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Stadtbücherei Schwelm plant für die Zukunft

Die Villa Xtra-Dry an der Römerstraße ist als Kulturzentrum im Gespräch. Dort könnte einmal die Musikschule und auch die Stadtbücherei ihren Platz finden, um die Baukosten für das neue Rathaus in Grenzen zu halten.Foto:Bernd Richter

Die Villa Xtra-Dry an der Römerstraße ist als Kulturzentrum im Gespräch. Dort könnte einmal die Musikschule und auch die Stadtbücherei ihren Platz finden, um die Baukosten für das neue Rathaus in Grenzen zu halten.Foto:Bernd Richter

Schwelm.   Nicht nur das alte Rathaus zieht in einen Neubau, auch die Stadtbibliothek muss umziehen. Im Gespräch ist die Villa Xtra-Dry auf dem Wilhelmplatz.

Spannende Jahre liegen vor der Stadtbücherei. Das wurde beim Bericht der Bücherei-Leiterin Kornelia Wilberg vor dem Kulturausschuss deutlich.

Drei Mitarbeiter haben das 60. Lebensjahr erreicht, innerhalb der nächsten Jahre wird ein Großteil des Teams sich in den Ruhestand verabschieden und durch neue Kräfte ersetzt werden müssen. Aber auch die Baupläne für das neue Rathaus auf dem Brauereigelände und das Gedankenspiel um den Bau eines eigenständigen Kulturhauses im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Städtischen Krankenhauses auf dem Wilhelmplatz, in dem bisher die Villa Xtra-Dry zu finden ist, heizen die aktuellen Diskussionen an.

Stattliche Bilanz

Das Raumkonzept für den Rathaus-Neubau liegt in seiner Rohfassung vor, der Arbeitskreis Zentralisierung wird nichtöffentlich am kommenden Dienstag, 6. März, darüber diskutieren. Die öffentliche Diskussion mit Weichenstellung dafür, auch wie die neue Mitte Schwelm samt Fußgängerzone, Neumarkt und Umgebung einmal aussehen könnte, soll am Donnerstag, 22. März, öffentlich im Rat der Stadt Schwelm erfolgen. „Wir wollen Pläne für die Stadtbücherei erst entwickeln, wenn wir wissen, wo wir hinkommen“, sagt Andreas Tolksdorf, zuständiger Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Sport.

„Es wird immer mehr. Das Angebot wächst. Wir haben eine starke Zunahme an Menschen mit Migrationshintergrund“, fasst Kornelia Wilberg die künftigen Aufgaben ihres Teams in knappe Sätze. Arbeit für die Mitarbeiter gibt es in Hülle und Fülle. 40 425 Medien hat die Bücherei 2017 verliehen, 148 Leser neu aufgenommen, telefonische sowie persönliche Beratungen und Recherchen durchgeführt, Medien vorgemerkt, Fristen verlängert und Gebühren erhoben. Für Schulen und Kindergärten wurden Medien thematisch zusammengestellt. 35 750 Medien wurden präsentiert, die Daten und Ausleihen von 1523 Nutzern wurden verwaltet, 25 080 Menschen kamen in die Bücherei – zum Lesen oder um Ausleihen beziehungsweise Rückgaben zu tätigen.

Dazu besorgt das Schwelmer Team auch Bücher, die sich in den Beständen der Stadtbüchereien in Sprockhövel und Ennepetal befinden. „Wir können auch Bücher aus Universitätsbibliotheken für Facharbeiten besorgen“, ergänzt Kornelia Wilberg. Darüber hinaus hat die Schwelmer Bücherei noch 74 Veranstaltungen (unter anderem Klassenführungen, Vorlesewettbewerb, Sommer-Lese-Club) mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und dem Förderverein der Stadtbücherei durchgeführt.

„Die Aufgaben werden vielfältiger bei gleichbleibenden Ressourcen“, stellt Kornelia Wilberg fest und spricht von einem Spannungsfeld zwischen moderner Bücherei mit vielen, vielen Angeboten, der wirtschaftlichen Aufgabenerledigung und der Balance zwischen Kundenservice, bibliothekarischen Facharbeiten und Verwaltung. Und dabei müssen die Bücher alle hübsch aussehen. „Die Leute sollen nicht den Eindruck haben, dass wir alte Bücher sammeln.“

Bücherei-Chefin Wilberg fasst den Ausblick in die Zukunft zusammen: „Um die Stadtbücherei zukunftsfähig aufzustellen, bedarf es funktionaler Räume, zeitgemäßer Technik (zum Beispiel Selbstverbuchung), eines stimmigen Profils (Kundenorientierung, Personalstruktur, Erweiterung digitaler Medien, ...) – eingebunden in ein Bibliothekskonzept für die Zukunft.“

Bei der Kulturausschuss-Vorsitzenden Dr. Frauke Hortolani fiel die Botschaft jedenfalls auf fruchtbaren Boden. „Wir wollen das Bestehende erhalten und in die Neuzeit überführen“, sprach die Sozialdemokratin und erinnerte daran, das im Zuge der Spardiskussionen für den städtischen Haushalt in den vergangenen Jahren die Bücherei als „freiwillige Leistung der Kommune“ nicht immer unumstritten war.

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