Fitness-Aktion

VHS bringt in Gevelsberg Spaß am Sport auf die Straße

Zumba auf der Straße: So wie auf diesem Archivbild stellt sich die VHS die Aktion in Gevelsberg vor, wenn alles gut geht.

Zumba auf der Straße: So wie auf diesem Archivbild stellt sich die VHS die Aktion in Gevelsberg vor, wenn alles gut geht.

Foto: Uni

Gevelsberg.   Mit der Aktion „Gesundheit vor Ort“ sollen die Menschen in Gevelsberg und Schwelm in Bewegung kommen. Krankenkasse AOK hilft dabei mit.

Regelmäßige Bewegung hält gesund, spielt jedoch bei immer mehr Menschen keine Rolle mehr. Deshalb startet die Volkshochschule Ennepe-Ruhr Süd (VHS) diesen Sommer eine kreisweite Gesundheitskampagne und will dabei das Thema Bewegung ins Bewusstsein der Bürger rücken.

„Gesundheit vor Ort“ heißt das Pilotprojekt und bringt Bewegungsangebote ins zentrale Stadtgeschehen. So soll damit geworben werden, dass regelmäßige Bewegung als präventive Gesunderhaltung dient und ohne großen Aufwand auch in den Alltag eines jeden eingebaut werden kann.

Auf den Butera-Platz

„Wir gehen mit unserem Projekt ganz bewusst an Plätze, die öffentlich sind und wollen die Bürger dazu animieren sich bewegen und ihren Alltag für kurze Zeit zu vergessen“, erklärt VHS-Fachbereichsleiterin Iris Baeck. Die ersten fünf Termine finden in Gevelsberg immer mittwochs zwischen dem 8. und 22. August jeweils ab 13 Uhr auf dem Butera-Platz vor dem VHS-Gebäude statt sowie in Schwelm am 14. und 21. August jeweils ab 16 Uhr auf dem Bürgerplatz.

Während in der Ginkostadt „Zumba-Training“ durch VHS-Dozentin Birgit Leutheuser auf dem Programm steht, wartet Julia Stahl in der Kreisstadt mit „Qi Gong“ auf. Je eine Stunde wird öffentlich trainiert, wobei jeder auch nur ein paar Minuten mitmachen kann oder noch später dazustoßen kann.

„Hier muss niemand in Trainingsklamotten kommen. Vielmehr geht es darum, die Leute spontan in der Stadt abzuholen und an neue Bewegungen heranzuführen. Und das geht auch mit ganz normaler Kleidung“, hebt Baeck die Niederschwelligkeit des Angebots hervor und hofft zugleich, dass „die andere Ebene der Heranführung Hemmschwellen beseitigt“.

Regionale Sportangebote

Die fünf Starttermine sollen zugleich als Plattform für andere Bewegungsangebote dienen und sportive Institutionen wie Vereine, Lauftreffs oder Tanzschulen mit ins Boot holen. Daraus soll ein Schneeballsystem entstehen und die Bürger auf regionale Sportangebote aufmerksam machen. Zudem hofft man, vielleicht schon im September und spätestens nächstes Jahr weitere öffentliche Bewegungstreffen anzubieten, dann verstärkt auch in den Wohnquartieren.

„Um unser Projekt flächendeckend voranzutreiben, brauchen wir Förderer. Deshalb beginnen wir nun mit der Suche nach Kooperationspartnern, Sponsoren und Dozenten“, erklärt Baeck. Zudem hofft man auf die Unterstützung durch die Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis, die die öffentlichen Bewegungskurse möglichst auflagenfrei ermöglichen sollen.

Jetzt schon mit im Boot ist die AOK Nord-West, die die nachhaltige Kampagne gemeinsam mit der VHS aus der Taufe gehoben hat. Im Herbst war man im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz aufeinander zugegangen und gemeinsam die Frage angegangen, wie man Gesundheitsmaßnahmen auch für diejenigen vorantreibt, für die gewöhnliche Sportkurse und Vereinsmitgliedschaften Tabuzone sind.

Mehr Gesundheitsbewusstsein

„Wir wollen damit mehr Gesundheitsbewusstsein entwickeln und die Menschen dazu bringen, ihr Bewegungsverhalten zu ändern“, erklärt Mitinitiator Philip Rietz, Bewegungsberater bei der AOK Nord-West. Im Zuge eines präventiven Quartiersmangements richtet sich der Bewegungsförderer seit vielen Jahren an die unterschiedlichsten Kooperationskanäle und ist auch in Schulen und Kindergärten unterwegs. Hier sei zu beobachten, dass sich der Nachwuchs immer weniger bewege, während in der Erwachsenenwelt immer mehr Schreibtischtätigkeiten Bewegungsmängel mit sich brächten.

Mit der Idee, auf die Bürger in den Quartieren zuzugehen, begegne man dem Trend, „sich immer weniger in Vereinen binden und flexibel bleiben zu wollen“. „Wir wollen die Menschen vor Ort mobilisieren und nachhaltig für mehr Bewegung begeistern“, betont Rietz, dass insbesondere der Spaßfaktor im Vordergrund stehen solle. Zudem wolle man aufzeigen, so der AOK-Vertreter, dass Gesundheitsförderung nicht erst nach Feierabend anfängt, sondern auch in den Arbeitsalltag eingebaut werden kann.

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