ZInn-Gießen

Tradition ins Moderne gegossen

Gemeinsam wollen sie für einen gelungenen Projekttag im Industriemuseum sorgen. Von links: Prof. Reinhard Döpp, Horst Berens, Hans Brackelsberg (alle Förderkreis), Rosemarie Dohmann (AVU), Gabi Dowidat-Nietz, Karla Fehlert und Rainer Finke (ebenfalls Förderkreis).

Gemeinsam wollen sie für einen gelungenen Projekttag im Industriemuseum sorgen. Von links: Prof. Reinhard Döpp, Horst Berens, Hans Brackelsberg (alle Förderkreis), Rosemarie Dohmann (AVU), Gabi Dowidat-Nietz, Karla Fehlert und Rainer Finke (ebenfalls Förderkreis).

Foto: WP

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Ennepetal. Früher spielten nur Kinder sehr reicher Leute mit Zinnfiguren. Heute allerdings sind sie in fast keinem Kinderzimmer mehr zu finden. Damit die Zinnfiguren und die Kunst des Gießens nicht in Vergessenheit geraten, lädt der Förderkreis Industriekultur am Samstag, 26. Oktober, zu einem ganz besonderen Tag in das Industriemuseum ein. Rainer Finke garantiert, dass die kleinen Besucher am Ende das ein oder andere neue metallene Spielzeug mit nach Hause nehmen können – und zwar kostenlos.

Niedriger Schmelzpunkt

„Engel und mehr“ lautet das Motto bei der großen Zinn-Gieß-Aktion von 10 bis 16 Uhr. Die Ehrenamtlichen des Förderkreises haben zahlreiche Silikonformen vorbereitet und ausgewählt, die die Besucher unter Anleitung gießen und das Ergebnis dann bemalen können.

„Zinn hat eine gute Fließ- und Formeigenschaft“, erklärt Professor Reinhard Döpp. Das Schwermetall schmilzt schon bei 230 Grad, könne damit wunderbar verarbeitet werden. Zum Vergleich: Der Schmelzpunkt von Kupfer liegt bei etwa 1110 Grad. Döpp erklärt, dass wenn man Kupfer und Zinn gemeinsam verarbeitet, also eine Kupfer-Zink-Legierung hat, man damit nicht nur Bronze habe, sondern auch eine bessere Verarbeitung von Kupfer möglich werde. „Ein Zusatz von 5 Prozent Zinn senke den Schmelzpunkt von Kupfer um 50 Grad“, erklärt er. Zinn habe deshalb eine große Bedeutung in der industriellen Entwicklung – und deshalb gehört das Thema für die Ehrenamtlichen des Förderkreises zur Industriekultur dazu und die wollen sie vor allem Kindern näher bringen.

Dieses Projekt fand auch der Energieversorger AVU so gut, dass er die Ehrenamtlichen im Rahmen von „Junges EN 2013 plus“ mit einer Förderung unterstützt. „Weil wir die Idee, das Engagement und den Einsatz würdigen möchten“, begründet Rosemarie Dohmann von der AVU die Entscheidung.

Zum Auftakt der Veranstaltung an der Neustraße wird Gabi Dowidat-Nitz einige Geschichten und Gedichte rund um das Thema Engel vorlesen. Nach einer Erläuterung der Arbeitstechnik darf sich dann an die Arbeit gemacht werden. Die gegossenen Zinnteile dürfen natürlich mit nach Hause genommen werden. Gerne können auch eigene Zinnschätze mitgebracht werden.

Aus Vergangenheit lernen

Einen ersten Zinn-Gieß-Tag gab es bereits im Juni. „Der ist so gut bei den Leute angekommen, dass wir diese Aktion nun wiederholen möchten“, erklärt Rainer Finke. Vielleicht könne der ja regelmäßig auf die Beine gestellt werden. Ins Konzept passt er, wie Prof. Reinhard Döpp deutlich macht. Ziel der Aktionen sei es, „aus Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft zu lernen.“ Das Zinngießen habe eine geschichtsträchtige Tradition. Die Arbeit an den eigenen Figuren solle aber in erster Linie auch Spaß machen.

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