Holthauser Talstraße

Tödlicher Unfall in Ennepetal: Freie Wähler für Tempolimit

Eine 65-Jährige starb bei diesem Unfall auf der Holthauser Talstraße. Nun fordern die Freien Wähler aus Ennepetal dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h.

Eine 65-Jährige starb bei diesem Unfall auf der Holthauser Talstraße. Nun fordern die Freien Wähler aus Ennepetal dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Nach dem tödlichen Unfall auf der Holthauser Straße in Ennepetal gibt es eine Reaktion aus der Politik: Die Freien Wähler fordern ein Tempolimit.

Frontal kracht der goldfarbene Seat in den VW Tiguan. Die 65-jährige Gevelsbergerin, die in dem Volkswagen auf dem Beifahrersitz unterwegs war, hat keine Überlebenschance, sie erliegt ihren schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle. Ihr Ehemann und der 23-jährige Unfallverursacher kommen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Mittlerweile ist klar: Beide werden diesen Unfall überleben. Dieses erneute schreckliche Ereignis hat nun auch die Politik aus der Stadt Ennepetal auf den Plan gerufen.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 70 Stundenkilometer auf der Holthauser Talstraße fordern aktuell die Freien Wähler Ennepetal (FWE) und haben einen entsprechenden Antrag an Bürgermeisterin Imke Heymann auf den Weg gebracht.

Tückische Kurve

Dieser Antrag auf einen Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 km/h, so der Wunsch der FWE-Fraktion im Rat der Stadt Ennepetal, soll im nächsten Hauptausschuss oder in der nächsten Ratssitzung zur Beratung vorgelegt werden. Darin fordern die Männer und Frauen um Fraktionsvorsitzenden Rolf Hüttebräuker, dass die Holthauser Talstraße im gesamten Verlauf zwischen B483 und Heilenbecker Straße in beide Fahrtrichtungen mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h belegt wird. „Sollte dies nicht möglich sein, sollte maximal Tempo 70 zumindest in den im Straßenverlauf befindlichen Kurvenbereichen erlaubt werden“, heißt es in dem FWE-Antrag.

Als Begründung führen die FWE in ihrem von Ryszard Chodak unterzeichneten Antragsschreiben an: „In der Vergangenheit ist es von der B 483 kommend insbesondere in der letzten Rechtskurve vor Einmündung Heilenbecker Straße zu Unfällen mit Personenschaden gekommen, der letzte Unfall im August 2020 sogar mit einem Todesopfer aus einem bergwärts fahrenden Wagen. Dieser Bereich kann heute mit 100 km/h durchfahren werden. Meist ist die Geschwindigkeit jedoch höher. Die genannte Kurve hat talwärts fahrend ihre Tücke, da der Radius immer enger wird und Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit nicht mehr in ihrer Fahrspur zu halten sind.“

Korrekter Weise muss dazu gesagt werden, dass dieser Unfall nicht im August, sondern am Sonntag, 13. September stattgefunden hat. Zudem haben die Ermittler noch keine konkrete Unfallursache ermittelt. Klar ist lediglich: Der 23-Jährige ist talabwärts in einer Rechtskurve in den Gegenverkehr geraten. Dies könnte die These, dass er mit einer nicht dem Straßenverlauf angepassten Geschwindigkeit unterwegs war oder sogar schneller als die erlaubten 100 km/h gefahren ist, stützen.

Warten auf Blutergebnisse

Doch hier mahnt die Kreispolizeibehörde in Form von Pressesprecherin Sonja Wever: „Wir ermitteln noch in alle Richtungen. Und bisher haben unsere Gutachter herausgefunden, dass dieses Unfallbild auch möglich ist, wenn niemand schneller als erlaubt gefahren ist.“ Dennoch warten die Ermittler auch noch auf die Ergebnisse der Blutprobe – wenn diese durch die Medikamentengabe in Folge der schweren Verletzung überhaupt brauchbar ist.

Ebenso ist noch kein Ergebnis der Handyauswertung bekannt, denn auch Ablenkung könnte ein Grund dafür sein, dass der Hagener in den Gegenverkehr geraten ist. „So weit wir wissen, wird er seine Verletzungen überleben“, sagt Sonja Wever. Sobald es neue Erkenntnisse gebe, würden diese der Öffentlichkeit mitgeteilt.

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