Theater

„Unser Leo ist jetzt in Schwelm“

Vielseitig und unterhaltsam: Das Leo Theater präsentiert sich Ibach-Haus und bedankt sich bei allen Unterstützern. Ibach-haus

Foto: Schwelm

Vielseitig und unterhaltsam: Das Leo Theater präsentiert sich Ibach-Haus und bedankt sich bei allen Unterstützern. Ibach-haus Foto: Schwelm

Schwelm.   Gelungener Einstand im Ibach-Haus. Leo Theater-Ensemble stellt sich dem Schwelmer Publikum vor.

Es wird ernst für das Leo Theater, das eigentlich ja eher für heitere Unterhaltung bekannt ist. Am Donnerstag, 13. Juli, beginnt offiziell die Spielzeit in Schwelm. Zwei Monate lang hatte das Ensemble eine Spielpause eingelegt, während die Handwerker die Regie übernahmen. Zeit, die genutzt wurde, sich im Ibach-Haus einzurichten. Zuhause fühlt sich die Gruppe schon jetzt, wie bei der Eröffnungsfeier deutlich wurde. Und Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann freut sich: „Unser Leo ist jetzt in Schwelm.“

Der Einstand jedenfalls ist schon einmal gelungen: am Freitag mit dem kurzweiligen Festakt und am Samstag mit dem Tag der offenen Tür und dem Start der neuen Weltmusikreihe mit Rosani Reis (siehe Infokiste). Das Leo Theater hat sich aber nicht nur auf der Bühne einiges vorgenommen. „Unser großes Ziel ist es, Teil der Stadtgesellschaft in Schwelm zu werden. Das haben wir in Ennepetal leider nie geschafft“, betonte Andreas Winkelsträter. Hier, in seiner Heimatstadt, wolle das Theater Teil des öffentlichen Lebens sein, mitgestalten, mitreden aber auch Verantwortung übernehmen, so der Theaterchef.

240 Seiten Skript auswendig aufsagen? Kein Problem. Die Rede zur Eröffnung? „Die lese ich lieber ab“, sagte ein gut gelaunter Marc Neumeister, der nicht nur mit Andreas Winkelsträter in die Rolle des Gastgebers schlüpfte, sondern auch in Loriot-Sketchen begeisterte. Swantje Riechers war übrigens die erste, die hinter dem neuen roten Vorhang hervorkam, als Pumuckl. Danach mischte sie sich ins Publikum, zu den vielen Ehrengästen und den Schauspielern im Bademantel, in Uniform oder in edler Seide, wie im Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“. Auch am Tag der offenen Tür schlüpften sie in viele Rollen, zeigten Kostproben aus dem Repertoire.

„Ein hoch talentiertes Ensemble“, wie Bürgermeisterin Gabriele Grollmann erklärte. Die Stadt sei zwar kulturell sehr vielfältig, auch im Theaterbereich mit Flick Flack, Scusi und dem Evangelischen Amateurtheater. „Aber was wir nicht hatten, ist ein eigenes Theater.“

Marc Neumeister machte deutlich: „Wir wollen die Zukunft im Ibach-Haus gestalten, ohne allerdings die Wurzeln zu leugnen.“ Die Konzerte des Klavierfestivals Ruhr behielten hier ebenso ihre Basis, wie die Veranstaltung der Kulturfabrik Ibach-Haus etwa mit Best of NRW oder den Kabarettveranstaltungen. Aber auch das Adventival, die L.A. Session oder das Blockflötenfestival finden hier weiter statt, ebenso die Feiern des Skiclubs oder die Veranstaltungen der Kirchlichen Vereinigung.

Keine Konkurrenz

Für Ulrike Brux von der Kulturfabrik Ibach-Haus steht fest, nachdem auch ein Kooperationsvertrag geschlossen wurde: „Wir sind keine Konkurrenz, sondern wir ergänzen uns. Wir steuern auf eine wunderbare Zukunft zu.“ Sie wünschte dem Theater alles Gute, viele Zuschauer und brachte statt Blumen einen finanziellen Gruß mit ins Ibach-Haus.

Das Geld könne das Theater gut gebrauchen, erklärte Andreas Winkelsträter. Er bedankte sich nicht nur beim Ensemble für das unermüdliche Engagement und bei der Stadt, die das Leo mit offenen Armen empfangen habe, sondern auch bei Vermieter Hans-Joachim Vits und dessen Familie, ohne die das Leo nicht hier stehen würde. Winkelsträter: „Der Umbau war eine Mammutaufgabe, auch in finanzieller Hinsicht. Und das hätten wir alleine nicht stemmen können.“

Etwa 10 000 Besucher zählt das Theater pro Jahr in den Aufführungen. Diese Zahl soll weiter ausgebaut werden. Der Start in Schwelm stimme das Leo jedenfalls positiv, wie Winkelsträter betonte. Der Juli sei nicht gerade eine Theaterzeit, aber die Buchungen seien so, wie es sie bisher noch nicht gegeben hätte. Auch bei den Abos habe man kräftig zugelegt, die Silvestergala sei nach zweieinhalb Wochen bereits ausverkauft. Als Ziel formuliert er: „Das Haus weiter über Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen.“ Für das Ensemble steht jetzt schon fest: „Es ist uns eine Ehre hier spielen zu dürfen.“ Marc Neumeister versprach: „In den Mauern der Klavierbauer, die Schwelm einst zu Weltruhm brachten, soll künftig weiter unterhaltsame Theaterluft wehen.“

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