten, wie es in der Ingenieur-Sprache heißt. Die Software-Lösung "Comos¾" unterstützt dabei die Planung von Fertigungs- und Fördertechnik-Anlagen. "Wir haben uns dabei gegen Siemens und andere behauptet", hatte Rohleder vor fast genau einem Jahr im Gespräch mit der Westfalenpost berichtet. Dies war umso bemerkenswerter, als sich seine Firma als unbeschriebenes Blatt in der Automobil-Industrie durchgesetzt hatte. Dieser Erfolg wurde als ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte gefeiert.

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