Kluterthöhle

Tief in die Ennpetaler Höhlenwelt eintauchen

Von der Kluterthöhle aus kommen die Besucher am Sonntag auch in die Bismarckhöhle, die Russenhöhle und den Russenbunker.

Foto: Privat

Von der Kluterthöhle aus kommen die Besucher am Sonntag auch in die Bismarckhöhle, die Russenhöhle und den Russenbunker.

Ennepetal.   Am Tag des Geotops gibt es die ganz seltene Möglichkeit, von der Kluterthöhle aus weitere Gänge zu betreten. Deutschlands drittes Naturmonument

Ennepetal ist die höhlenreichste Stadt Deutschlands und von den zahlreichen Höhlensystemen ist die Kluterthöhle wohl die mit Abstand bekannteste. Sie gilt als das am besten erhaltene devonische Korallenriff Europas und wurde erst zu Jahresbeginn von Tourismus NRW mit dem Innovationspreis Kultur ausgezeichnet. Derzeit ist davon auszugehen, dass das Ennepetaler Kluterthöhlen-System Deutschlands drittes Nationales Naturmonument wird.

Größtes Korallenriff Europas

Die Höhle als absolutes Alleinstellungsmerkmal der Stadt rückt immer mehr in den Fokus und soll touristisch noch deutlich besser vermarktet werden. Etwas ganz Besonderes wird den Gästen am Tag des Geotops, Sonntag, 16. September, geboten. Neben den stets geöffneten Gängen dürfen sie an diesem Tag weitere Gänge des Kluterthöhlen-Systems besuchen, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleiben. So bietet die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG zusammen mit dem Arbeitskreis Kluterthöhle die äußerst seltene Gelegenheit, Bismarckhöhle, Russenhöhle und Russenbunker zu befahren. Zudem gibt es öffentliche Führungen durch das Infozentrum des Geoparks Ruhrgebiet, das sich neben der Touristen-Information im Haus Ennepetal befindet.

Einen ersten Eindruck von der Kluterthöhle erhält man bei der Führung „Erste Einfahrt“, die jeweils um 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr stattfindet.

Deutschlandweit einmalig erkunden die Besucher ein ehemaliges Korallenriff mit Versteinerungen von Schwämmen, Muscheln und Korallen. Während einer etwa 45-minütigen Führung erfahren sie allerhand über die Entstehung der Höhle und deren Nutzung seit ihrer Entdeckung vor vielen Jahren. Der Rundweg ist etwa einen Kilometer lang. Erwachsene (ab 16 Jahre) zahlen sechs Euro pro Person, Kinder (4 bis 15 Jahre) vier Euro pro Person.

Neu installierte Lichtshow

Am Tag des Geotops findet zudem die Führung „Fossilienreise“ um 12.30 Uhr statt. Hier erkunden die Besucher den tiefsten Punkt der Höhle und lauschen dem Rauschen des Tiefenbachs. Höhepunkt der Führung: Inmitten des bizarren und atemberaubend schönen Korallenriffs finden sich die Vorfahren des lebenden Fossils „Nautilus“ (Perlboot) sowie viele andere Lebewesen. Zudem gibt es eine neu installierte Lichtshow mit musikalischer Untermalung im Bereich des gewaltigen Tiefenbachgangs. Erwachsene (ab 16 Jahre) zahlen zehn Euro pro Person, Kinder (4 bis 15 Jahre) acht Euro pro Person.

Im Klutertberg in Ennepetal befindet sich nicht nur die gleichnamige Schau- und Riesenhöhle. In westlicher Richtung reihen sich, wie an der Perlenschnur gezogen, etliche weitere Höhlen aneinander, die zukünftig auch Teil des Nationalen Naturmonuments werden sollen und ebenso wie die Kluterthöhle während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker genutzt wurden. Reste von Einbauten erinnern noch heute an diese Zeit.

Die Entdeckung dieser Höhlen begann mit dem Bau der Talbahnlinie in den 1880er Jahren, als die mehr als 1300 Meter lange Bismarckhöhle angeschnitten wurde. An den Wänden befinden sich, wie auch in der Kluterthöhle, Strukturen von Korallen und Stromatoporen. Weiter westlich liegen zwei Mittelhöhlen – der Russenbunker und die Russenhöhle.

Die etwa drei- bis vierstündige Höhlentour beginnt mit Erläuterungen im Infozentrum des Geoparks Ruhrgebiet. „Bei dieser Route muss geklettert oder auf dem Bauch liegend gekrochen werden“, teilt Lena Siegel, Pressesprecherin der Kluterthöhle und Freizeit GmbH mit. Ein Helm ist daher zwingend erforderlich. Alte Kleidung und festes Schuhwerk werden ebenfalls empfohlen. Eine funktionierende Taschen- oder Kopflampe sollten die Teilnehmer mitbringen. Diese kann zur Not aber auch an der Höhlenkasse gekauft werden. Die Führung (ab 16 Jahre) kostet 20 Euro pro Person. Eine Anmeldung ist unter 02333/988011 erforderlich.

Anmeldung ist erforderlich

Das Geopark-Zentrum mit dem Schwerpunkt „Höhle und Karst“ liegt in unmittelbarer Nähe zur Kluterthöhle. Hier sind unter anderem zahlreiche Fossilien zur Geologie der Umgebung ausgestellt. Am Tag des Geotops werden stündlich von 10.30 bis 15.30 Uhr sowie um 12 Uhr kostenlose, öffentliche Erläuterungen zu den Exponaten gegeben. Im Anschluss ist die Teilnahme an einer kostenpflichtigen Ersten Einfahrt oder Fossilienreise in der Kluterthöhle möglich.

INFOBOX

Der Höhlenvorplatz wird in naher Zukunft ein vollkommen neues Gesicht bekommen.

Die Maßnahme wird etwa 150 000 Euro kosten.

Nach Vorstellungen der Stadtverwaltung sollen die Arbeiten im kommenden Jahr starten.

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