Politik

Stadt erwartet Konzept für Martfeld

Seit dem Frühjahr hat kein Gast mehr im Restaurant Haus Martfeld gespeist. Seitdem sucht die Stadt Schwelm einen Nachfolger für die Pacht. Ein weiterer Interessent hat den Eingang seines Konzepts im Rathaus für diese Woche versprochen.

Seit dem Frühjahr hat kein Gast mehr im Restaurant Haus Martfeld gespeist. Seitdem sucht die Stadt Schwelm einen Nachfolger für die Pacht. Ein weiterer Interessent hat den Eingang seines Konzepts im Rathaus für diese Woche versprochen.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  In dieser Woche soll ein weiterer Interessent sein Angebot für die Pacht des Schlossrestaurants Martfeld in Schwelm abgeben.

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Der Zug um eine Pacht-Nachbesetzung für die Gastronomie von Haus Martfeld ist für das Rathaus noch nicht abgefahren. „Ein weiterer Interessent hat für diese Woche den Eingang eines Konzepts angekündigt“, so Thomas Striebeck, Leiter des Immobilienmanagements der Stadt, vor dem Liegenschaftsausschuss. Auch Ralf Schweinsberg, Beigeordneter, zeigte sich verhalten optimistisch. „Es hat Gespräche mit weiteren Interessenten gegeben.“

Pacht Martfeld-Gastronomie

Mit diesen Aussagen reagierten die Mitarbeiter der Verwaltung auf eine Berichterstattung unserer Zeitung, in der Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock zitiert wurde. Danach hatte die Stadt Schwelm ursprünglich drei Interessenten für die Pacht-Nachfolge von Till Mundorf (Fritz am Brunnen), aber leider wären nun alle drei abgesprungen.

Nicht nur aus Sicht der FDP-Fraktion standen in diesem Zusammenhang unbeantwortete Fragen im Raum. Die Bürgermeisterin hatte die Schuld, warum mögliche Pächter nicht mehr vorhanden sind, in den Reihen der Politik verortet. Eine Nachbesetzung hatte der Hauptausschuss für sich reklamiert. Nach ausgiebiger Diskussion einigte sich das Gremium auf einen Beschlussvorschlag, in dem Heinz-Jürgen Lenz (CDU) die Inhalte der Aussprache zusammenfasste. „Die Verwaltung wird beauftragt, Verhandlungen über die Verpachtung der Gastronomie von Haus Martfeld ohne Restriktionen zu führen und mit der Bezirksregierung zu sprechen, ob es Auflagen seitens der Fördergeldgeber gibt, die bei einer Neuvergabe der Pacht zu berücksichtigen sind.“ In den vergangenen Monaten wurde immer wieder darüber spekuliert, ob beispielsweise zu den Öffnungszeiten des Museums auch die Gastronomie ihre Türen aufschließen muss.

Des Weiteren will die Verwaltung sich erneut fachlichen Rat in dieser Frage einholen. Thomas Striebeck sprach von einem sehr erfahrenen Gastronomieberater aus dem Rheinland, „der das Objekt kennt“, mit dem man verschiedene Konzepte durchsprechen wolle. „Wir wollen ein Feedback einholen von jemanden, der Ahnung und einen freien Blick hat“, so der Mann des Immobilienmanagements. Auch soll eine Anzeige in einem Fachmagazin geschaltet werden, um weitere Interessenten für die Gastronomie in Schwelms guter Stube zu erreichen. Sowohl Anzeige als auch Gastronomie-Berater sollen aber erst zum Zuge kommen, so das einhellige Votum aus dem Liegenschaftsausschuss, falls das für diese Woche anvisierte neue Konzept des aus den Hut gezauberten Interessenten nicht zünden sollte.

„Schwelm ArENa“

Dreifeld-Sporthalle kontra Eventhalle – das war eine weitere Diskussion im Liegenschaftsausschuss. Die FDP-Fraktion will den Zuschuss zu der von der Stadt angemieteten neuen Sporthalle an der Milsper Straße durch eine bessere Auslastung der Räumlichkeiten vermindern. „600.000 Euro Hallenkosten für die Stadt. Wenn das der Rat vorher gewusst hätte, hätte er einen anderen Beschluss gefasst“, begründete FDP-Fraktionschef Michael Schwunk den Antrag der Liberalen. Seine Forderung: Gespräche mit dem Investor zu führen, damit die Halle für die Durchführung von Events aufgerüstet werden kann.

Ralf Schweinsberg erinnerte an den Entscheidungsprozess. „Der Rat hat 2012 ganz bewusst entschieden, aus Kostengründen eine Sporthalle und keine Eventhalle zu schaffen.“ Es gebe dort keine Tische, Stühle, Küche und auch keine Lichteffekte. „Wenn man das will, dann muss man das entscheiden und die Halle anders aufstellen“, so der Beigeordnete, der zugleich vorrechnete, welche zeitlich freien Kapazitäten für den Eventbetrieb blieben: 33 Wochen Sport- und Spielbetrieb, 7 Wochen Ferien. Bleiben aus Sicht von Schweinsberg 12 Wochen für Events.

Peter Schier (SPD) wollte wissen, was die angrenzenden Städte darüber denken, die Halle zu nutzen. Heinz-Jürgen Lenz (CDU) stelle die Frage in den Raum: „Was kann die Halle, was können wir tun?“ An das Gebäudemanagement erging der Auftrag, freie Hallenkapazitäten den Nachbarstädten anzubieten und Gespräche mit dem Eigentümer über eine Ertüchtigung der Halle zu führen, was eine Nachrüstung kosten würde und welche Auswirkungen es auf die Mietzahlungen der Stadt hätte, wenn sie eventfähig gemacht würde.

Das entsprach im Groben auch der Forderung der FDP-Fraktion, die mit ihrem Antrag die Verwaltung auffordern wollte, u.a. auch eine Neukonzeption für die Halle zu erarbeiten. Sowohl die SPD als auch die CDU wollten den Arbeitsauftrag aber nicht „priorisieren“. „Es gibt wichtigere Arbeiten für das Gebäudemanagement“, so Lenz.

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