Polizeiwache

Streit um Gevelsberger Polizeiwache eskaliert

Bedeutet ein Streifenwagen auf der Straße mehr Sicherheit oder der Erhalt der Polizeiwache in Gevelsberg? Über diese Frage herrscht dicke Luft zwischen dem Gevelsberger Bürgermeister und dem Landrat – beide mit SPD-Parteibuch.

Foto: Stefan Scherer

Bedeutet ein Streifenwagen auf der Straße mehr Sicherheit oder der Erhalt der Polizeiwache in Gevelsberg? Über diese Frage herrscht dicke Luft zwischen dem Gevelsberger Bürgermeister und dem Landrat – beide mit SPD-Parteibuch. Foto: Stefan Scherer

Gevelsberg/Schwelm.   Im Streit um den Erhalt der Wache verschärft sich der Ton zwischen den SPD-Parteifreunden Bürgermeister Claus Jacobi und Landrat Olaf Schade.

Jetzt kracht es richtig im Streit um die Schließung der Polizeiwache in Gevelsberg. Nachdem Bürgermeister Claus Jacobi einige Pfeile in Richtung seines SPD-Parteifreunds, Landrat Olaf Schade, geschossen hatte, reagierte der im Kreisausschuss extrem gereizt, bekam Rückendeckung aus allen Fraktionen. Einen Tag später brachte Jacobi eine Resolution unter dem Titel „Finger weg von der Polizeiwache Gevelsberg“ in den städtischen Hauptausschuss die alle Fraktionen unterstützen wollen.

Die Kreisverwaltung plant, am Strückerberg in Ennepetal ein zentrales Gefahrenabwehrzentrum für den EN-Kreis zu bauen. Neben der Leitstelle sollen dort das Rettungsdienstzentrum, die Kreisfeuerwehrzentrale und die beiden Polizeiwachen am Büttenberg in Ennepetal sowie in der Gevelsberger Innenstadt integriert werden. Claus Jacobi sah sich übergangen: „Der Landrat ist im Wahlkampf oft in Gevelsberg gewesen. In unserer Stadt hat er einen so großen Stimmenanteil wie in keiner anderen bekommen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Olaf Schade sein Versprechen der Bürgernähe einlösen muss.“

Der Landrat schäumte: „Die Vorstellung, ich wäre den Gevelsbergern in besonderer Weise verpflichtet, ärgert mich massiv. Ich habe den ganze Kreis im Blick und wertschätze jede Stadt gleich“, sagte Olaf Schade. Ein Streifenwagen mehr im Südkreis auf der Straße stehe aus seiner Sicht für mehr subjektive Sicherheit als die Gevelsberger Wache. Er werde seine Entscheidung ausschließlich danach ausrichten, was für den Kreis, die Kreispolizeibehörde und deren Zukunftssicherung am Besten sei und das sei die Zentralisierung.

Landrat informiert Öffentlichkeit

„Ich glaube, das ist entscheidungsreif“, erteilte er bereits vor der Resolution der Forderung aus Gevelsberg, die Abstimmung über den Grundstückskauf auszusetzen, eine Absage. Am heutigen Donnerstag will der Landrat die Öffentlichkeit im Detail über die Pläne, die Beweggründe und die Auswirkungen der Zentralisierung informieren.

INFOBOX

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hält für acht Städte vier Wachen vor.

Die Wache in Ennepetal ist für Ennepetal und Schwelm zuständig.

Die Wache in Hattingen bedient Hattingen und Sprockhövel.

Der Standort in Wetter verantwortet die Stadtgebiete von Wetter und Herdecke.

Die Wache Gevelsberg ist ausschließlich für Gevelsberg zuständig.

Witten ist der Bochumer Polizei angegliedert.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik