Kultur

Sommerlob-Konzert Schwelm - mehr als Kirchenbank und Orgel

Die Sommerlob-Band während ihres Auftritts auf dem Märkischen Platz.   

Die Sommerlob-Band während ihres Auftritts auf dem Märkischen Platz.  

Foto: Heike büchsenschütz

Schwelm.  Mehr als Kirchenbank und Orgel wollen die Christen in Schwelm sein. Auf dem Märkischen Platz fand das Konzert Sommerlob statt.

Bereits zum dritten Mal fand die musikalische Veranstaltung „Sommerlob“ der sechs Kirchen der Stadt und des CVJM bei bestem Open-Air-Wetter auf dem Märkischen Platz statt. Monja Schluszus, Leiterin der Projekt-Gebetsstunde, lächelte verschmitzt: „Wir haben bereits weit vor den Sommerferien angefangen, gemeinsam für die Veranstaltung zu beten.“ Der Gemeindeleiter der K3-Kirche, Andreas Herhaus (43) aus dem ehrenamtlichen Organisationsteam, brachte es auf den Punkt: „Ich habe gerade nichts zum Meckern.“

Er hatte das Sommerlob auf der Bühne eröffnet. Der Märkische Platz war ausgezeichnet besucht. Im vorderen Bereich wurde getanzt und kräftig mitgesungen – wer nicht ganz textsicher war, der konnte die Texte direkt hinter den Musikern auf einer Leinwand mitlesen. Im hinteren Bereich konnte man sich mit Leckerem vom Grill versorgen und Gespräche führen. Die eintrittsfreie Veranstaltung werde nur durch Spendengelder gestemmt, so Herhaus. Aktuell lägen die Kosten bei circa 5500 Euro. Sehr gerne dürfe man sich noch beteiligen, so dass auch nächstes Jahr wieder ein Sommerlob gefeiert werden könne. Ganz zufällig, bei der Angebotseinholung, habe man sogar einen Sponsor gewinnen können. Der Marktkauf Ennepetal habe spontan den Grillstand ausgerüstet – so dass es an kulinarischen Genüssen nicht fehlte. Auf der Bühne stand die Sommerlob-Band. Eine Band, die sich extra für dieses Projekt aus Musikern der einzelnen Kirchen zusammengeschlossen hatte. Der Schwelmer Musiker Mark Wiedersprecher verriet: „Wir kennen uns und die Lieder so gut, dass wir mit wenigen Proben zurechtkommen.“

Gute musikalische Mischung

Das erste Stück „I still haven’t found what I’m looking for“ (U2) zeigte gleich, was man an diesem Abend erwarten konnte – eine gute Mischung aus der modernen christlichen Rock-, Pop- und Worshipszene und aktuellen Hits. Ergänzt wurde der Musikgenuss durch einen eigens gegründeten Projektchor unter Leitung von Wiedersprechers Frau Uta, in dem jeder mitsingen konnte und im Vorfeld für dieses Ereignis professionell fit gemacht wurde. So fanden sich 30 Sänger und Sängerinnen ein, die überwiegend aus dem Gospelchor „Shouts of Joy“ (EFG) kamen. Gerne dürfe hier der Projekt-Chor noch wachsen. Die Solistin Anna-Sophie Schwarz (24) verriet vor ihrem Auftritt: „Ich singe bereits sechs Jahre im Gospelchor, aber diese Bühne, dieser Platz, das ist eine größere Hausnummer.“ Das Herz rase nur so. Aber dann lieferte sie „Anytime you need a friend“ (Mariah Kerry) perfekt ab.

Auf der Parkbank in der ersten Reihe saßen die Schwelmer Freundinnen Karin (79, evangelisch) und Annegret (80, katholisch) und wippten begeistert mit. „Die Musik ist gut. Die gefällt uns auch.“ Simon Knieriem (37) urteilte: „Das Lied ,10.000 Gründe’ finde ich cool.“

Die Idee zu dieser Open-Air-Veranstaltung hatte vor vier Jahren der Polizeibeamte Tobias Dörnen (27). Er habe dabei zwei Visionen im Kopf gehabt: „Kirchen zu vernetzen, denn das haben wir nicht in jeder Stadt so“ und „Das Sommerlob sollte zeigen, wie wir Christen wirklich sind. Wir sind nicht so alt, wie man glaubt.“ Sie seien mehr und könnten mehr als „Kirchenbank und Orgel“. „Wir Christen verstecken uns immer hinter unseren Mauern – dabei können wir mutig rausgehen und zeigen, wie modern wir sind.“ Einige Gemeinden seien schnell auf den Zug aufgesprungen, andere seien noch gedrosselt unterwegs. Oft könne man sich aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht so einbringen, wie man möchte. Aber vielleicht nächstes Jahr.

Ehrenamtlich durchgeführt

Die Musiker haben noch zahlreiche Ideen, wie man die unterschiedlichen Schwerpunkte der Kirchenmusik (Bläser, Chöre,...) miteinander verknüpfen könne. Für Herhaus stehe fest „Wenn man junge Leute in der Kirche haben möchte, dann braucht man junge Musik.“ Mark Wiedersprecher ergänzte: „Bach ist schon großes Kino, er erreicht aber in der heutigen Zeit nur noch wenige.“ Pfarrer Jürgen Schröder gestand: „Ich gehöre mehr zu der Bach-Fraktion. Aber auch die moderne Kirchenmusik hat etwas.“ Für alle war wichtig, die Gemeinsamkeit der Kirchen in Schwelm zu zeigen. „Wir können nicht nur getrennt, sondern auch gemeinsam“. Dieses ehrenamtlich durchgeführte Konzert endete mit „Gott segne Dich“ und alle Menschen rückten auf dem Platz noch näher zusammen.

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