Familie

Tipps und Austausch rund ums Baby im Haus Ennepetal

Stillberaterin Ricarda Bianco (Vierte von rechts) im Kreise der Mütter und Väter, die am Samstag das Stillcafé besuchten.

Stillberaterin Ricarda Bianco (Vierte von rechts) im Kreise der Mütter und Väter, die am Samstag das Stillcafé besuchten.

Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.   Das im Februar ins Leben gerufene Stillcafé erfreut sich so großer Beleibtheit, dass es von der Bär-Bar ins Mehrgenerationenhaus umgezogen ist

Die Erwachsenen wedeln sich bei der Hitze Luft zu. Lilly-Marie (vier Wochen), Hendrik (fünf Monate), Lias (acht Wochen), Paul (sieben Monate), Janosch (vier Monate) und Rosalie, mit drei Wochen die Jüngste, sehen das lockerer: Sie schlummern friedlich, gucken neugierig in die Weltgeschichte oder räkeln sich auf den ausgelegten bunten Matten. „Ich bin happy, dass wir nun im Mehrgenerationenhaus sind“, sagt Stillbegleiterin Ricarda Bianco, Leiterin des seit Februar stattfindenden Stillcafés, das am vergangenen Samstag von der Bär-Bar des Kinderschutzbundes ins MGH wechselte. Das hervorragend angenommene Angebot, bei dem sich werdende Eltern und Eltern mit Kindern kennenlernen und austauschen können, benötigte größere Räumlichkeiten.

Mehr als reine Nahrungsaufnahme

So werden auch künftig alle Fragen rund um das Thema Stillen, Beikost, Bedürfnisse von Neugeborenen und vieles mehr von der zertifizierten Stillbegleiterin und Schlafberaterin Ricarda Bianco beantwortet, wobei auch Väter herzlich willkommen seien. Durchschnittlich würden zehn Mütter und ein Vater mit ihren Babys kommen. Auch Schwangere nutzen gerne das Angebot nutzen. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Väter und auch Großeltern den Weg zu uns finden“, sagte Ricarda Bianco. Da die Tore des Stillcafés erstmals am Samstag im MGH geöffnet waren, war mit Birgit Packlidat auch eine Mitarbeiterin des Städtischen Familienzentrums gekommen.

Eine Anlaufstelle zu haben und Erfahrungen in gemütlicher Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee auszutauschen, war und bleibt das Ziel des Stillcafés. Stillen, so die Stillbegleiterin, sei mehr als reine Nahrungsaufnahme. „Es ist ein wunderbares Erlebnis, bei dem das Baby die Nähe der Mutter genießt, fühlt, riecht und schmeckt.“ Die meisten Kinder seien glücklich, wenn sie an der Brust liegen, weiß Ricarda Bianco. Wichtig sei Gelassenheit, keinen Stress aufkommen zu lassen. „Stress blockiert die Milchproduktion“, erklärt die Stillberaterin.

Auch Schwangere willkommen

Vorrangig würden sich stillende Mütter von dem Stillcafé angesprochen fühlen. Aber: Der Erfahrungsaustausch stehe hoch im Kurs und so werde das Stillcafé als Treffpunkt rund ums Baby, zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen, gern besucht. Aber auch nicht stillende Mütter, die die Flasche geben, seien im Stillcafé natürlich stets willkommen, denn es gehe um die verschiedensten Bedürfnisse von Babys, betont Ricarda Bianco, selbst Mutter eines vierjährigen Sohnes, steht mit Rat und Tat zur Seite. Sie nimmt sich Zeit für Fragen und Sorgen und gibt wertvolle Tipps. So sollte, wenn man die Flasche reiche, diese nach dem Vorbild des Stillens, also wechselseitig, gegeben werden. „Auch sollten die Mütter wegen des Hautkontaktes möglichst nackt sein, wenn sie die Flasche geben“, sagte Ricarda Bianco.

Schwangere können im Stillcafé einen ersten Einblick ins Stillen bekommen. Der Kontakt zu anderen Müttern in gemütlicher Atmosphäre tue einfach gut. Mütter können sich über ihre Erfahrungen beim Stillen austauschen, sich gegenseitig unterstützen. Auch Vorträge und Seminare werde es geben, die auf die Bedürfnisse der Mütter und Väter ausgerichtet sind, erklärte Ricarda Bianco.

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