Politik

Testbetrieb wird an Saarstraße in Schwelm wieder Dauerlösung

Vom Probebetrieb zur Dauerlösung: der Verkehr darf auch weiterhin aus der Innenstadt in Richtung Talstraße fahren. Die versuchsweise Öffnung der Diagonalsperre hat sich laut Stadtverwaltung bewährt.

Vom Probebetrieb zur Dauerlösung: der Verkehr darf auch weiterhin aus der Innenstadt in Richtung Talstraße fahren. Die versuchsweise Öffnung der Diagonalsperre hat sich laut Stadtverwaltung bewährt.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Auf Dauer wieder freie Fahrt aus der Blücherstraße. Poller werden in Richtung Talstraße nicht erneut aufgestellt

Die anfängliche Skepsis in der Stadtverwaltung, die Diagonalsperre an der unteren Blücherstraße zur Saarstraße hin wieder für den Verkehr in Richtung Talstraße/B483 zu öffnen, ist gewichen. Der Verkehr darf auch nach Auslaufen des in der Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS) am 4. Juni 2018 beschlossen Probebetriebs (1. August 2018 bis 31. März 2019) weiterhin aus der Blücherstraße in Richtung Saarstraße abfließen. Die Saarstraße bleibt abbiegende Vorfahrtsstraße, so dass der aus der Blücherstraße kommende Verkehr gegenüber dem Verkehr aus der Saarstraße wartepflichtig ist. Einfahrten aus der Saarstraße und von der Talstraße in die Blücherstraße hin zur Graslake bleiben weiterhin verboten.

Erneut Thema im AUS am 14. Mai

„In der Sitzung des AUS vom 26.03. haben wir sinngemäß mitgeteilt, dass nach den bisherigen Erörterungen mit der Kreispolizeibehörde die probeweise Öffnung der ,Diagonalsperre’ in der Blücherstraße nicht zu Problemen oder Auffälligkeiten geführt hat. Im Hinblick auf die vermutliche dreijährige Sperrung der Dieselstraße könnten sogar positive Effekte eintreten“, beantwortete Fachbereichsleiter Winfried Guthier eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung zum von der Politik auf Antrag der SPD-Fraktion mehrheitlich beschlossenen Probebetrieb. Die Verwaltung werde daher nach jetzigem Sach- und Kenntnisstand in der nächsten Sitzung des AUS (14. Mai; die Red.) eine dauerhafte Öffnung der Blücherstraße vorschlagen.

Damit rücken die Verkehrsexperten von Stadt, den Technischen Betrieben Schwelm, der Polizei und der Feuerwehr von ihrer ursprünglich öffentlich geäußerten Einschätzung der Verkehrssituation an diesem Verkehrsknotenpunkt wieder ab. In der Berichtsvorlage der Verwaltung Nr. 118/2018 vom 29. August 2018 hatten die Behördenvertreter noch „erhebliche Bedenken zur Verkehrssicherheit in Folge der Öffnung insofern geäußert, als die Umsetzung des Beschlusses zur faktischen Einrichtung einer unechten Einbahnstraße führt“. Der Begegnungsverkehr, insbesondere mit Lkw, führe zu gefahrenträchtigen Situationen, wenn keine Ausweichräume vorhanden sind. In diesem Zusammenhang wurde ein wechselseitiges Haltverbot erörtert. Auf Grund der probeweisen Öffnung wurde das wechselseitige Haltverbot aus Kostengründen verworfen und das jetzt eingerichtete Haltverbot einvernehmlich abgestimmt, wie es weiter in der Vorlage heißt.

Die Saarstraße war seit Ende 2009 faktisch eine Sackgasse; lediglich Pkw konnten in den vergangenen Jahren seit Metro-Öffnung den Bereich über die Jesinghauser Straße durch die Bahnunterführung verlassen.

Mit die halbseitige Öffnung der Blücherstraße war die Mehrheit der Anlieger der Blücherstraße einverstanden. Nicht so mit dem Wegfall eines Parkstreifens. „Vom Aufstellen von Halteverbotsschildern war nie die Rede“, hatte sich im August 2018 Anlieger Joachim Neveling gegenüber unserer Zeitung beschwert (wir berichteten) und die Wiedereinführung des althergebrachten Parkkonzepts an der Blücherstraße zwischen Talstraße und Graslake gefordert. Auf der östlichen Seite war 2009 ein Parkstreifen ausgeschildert worden.

Kommentar: Wer nicht kämpft, hat verloren

Der Versuchsbetrieb an der unteren Blücherstraße soll zur Dauerlösung werden. Für die motorisierten Bürger der Stadt ist das eine gute Nachricht und das gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen entlastet der halbseitige Abbau der Diagonalsperre die anderen Verkehrsknotenpunkte im Stadtgebiet und erleichtert somit dem Verkehr, aus Schwelm in Richtung Wuppertal abzufließen. Zum anderen zeigt der Fall aber auch, und das sehe ich noch als viel entscheidender an, dass Behörden bei guten Argumenten auch bereit sind, ihre einmal geäußerte Meinung zu revidieren und getroffene Entscheidungen entsprechend zu ändern. Das stärkt meinen Glauben an Verwaltung.

Für die Anlieger der Blücherstraße ergibt sich darüber hinaus noch eine zweite Chance, den Fokus der Politik auf die dortige Parkplatz-Regelung zu lenken. Aktuell darf nur noch auf einer Seite geparkt werden. Das hatte vor Monaten bei den Anliegern für Verdruss gesorgt. Wenn ihnen an einer Änderung dieser Parkregelung noch gelegen ist, sollten Sie diese zweite sich bietende Möglichkeit ergreifen und mit der Politik im Vorfeld der Ausschusssitzung am 14. Mai noch einmal sprechen. Das kann auch über das Rathaus und die Fraktionspost geschehen. Wer nicht um seine Sache kämpft, hat schon verloren.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben