Politik

Sparkasse Schwelm soll Patrizierhaus kaufen

Das Patrizierhaus am Bürgerplatz, in dem einst die Verwaltung der Brauerei Schwelm ihren Sitz hatte, soll von der Stadtsparkasse Schwelm übernommen werden. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1722,

Das Patrizierhaus am Bürgerplatz, in dem einst die Verwaltung der Brauerei Schwelm ihren Sitz hatte, soll von der Stadtsparkasse Schwelm übernommen werden. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1722,

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Im Rat der Stadt wird heute Abend der Vorstand die Pläne vorstellen. Kesselhaus bleibt bei der Stadt

Auf eine spannende Sitzung des Rates der Stadt Schwelm dürfen sich die Bürger freuen. Geht es nach dem Willen der Verwaltung, wird nämlich in Zukunft – sinnbildlich gesprochen – das Sparkassen-Logo am ehemaligen Patrizierhaus der Brauerei prangen. Auf der Tagesordnung steht nichts Geringeres als der Verkauf des Verwaltungsgebäudes der einstigen Brauerei an die Stadtsparkasse Schwelm.

So sieht es zumindest der Beschlussvorschlag der Verwaltung an die Politik vor. Als Gäste zu der Sitzung ist folgerichtig bereits der Vorstand der Städtischen Sparkasse zu Schwelm eingeladen. Vorstandsvorsitzender Michael Lindermann und sein Stellvertreter Johannes Schulz wollen persönlich das beabsichtigte Konzept für das Patrizierhaus präsentieren.

Gastronomie im alten Kesselhaus

Hingegen will die Stadt den zweiten Teil des denkmalgeschützten Immobilienteils, das Kesselhaus, in Eigenregie unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Aspekte vollumfänglich selbst sanieren bzw. umbauen. „Bei der Entwicklung des Objektes ist der überwiegende Teil der im Erdgeschoss befindlichen Flächen für die Verortung eines Gastronomiebetriebes herzurichten. Weiterhin sind in den übrigen Flächen des Objektes u.a. Wohnungen bzw. nicht störendes Gewerbe zu errichten und einer Vermietung an Dritte zuzuführen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Rat.

Rund 6.750.000 Euro soll das Projekt kosten, das EU-weit ausgeschrieben werden muss. Falls der Rat den Plänen zustimmt, wird die Verwaltung das Vergabeverfahren bereits in der kommenden Woche starten. Die Projekte Neubau Rathaus und Kesselhaus sollen aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründenmöglichst zeitgleich entwickelt werden.

Im Herbst dieses Jahres stehen die Generalplanungsbüros für die Projekte Neubau Rathaus und Kulturzentrum fest. Auch das Vergabeverfahren Projektsteuerung Kesselhaus kann im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden, sagt die Verwaltung. Der Plan ist, dass der Projektsteuerer dann sehr zeitnah die Planungsleistungen für den Umbau des Kesselhauses ausschreibt. Eine detailliertere Kostenschätzung wird vom noch auszuwählenden Projektsteuerer erstellt und mit dem Arbeitskreis Zentralisierung bzw. den zuständigen politischen Gremien abgestimmt werden. Diese enge Abstimmung soll insbesondere auch bei der Realisierung der Gastronomieflächen beibehalten werden, da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe, ob die Stadt Schwelm lediglich einen sogenannten „veredelten Rohbau“ oder aber eine vollständige Gastronomie zur Verfügung stellen werde, ist der Vorlage zu entnehmen.

Fachmann rät vom Kulturhaus ab

Und da im Rathaus das Fachwissen nicht vorhanden ist, Konzepte sowohl für die Ladenpassage im Rathaus-Neubau als auch bei der Ansiedlung der Gastronomie in Eigenregie zu entwickeln, sollen deshalb externe Beraterleistungen eingekauft werden.

Auch der Antrag der SWG/BfS-Fraktion, das Kesselhaus zum Kulturzentrum umzubauen und mit sofortiger Wirkung alle Planungen zur Errichtung eines Kulturzentrums auf dem Wilhelmplatz einzustellen, steht auf der Tagesordnung. Zwar gibt es dazu für die Politik keine Beschlussempfehlung seitens der Verwaltung. Da jedoch das Vergabeverfahren für das Gesamtprojekt unterbrochen werden müsste, hat das Rathaus schon einmal eine rechtliche Bewertung durch den begleitenden Rechtsanwalt Dr. Kersting eingeholt. Das Fazit dieser Stellungnahme: „Wir halten eine rechtmäßige Aufhebung nicht für möglich. Damit droht der Stadt Schwelm zu mindestens das Risiko, Schadenersatz auf das sogenannte negative Interesse an die am Vergabeverfahren beteiligten Bieter zahlen zu müssen. Zudem dürfte es zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen kommen, die eine Koordination der Baustellen für das Rathaus und das Kesselhaus erschweren oder gar unmöglich machen können.“

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