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Tödlicher Unfall in Gevelsberg: Warum jede Hilfe zu spät kam

Tödlicher Verkehrsunfall in Gevelsberg. Ein Mann kam dabei ums Leben. Nun liegen weitere Informationen vor.

Tödlicher Verkehrsunfall in Gevelsberg. Ein Mann kam dabei ums Leben. Nun liegen weitere Informationen vor.

Foto: Alex Talash

Gevelsberg.  Nach dem tödlichen Unfall auf der Eichholzstraße in Gevelsberg gibt es neue Informationen von Polizei und Feuerwehr.

Rettungskräfte hatten noch versucht, den hinter seinem Steuer eingeklemmten Fahrer aus dem Wagen zu befreien. Doch es war zu spät: Der 79-Jährige Gevelsberger erlag im Fahrzeug seinen Verletzungen.

Gevelsberg: Schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang

Ein schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Samstag Nachmittag auf der Eichholzstraße im Kreuzungsbereich zur Berchemallee. Zwei weitere Personen wurden dabei verletzt, eine davon so schwer, dass sie mit dem Rettungshubschrauber nach Dortmund in die Klinik geflogen werden musste.

Passiert ist der tragische Unfall gegen 16 Uhr. Nach Angaben der Polizei kommt der 79-Jährige von der Berchemallee. Er fährt mit seinem Fahrzeug genau in dem Moment auf die Eichholzstraße nach links in Richtung Gevelsberg, als von links ein Pkw aus Richtung Gevelsberg kommend die Eichholzstraße hochfährt. Das Fahrzeug, das von einem 25-Jährigen aus Schwelm gelenkt wird und in dem eine 23 Jahre alte Beifahrerin aus Ennepetal sitzt, fährt frontal in die Fahrerseite des Unfallverursachers. Durch die Wucht des Aufpralls wird die komplette Seite des Verursacherfahrzeuges stark eingedrückt. Die Front des auffahrenden Fahrzeuges wird ineinandergepresst und komplett zerstört. Teile des Motorblocks ragen hervor. Beide Fahrzeuge werden durch die Wucht des Aufpralls bis zur gegenüberliegenden Seite des Einmündungsbereiches geschleudert und bleiben dort liegen.

In einem der ersten Fahrzeuge, die den Unfallort erreichen, befindet sich ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Gevelsberg. Er ist es wohl auch, der den Notruf mit dem wichtigen Hinweis absetzt, wegen der Schwere der Verletzungen gleich den Rettungshubschrauber mit herbeizurufen. Wichtige Minuten werden so gewonnen. Als die Feuerwehr Gevelsberg und der Rettungsdienst am Unfallort eintreffen, sind die beiden Insassen des auffahrenden Fahrzeuges bereits durch Ersthelfer aus ihrem Fahrzeug befreit. Der 25-Jährige Schwelmer ist nur leicht verletzt und wird später vorsorglich mit dem Rettungswagen ins Helios Klinikum nach Schwelm gebracht. Bei seiner 23 Jahre alten Beifahrerin aus Ennepetal stellt der Notarzt mehrere Verletzungen an verschiedenen Körperteilen fest. Rettungshubschrauber Christoph 8, der schnell vor Ort ist, fliegt die schwer, aber laut Polizei nicht lebensgefährlich Verletzte nach Dortmund ins Klinikum Nord.

Der zweite Notarzt am Unfallort kümmert sich sofort um den eingeklemmten 79-Jährigen. Die Fahrzeugtür kann wegen der Deformation nicht geöffnet werden. Der Senior ist nicht ansprechbar und zeigt auch keine Lebenszeichen, wie es später heißt. Es geht um Sekunden. Die Feuerwehr setzt zur Crash-Rettung an. Mit einem Rettungszylinder und Spreizgerät wird die Fahrerseite geöffnet und der Gevelsberger aus seinem Fahrzeug geborgen. Doch es ist zu spät. Der Notarzt kann nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Es ist das tragische Ende eines schweren Unfalls, der den Atem stocken lässt und bei dem unwillkürlich auch die Frage aufkommt: Warum biegt ein Fahrer auf eine gut einsehbare Straße ein, wenn von links ein Auto kommt? Zur Unfallursache heißt es im anschließenden Polizeibericht lediglich, dass der 79-Jährige die Vorfahrt des aus Gevelsberg kommenden Fahrzeuges übersehen hat. Bei der Polizeileitstelle ist tags darauf die Rede von einer „klassischen Vorfahrtsmissachtung“. Ob dies durch andere Umstände begünstigt wurde – beispielsweise durch überhöhte Geschwindigkeit, durch technische Probleme beim Einbiegevorgang, durch eine tief stehende Sonne oder Sonstiges –, darüber liegen laut Polizei aktuell keine Hinweise vor.

Die Nachricht vom tödlichen Unfall auf der gut ausgebauten Straße macht am Samstag schnell die Runde. „Schon wieder an der Eichholzstraße“, ist immer wieder zu hören und zu lesen. Erst im Februar diesen Jahres passierte an gleicher Stelle ein Unfall mit drei – zum Glück nicht schwer – Verletzten. Bei der Polizeileitstelle heißt es am Sonntag, dass die Eichholzstraße im Kreuzungsbereich Berchemallee, wo Tempo 70 gilt, kein Unfallbrennpunkt sei.

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