Politik

Verbraucherberatung lebt im EN-Kreis weiter

Vor allem der zunehmende Internethandel und die vielen Fallen, die er mit sich bringt, bringen immer mehr Menschen zur Verbraucherberatung. Diese besteht nun im EN-Kreis für fünf Jahre fort.

Vor allem der zunehmende Internethandel und die vielen Fallen, die er mit sich bringt, bringen immer mehr Menschen zur Verbraucherberatung. Diese besteht nun im EN-Kreis für fünf Jahre fort.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Ennepetal/Ennepe-Ruhr.  Der Ennepe-Ruhr-Kreis gibt das Geld für weitere fünf Jahre frei, so dass die Finanzierung der Verbraucherberatung bis 2024 gesichert ist.

Runde zwei für die Verbraucherberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis: Nachdem die Verbraucherzentrale NRW zum 1. Dezember des Jahres 2014 ihre Arbeit in der Hauptstelle in Witten und der Ennepetaler Nebenstelle aufnahm, läuft der Vertrag mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis zum Ende des aktuellen Jahres aus. Zeit, darüber nachzudenken, ob es sich auch weiterhin lohnt, jährlich deutlich mehr als 100.000 Euro pro Jahr in dieses Angebot zu schießen. Spätestens, nachdem Leiterin Alexandra Kopetzki der Politik die Entwicklung der ersten fünf Jahre ausführlich vorgestellt hatte, war aber klar: Der Folgevertrag wird unterschrieben.

Der läuft bis Ende des Jahres 2024 und regelt unter anderem die maximalen Zuschüsse, die die Verbraucherberatung aus Steuermitteln des Kreises bekommt. Wegen tariflich steigender Personalkosten und inflationsbedingt wachsender Sachkosten haben sich die beiden Vertragspartner darauf geeinigt, dass auch die Höchstgrenze der Bezuschussung von 122.732 Euro im Jahr 2020 auf 145.383 Euro im Jahr 2024 steigen wird. Im Durchschnitt zahlt der Ennepe-Ruhr-Kreis 136.272 Euro jährlich. Wichtig: Die Verbraucher bezahlen im Rahmen ihrer finanzielle Möglichkeiten Beratungsentgelte. Die verbleibenden Kosten teilen sich der Ennepe-Ruhr-Kreis und das Land Nordrhein-Westfalen jeweils zur Hälfte.

Stets unterhalb der kalkulierten Kosten

Erwähnenswert im finanziellen Zusammenhang ist mit Sicherheit, das in den bislang abgerechneten Jahren im Schnitt die realen Kosten für den Ennepe-Ruhr-Kreis um etwa 20.000 Euro unterhalb der kalkulierten lagen, so dass der Kreis auf die Gesamtlaufzeit etwa 100.000 Euro spart.

„Energiearmut und Internet-Kriminalität sind die beiden wachsenden Felder, in denen unsere Beratung immer wichtiger wird und vermehrt nachgefragt ist“, sagt Alexandra Kopetzki. Zu den Kernaufgaben der Verbraucherberatung gehören laut Verwaltungsvorlage „die Information vor dem Kauf langlebiger Gebrauchsgüter auch unter Umweltgesichtspunkten, die Aufklärung über Verbraucherrechte, Rechtsberatung, sowie außergerichtliche Rechtsvertretung im Rahmen des Rechtsberatungsprozesses, präventive Information sowie Aktionen zu Geld- und Kreditproblemen und zur Vermeidung von Überschuldung.“

Dafür hat das Team weiterhin 2,5 Stellen zur Verfügung und kann bei Bedarf Honorare für Rechtsanwälte und Aushilfen bezahlen. Die Arbeit der Truppe ändert sich allerdings, denn die Öffnungszeiten in Witten werden von 25 auf 23 Stunden pro Woche reduziert. „Dadurch können wir verstärkt Vortrags- und Gruppenveranstaltungen wahrnehmen. außerdem aktions- und präventionsorientierter arbeiten“, sagt Alexandra Kopetzki. In Ennepetal soll die Nebenstelle laut Vertrag einmal pro Woche für mindestens vier Stunden geöffnet sein.

Bedarf wächst kontinuierlich

Alexandra Kopetzki und ihr Team forcieren zudem die Gründung eines Beirats, der sich aus Vertretern der Kreistagsfraktionen, der Kreisverwaltung der Verbraucherberatung EN sowie der Verbraucherzentrale NRW zusammensetzt. Dem Nutzen eines solchen Beirats stehen jedoch insbesondere die Politiker skeptisch gegenüber – nicht zuletzt auch, weil die Verbraucherschützer dessen Aufgaben und die daraus resultierenden Vorteile bislang nicht deutlich gemacht haben.

Die Zahlen zeigen deutlich, wie hoch die Nachfrage ist: Im Jahr 2017 suchten 3959 Menschen Hilfe, im Jahr 2018 schon 4447. Ein immer wichtigeres Thema ist die Energiearmut: 55 Menschen hatten dieses Problem im Jahr 2017, ein Jahr später waren dies bereits 106.

„Über die vergangenen fünf Jahre hat sich gezeigt, dass der Bedarf kontinuierlich wächst“, lautet dementsprechend das Fazit der Kreisverwaltung für die Laufzeit des ersten Vertrags, dem sich nun ein neuer Fünf-Jahres-Kontrakt anschließt. Sollten die Bedarfe während dieser Zeit weiter steigen – vor allem im Bereich der Internetkäufe scheint sich dies bereits abzuzeichnen – werden die für Sommer 2024 vorgesehenen Verhandlungen über eine weitere Verlängerung der Verbraucherberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis wohl wieder eine recht schnelle Geschichte werden.

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