Ruhrverband

Staumauer der Ennepetalsperre saniert

Blick von der Sperrmauer auf das sanierte Tosbecken. Dort trifft das Wasser auf, das zur Entlastung bei Hochwasser überläuft. Damit das Becken nicht ausgespült wird, hat es einen gepflasterten Pralldamm.

Foto: Hartmut Breyer

Blick von der Sperrmauer auf das sanierte Tosbecken. Dort trifft das Wasser auf, das zur Entlastung bei Hochwasser überläuft. Damit das Becken nicht ausgespült wird, hat es einen gepflasterten Pralldamm. Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Der Ruhrverband hat an der fast 115 Jahre alten Staumauer der Ennepetalsperre einen Pfeiler und das so genannte Tosbecken saniert.

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Weit mehr als 100 Jahre hat die Ennepetalsperre bereits auf dem Buckel. Daher sind an der altehrwürdigen Staumauer immer wieder Instandsetzungsarbeiten erforderlich. In diesem Herbst sanierte der Ruhrverband als Betreiber der an der Stadtgrenze zu Ennepetal auf Breckerfelder Stadtgebiet gelegenen Talsperre einen Pfeiler der Hochwasserentlastung.

An dem Pfeiler seien Risse im Verblendmauerwerk festgestellt worden, erklärte Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbands. Diese hätten zwar „keine statische Relevanz“ gehabt, für einen dauerhaft sicheren Betrieb der Talsperre aber dennoch beseitigt werden müssen. „Dazu wurde der Pfeiler zunächst mit einem an der Staumauerkrone hängenden Gerüst vollständig eingerüstet“, sagt Rüdel.

„Danach wurden alle Fugen des Bruchsteinmauerwerks ausgestemmt und gerissene Steine entweder ersetzt oder mithilfe von Ankern wieder im Mauerwerk fixiert.“ Anschließend sei der komplette Pfeiler neu verfugt worden und präsentiere sich nun wieder in markanter Bruchsteinoptik.

Arbeiten dauerten vier Monate

„Saniert werden musste außerdem das so genannte Tosbecken der Hochwasserentlastung, das sich am Fuß der Ennepestaumauer befindet“, berichtet Markus Rüdel weiter. Dieses Becken diene dazu, die ungeheure Energie der Wassermengen zu brechen, die im Falle eines entsprechend großen Hochwassers über die Hochwasserentlastung der Talsperre abgeführt werden. Um ein gefährliches Ausspülen des Untergrunds zu verhindern, verfüge das Tosbecken der Ennepetalsperre über einen gepflasterten Pralldamm. „Die Pflasterung des Damms war mittlerweile so stark mit Pflanzen bewachsen, dass die Wurzeln die Fugen durchdrungen und bereits einzelne Pflastersteine gelockert hatten“, berichtet Rüdel. „Daher wurden alle Fugen ausgestemmt, alle Pflanzen einschließlich Wurzeln beseitigt und die Fugen wieder im Trockenspritzverfahren geschlossen.“

Insgesamt dauerten die Instandhaltungsarbeiten an der Ennepetalsperre vier Monate.

Die Staumauern der Talsperren des Ruhrverbands sind allesamt 100 Jahre alt oder sogar noch älter. Die Bauwerke aus Bruchstein bedürfen daher ständiger Pflege- und Instandhaltungsarbeiten. Die Bruchsteinmauer der Ennepetalsperre wurde in den Jahren 1902 bis 1904 nach Entwürfen von Prof. Otto Intze erbaut. Sie hat eine Höhe von etwa 51 Metern bei einer Kronenlänge von 320 Metern und einer Kronenbreite von 4,5 Metern. Die Staumauer war bereits 1909 bis 1912 um etwa zehn Meter erhöht worden.

Sie wurde 1997 mit großem technischen Aufwand grundlegend instandgesetzt und ein Kontrollgang eingebaut. Seitdem ist die Sperrmauer für den zuvor erlaubten Straßenverkehr gesperrt.

INFO:

Der Ruhrverband betreibt neben der Ennepesperre sieben weitere Talsperren (Gesamtvolumen 463 Millionen Kubikmeter): Bigge- und Sorpesee, Möhne-, Henne-, Verse- und Fürwiggetalsperre, Ahauser Stausee. Sie dienen der Wasserversorgung von 4,6 Millionen Menschen.

Die etwa 12,6 Millionen Kubikmeter fassende Ennepetalsperre wird von der AVU zur Trinkwassergewinnung genutzt. Mit dem im benachbarten Wasserwerk am Rohland aufbereiten Wasser werden der größte Teil von Ennepetal sowie Breckerfeld, Gevelsberg, Schwelm, Sprockhövel und Wetter versorgt.

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