Wirtschaft

Sparkasse Schwelm will zurück in die Zukunft bis 2021

Die Sparkasse residiert auch aus heutiger Sicht in einem futuristischen Gebäude.

Die Sparkasse residiert auch aus heutiger Sicht in einem futuristischen Gebäude.

Foto: Hans Blossey

Schwelm.  Modern und doch ein Sanierungsfall: das Verwaltungsgebäude der Sparkasse Schwelm. Die Mitarbeiter dürfen sich auf helle Büros freuen.

Wer sich vorgenommen hat, ein altes Haus zu sanieren, ist vor Überraschungen nicht gefeit. Erst wenn ein Blick hinter die Fassaden von Wänden und Decken möglich ist, offenbar sich häufig der volle Umfang der notwendigen Sanierungsarbeiten. Das ist im Kleinen nicht anders als im Großen. Diese Erfahrung hat auch der Vorstand der Sparkasse Schwelm gemacht.

Das 1977 bezogene Verwaltungsgebäude am Bürgerplatz, mit dessen Bau 1975 begonnen wurde, soll auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. „Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, da sind Büros aus den 70-er Jahren nicht gerade reizvoll“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Lindermann im Gespräch mit dieser Zeitung.

Alle Leitungen marode

Zurzeit sind die Handwerker dabei, das dritte Obergeschoss einmal auf links zu drehen. „Wir bauen quasi zurück bis auf die Außenwände, alle Leitungen mussten entfernt werden, da sie marode waren“, beschreibt Vorstand Johannes Schulz den Umfang der Arbeiten. Dort, wo gewöhnlich Kaffee getrunken wird und die Mitarbeiter zum informellen Austausch zusammenkommen, gibt es nur noch nackte Decken und Wände. Beim Blick in die Pläne ist schon zu erkennen, wie es einmal werden wird. Großzügig, hell und freundlich sollen die Bereiche werden, die Kantine wandert von der Nord- auf die Südseite. Künftig werden die Mitarbeiter nicht mehr auf den Wilhelmplatz schauen, sondern den Bürgerplatz und die Christuskirche im Blick haben. Die Büros werden mit halbhohen Glaswänden voneinander abgeteilt. Auch das sorgt künftig für Transparenz und Helligkeit, dunkle Flure werden der Vergangenheit angehören.

Grundsanierung für drei Millionen Euro

Natürlich erfordert die drei Millionen Euro teure Grundsanierung im laufenden Betrieb den Mitarbeitern einiges ab. Sie müssen während der Bauphase zusammen rücken – auch die Veranstaltungsbereiche werden mit genutzt – und mit Dreck und Umbaulärm leben. Doch die Aussicht auf die schönen neuen Büroräume machen die Umstände erträglich.

Ziel des Vorstands ist es immer noch, dass Umbauprojekt bis zum Oktober des kommenden Jahres abschließen zu können. Dann will die Städtische Sparkasse zu Schwelm ihren 175. Geburtstag feiern und zu diesem Zeitpunkt mit einem neuen Altbau glänzen. „Wir gehen davon aus, das wir im Jubiläumsjahr fertig sind“, so Michael Lindermann.

Am genauen Bauablaufplan wird allerdings noch gefeilt, da durch die Tiefe der Sanierung zusätzliche Gewerke hinzugekommen sind. „Wir als Vorstand können das nicht koordinieren“, sagt Michael Lindermann. Seit wenigen Tagen ist deshalb zusätzlich das Planungsbüro Drees & Sommer mit im Boot. Die Projektsteuerer sollen gemeinsam mit Architekt Klaus Lange die Umsetzung des Großprojekts, in dessen Rahmen auch das zweite und das erste Obergeschoss grundsaniert werden, organisatorisch unterstützen.

Die Sparkasse und Schwelm gehören zusammen. Das wird sich auch optisch im neugestalteten Firmenkundenbereich niederschlagen, der in das erste Obergeschoss umziehen wird. Die undurchsichtigen Glaswände werden einmal Schwelmer Stadtansichten tragen, ähnlich wie im Kundenbereich im Erdgeschoss. „Jeder Firmenkundenberater kann sich ein spezielles Motiv aussuchen“, sagt Johannes Schulz.

Apropos Jubiläum: Das wird auf jeden Fall gefeiert, erste Konzepte liegen bereits vor. „Finalisieren können wir das aber erst, wenn wir genauer wissen, wie sich das mit der Corona-Pandemie verhält“, gibt der Vorstandsvorsitzende einen kleinen Ausblick auf die Zukunft.

Verwaltungsbau auch heute noch aktuell

Wenn der Umbau der Mitarbeiterbereiche abgeschlossen ist, präsentiert sich der noch heute futuristisch wirkende Sparkassenbau aus Mitte der 1970er Jahre mit modernster Technik. Gemeinsam mit der aufgefrischten Fassade (Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant), der Photovoltaik auf dem Dach, den zwei neuen Heizkesseln, der Lüftungsanlage und neuen Steuerungstechnik, der umgebauten Kundenhalle und des sanierten Veranstaltungsbereichs ist das Gebäude wieder auf dem aktuellen Stand der Technik angekommen.

Doch nicht nur das futuristische Sparkassengebäude ist auch für die kommenden Jahrzehnte damit wieder aktuell, auch von ihrer Organisation her hat die Städtische Sparkasse zu Schwelm, die im kommenden Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiern kann, ihre Hausaufgaben gemacht. Die ersten Beschlüsse dazu reichen in das Jahr 2011 zurück. Damals hatte der alte Vorstand noch unter seinem Vorsitzenden Lothar Feldmann die Beschlüsse gefasst, die letztendlich zur Aufgabe aller mit Menschen besetzten Filialen im Stadtbetrieb führten. Heute kann man von Weitsicht sprechen, sind doch Filialschließungen bei Sparkassen und Banken heute an der Tagesordnung. Vor neun Jahren war das noch anders. Nur zu gut werden sich wohl noch viele Schwelmer daran erinnern, dass die Mitteilung der Filialschließung wie eine Bombe in der Stadt einschlug.

Für den Schließungsbeschluss musste der Vorstand damals zwar Schelte einstecken, doch aus heutiger Sicht ist alles richtig gemacht worden. Das Kundenverhalten hat sich geändert, vieles wird über Internet-Banking abgedeckt und über das Stadtgebiet verteilte Geldautomaten versorgen die Kunden mit Bargeld.

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