Geschäftswelt

Süße Sachen ab Dezember in der Schwelmer Kirchstraße

Noch eine Baustelle, aber bereits im Dezember soll die Chocolaterie von Marie Rohleder im Neubau in der Kirchstraße ihre Türen öffnen.

Noch eine Baustelle, aber bereits im Dezember soll die Chocolaterie von Marie Rohleder im Neubau in der Kirchstraße ihre Türen öffnen.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Die Chocolaterie von Marie Rohleder wird nach einjähriger Verzögerung öffnen und auch über ein Café samt Außengastronomie verfügen.

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Chocolaterie in der Kirchstraße kommt. Doch der Weg bis zur Eröffnung war steiniger, als Bauherrin Marie Rohleder und ihr Ehemann Stephan sich erträumt hatten. Deshalb verzögerte sich auch die Eröffnung um gut ein Jahr.

Sanierung unkalkulierbar

Der Zeitplan steht. Marie Rohleder nennt als Richtschnur den 3. Dezember 2017. „Dann gibt’s für jeden Besucher etwas zum Probieren“, verspricht die Unternehmerin aus Schwelm. Wer dieser Tage an der Baustelle an der Kirchstraße 12 vorbeischlendert, sieht noch auf einen Rohbau ohne Dach. Doch Architekt Lars Wehnau ist zuversichtlich, dass Ende August das Dach gerichtet sein wird. Die größten Hürden hat das Projekt bewältigt. Und an Herausforderungen hat es bei diesem Bauvorhaben wahrlich nicht gemangelt.

Wehnau ist froh, dass er vom ursprünglichen Plan, das alte Fachwerkgebäude von Grund auf zu sanieren, erfolgreich abgeraten hat. Erst beim Abbruch habe sich der wirklich desolate Zustand des Gebäudes, das vermutlich aus dem Jahr 1889 stammt, offenbart. An verwertbarer Altsubstanz sei wenig übrig geblieben, das Kostenrisiko entsprechend unkalkulierbar. Die zweite Hürde waren die erforderlichen Genehmigungen. Das Fachwerkhaus war das einzige Gebäude in der Kirchstraße ohne Denkmalschutz, eine Nutzungsänderung sei auch wegen des Brandschutzes nicht unproblematisch gewesen. Die nach dem Abriss entstandene Baulücke wurde vom Fachmann bis auf den letzten Millimeter ausgereizt. „Eine sportliche Herausforderung für jeden Architekten und natürlich auch für die Handwerker. Wir haben gut 95 Prozent des Grundstücks bebaut“, sagt Lars Wehnau. Auf einen Keller wurde trotz der Enge letztendlich aber aus Kostengründen verzichtet. „Die Nachbarhäuser hätten abgestützt werden müssen“, so der Architekt.

Die dritte Hürde war die räumliche Enge der Baustelle, eingepfercht zur Rechten und zur Linken durch die vorhandene Bebauung und begrenzt von der Kirchstraße. Eine logistische Meisterleistung von Planern, Bauunternehmung und Handwerkern, die in Anbetracht des benötigten Materials „just in time“ die Baustelle beliefern mussten. Besonders enge zeitliche Absprachen mussten getroffen und natürlich auch eingehalten werden. Der Dank der Bauherrin gilt deshalb auch den Nachbarn, die trotz der Beeinträchtigungen durch die Arbeiten überwiegend Verständnis aufgebracht haben.

Wenn alles einmal fertig ist, soll sich das Gebäude in das historische Umfeld einfügen. Fassade und Fenster nehmen die umliegende Bebauung auf, und doch ist der Neubau als das, was er schließlich ist, später zu erkennen – eben als Neubau. „Es wird hier definitiv schöner, als es vorher war“, sagt Marie Rohleder. Freuen dürfen sich die Schwelmer schon einmal auf eine Bereicherung der Einzelhandelslandschaft in der Kreisstadt. „Das Konzept ist Einzelhandel, gepaart mit Café“, erklärt die Bauherrin ihre Idee. Sowohl innen als auch im Außenbereich dürfen die Schwelmer künftig die süßen Köstlichkeiten aus dem Haus Kirchstraße 12 bei einer Tasse Kaffee konsumieren. Innen werden es ca. 24 Plätze, in der Außengastronomie noch einmal 12 bis 16 Plätze sein.

Torten können die Schwelmer übrigens schon jetzt bestellen. Dafür hat sich Marie Rohleder die Dienste einer Konditormeisterin gesichert. Gemeinsam mit einer festen Mitarbeiterin und ein bis zwei Aushilfen (Interessenten können sich noch per E-Mail bewerben unter kontakt@marie-chocolaterie.com) will Marie Rohleder den Laden betreiben.

Wohnen im Zentrum

Der Baufortschritt freut auch Tochter Lisa. Denn sie wird einmal in eine der beiden Wohnungen, die über dem Geschäft ihrer Entstehung entgegenblicken, einziehen. Der Wohnraum ist übrigens begehrt. „Ich habe jetzt schon Anfragen von Menschen, die gerne mieten wollen“, sagt Marie Rohleder, die sich allerdings mit der Mieterauswahl noch etwas Zeit lassen möchte. Zentraler in der Innenstadt von Schwelm wohnen geht nicht.

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