Fußgängerzone

Verzögerung beim Ennepetaler Stadtumbau

Ein gewohntes Bild: Tote Hose in der Ennepetaler Fußgängerzone. Die Öffnung für den Verkehr soll die Innenstadt beleben.

Ein gewohntes Bild: Tote Hose in der Ennepetaler Fußgängerzone. Die Öffnung für den Verkehr soll die Innenstadt beleben.

Foto: Stefan Scherer

Ennepetal.   Stadtbetriebe gehen von Öffnung der Ennepetaler Fußgängerzone im Herbst aus. Politik wird ungeduldig: „Die Bevölkerung belächelt uns schon“

So wirklich voran kommt Ennepetal beim Thema Fußgängerzone nicht. Zwar steht der politische Beschluss, die Voerder Straße wieder für den Verkehr zu öffnen seit dem vergangenen Sommer fest, doch die ursprünglich einmal erdachte Zeitschiene ist längst nicht mehr zu halten und zuletzt sorgten die vorgelegten Detailplanungen für gehörige Irritationen im Betriebsausschuss. Nun kam das Thema erneut auf die Tagesordnung der Ennepetaler Politik: Diesmal im Verwaltungsrat der Stadtbetriebe.

Dabei machte vor allem FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Haas deutlich, dass ihm die Geschwindigkeit, mit der die Stadtbetriebe die Maßnahme umsetzen, deutlich zu langsam ist. Die Ursprungsplanungen sahen einmal vor, dass im soeben abgelaufen Frühjahr die Autos wieder über die Voerder Straße rollen können. „Frühjahr ist ja nun um. Wir werden in der Bevölkerung schon belächelt, weil wir das nicht hinbekommen. Wann wird die Fußgängerzone also eröffnet?“, fragte Haas die Stadtbetreibe-Vorstände Tim Strathmann und Joachim Hübner.

Ausschreibungen abwarten

Im Betriebsausschuss sprach die Verwaltung bereits von einer Öffnung der Fußgängerzone im Herbst. Diese Pläne scheinen Bestand zu haben, sind allerdings gleich mit einem Aber versehen. „Der Zeitplan sieht vor, dass wir Ende September so weit sind, dass wir öffnen können. Das hängt aber auch vom Vergabeverfahren ab“, sagte Tim Strathmann. Die letzten notwendigen Formalitäten sollen schließlich in einer Sondersitzung des Verwaltungsrats der Stadtbetriebe im Vorfeld oder Nachgang der letzten Ratssitzung vor der politischen Sommerpause am 11. Juli erledigt werden. Bürgermeisterin Imke Heymann versicherte, dass bereits Gespräche mit potenziellen Interessenten auf die Ausschreibung geführt werden, um frühzeitig zu wissen, ob es überhaupt Angebote auf die Ausschreibung geben könnte.

War ursprünglich eine komplette Einbahnregelung angedacht, so wird es eine solche nun nicht in allen Bereichen geben. Auf zwei Abschnitten ist nun Begegnungsverkehr geplant, wie SBE-Tiefbau-Mitarbeiter Thomas Humpohl im Betriebsausschuss erläuterte (wir berichteten). Auf der Marktstraße zwischen der Zufahrt zum Gebau-Parkplatz und der Einmündung in die Südstraße am Busbahnhof)dürfen die Verkehrsteilnehmer zukünftig in beide Richtungen fahren. Gleiches gilt für die Voerder Straße zwischen der Harkortstraße und der Marktstraße.

Haus Ennepetal in der Warteschleife

Die zweite Maßnahme sei notwendig, um eine Ausfahrt aus dem unteren Teil der Harkortstraße zu ermöglichen. Denn: Unmittelbar vor dem Marktplatz soll ein Stück echte Fußgängerzone erhalten bleiben. Dort werden laut der aktuellen Planungen Poller aufgestellt, so dass eine Durchfahrt für Pkw und Lkw nicht mehr möglich sein wird.

Die Öffnung der Fußgängerzone ist nur ein Teil des großen Gesamtpaktes, mit dem die Ennepetaler Innenstadt modern und attraktiv gestaltet werden soll. Ein nicht minder wichtiger Punkt ist die Zukunft des Haus’ Ennepetal. Ursprünglich sollte im Jahr 2021 abgerissen und bis 2023 durch zwei Neubauten ersetzt werden. Um die klamme Stadtkasse nicht durch Sonderabschreibungen zu belasten, wird sich hier aber vor 2024 nichts tun, so dass auch hier die Stadtentwicklung in der Warteschleife hängt.

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