Engagement

Spielplatz Hagener Straße in Schwelm wird Bürgerpark

„Dieser Ort ist das Zentrum der Siedlung“ (von links): Daniela Scharrmann, Wolfgang Jittler und Maike Ellinghaus vom Vorstand des Fördervereins.

„Dieser Ort ist das Zentrum der Siedlung“ (von links): Daniela Scharrmann, Wolfgang Jittler und Maike Ellinghaus vom Vorstand des Fördervereins.

Foto: Andreas Gruber

Schwelm.  Eigentlich sollte das städtische Grundstück nach dem Aus des Spielplatzes verkauft werden. Anwohner hatten da eine bessere Idee...

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Der Rasen ist frisch gemäht, die Sträucher drumherum sauber runtergeschnitten. Es tut sich was auf dem ehemaligen Spielplatz an der Hagener Straße, wo seit Monaten kein Spielgerät mehr steht. Einst wippten und kletterten die Kinder, schon bald sollen sich Menschen jeder Altersklasse hier zum Plausch und Spielen treffen. Und das Ganze hat auch schon einen Namen: Bürgerpark Hagener Straße.

Möglich macht es eine Vereinbarung zwischen Stadt und einem neuen Förderverein, der sich Mitte April gründete. Was genau geplant ist und geschehen soll, darüber informierten die frisch gewählte Vorsitzende Daniela Scharrmann, ihr Stellvertreter Wolfgang Jittler und Maike Ellinghaus, die fürs Finanzielle zuständig ist. Doch zum besseren Verständnis geht der Blick noch einmal zurück in die Vergangenheit.

Die Geschichte des Vorhabens beginnt Mitte 2016, als die Schwelmer Politik das Aus des Spielplatzes – auch aus Haushaltskonsolidierungsgründen – beschloss. Argumente, die damals angeführt wurden: Der Spielplatz würde nur noch von wenigen Kindern genutzt, viele Eltern würden mit ihren Kindern lieber zum Spielplatz im Martfeld Park gehen, die Unterhaltungskosten stünden nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen.

Abstand von Verkaufsabsicht

Nach dem Schließungs-Beschluss sollte das Grundstück eigentlich als Wohnbaufläche versilbert werden. Doch soweit kam es nicht. Stadt und Politik nahmen 2018 wieder Abstand von der Verkaufsabsicht und kamen den Anwohnern entgegen, die sich monatelang vehement für den Erhalt der Spielfläche einsetzten, weil der Bedarf ihrer Überzeugung nach viel größer sei als von den Fachleuten einst errechnet.

Der Kompromiss, auf den sich im vergangenen Jahr alle verständigten: Die Fläche wird nicht verkauft und bleibt als Perspektivfläche im städtischen Besitz. Der Spielplatz wird entwidmet und alle Spielgeräte werden abgeräumt, um die Unterhaltungskosten für die Stadt runter zu fahren. Die Anwohner wiederum sollen gucken, wie sie den Platz in Eigenregie unterhalten können. Dies ist nun geschehen.

Die Anwohner organisierten sich in den vergangenen Monaten zu einer tatkräftigen Gruppe, aus der Mitte April der Förderverein Bürgerpark Hagener Straße entstand. Sinn und Zweck des Ganzen: Den ehemaligen Spielplatz als Treffpunkt für Jung und Alt wiederzubeleben. Ob zum Plauschen, Spielen oder wofür auch immer. „Ich bin selber hier aufgewachsen, und der Spielplatz war schon immer der Ort, wo sich alle trafen“, erzählt Daniela Scharrmann, Anwohnerin und Mutter. Und Wolfgang Jittler, der zwar in der Luisenstraße wohnt, doch in seiner früheren Eigenschaft als Jugendhilfeausschussmitglied zu dem nachbarschaftlichen Engagement stieß, weiß: „Dieser Ort ist das Zentrum dieser Siedlung“. Das soll er bleiben

Ideen, wie die Fläche zu neuem Leben erweckt werden kann, hat der Förderverein zur Genüge. „Wir wollen es aber lieber etwas langsamer angehen lassen und dafür die Menschen immer mitnehmen“, sagt Jittler. Für dieses Jahr habe man sich daher „nur“ vorgenommen, Bänke aufzustellen, einen Sandkasten anzulegen und eine Spielebox aufzustellen, aus der die Kinder Spielmaterialien entnehmen können. Für die älteren Besucher ist an eine Boule-Bahn gedacht. Das wäre dann aber eher etwas fürs nächste Jahr.

Was aus Haftungsgründen für den Förderverein übrigens nicht geht: Spielgeräte wie Rutsche, Wippe und Klettergerüst aufzustellen. Das muss auch nicht sein, ist der Vorstand überzeugt. Kinder wüssten sich auch ohne gut zu beschäftigen. Um die Fläche als Spielort etwas spannender zu machen, haben Jittler und Co. zwischen den Sträuchern kleine Wege freigeschnitten.

Wofür genau der Förderverein zuständig ist und was die Stadt noch an Leistungen übernehmen wird, ist Bestandteil einer vertraglichen Vereinbarung mit der Stadt, die unterzeichnet wird, sobald man ins Vereinsregister eingetragen ist. Noch ist dies nicht der Fall.

Eine gute Gelegenheit, sich ein eigenes Bild von dem neuen Mini-Park zu machen, bietet sich Anwohnern und allen Neugierigen beim Sommerfest, zu dem der Förderverein am 7. Juli ab 10.30 Uhr in den Bürgerpark einlädt. Die Gastgeber locken mit Live-Musik, Essen und Trinken und so manchen Kinderspielen. Der Förderverein will den Tag auch nutzen, in eigener Sache zu werben. Die Mitgliedschaft im Verein ist übrigens kostenlos. „Mitgliedschaft heißt bei uns: Mitmachen“, sagt Vorsitzende Daniela Scharrmann und meint damit, beispielsweise auch mal die Heckenschere in die Hand zu nehmen.

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