Kultur

Viel Farbe für das Industriemuseum

Eine Collage von Jürgen Unger. Das Bild der Zeche Zollverein gestaltete er für ein Bochumer Ingenieurbüro.

Eine Collage von Jürgen Unger. Das Bild der Zeche Zollverein gestaltete er für ein Bochumer Ingenieurbüro.

Foto: WP

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Ennepetal. Das Industriemuseum Ennepetal wird bunt. Der Gevelsberger Künstler Jürgen Unger schenkt der Stiftung Industriekultur, die das Museum als Eigentümer betreibt, etwa 40 Bilder. Ein großer Teil der Werke soll erstmals am „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September ausgestellt werden. Der Tag steht passenderweise unter dem Motto „Farbe“.

Die Bilder, die Jürgen Unger stiftet, zeigen Industrielandschaften aus der Region. „Die Zeche Zollverein, die Henrichshütte, die Hasper Hütte die Kokerei Hansa oder die Phönix-Werke in Dortmund zählen zu den Motiven“, erklärt Jürgen Unger. Auch Gießereien oder die Hohenlimburger Walzwerke finden sich darunter. Klein- und großformatige Bilder, in Acryl oder mit Kohle gezeichnet, Collagen – es ist eine große Vielfalt, die der Maler und Zeichner, der in Berge lebt, zur Verfügung stellt.

Seit 2001 entstanden

Entstanden sind die zumeist gegenständlichen Werke, die unter anderem auch auf Bauzeichnungen gemalt sind, seit 2001. „Industrie hat mich schon immer interessiert“, erklärt Jürgen Unger. Am Anfang seines Berufslebens war er in der Arbeitsvorbereitung tätig, ging später zur Abendschule. Auch wenn er später als Medienberater etwas ganz Anderes machte, blieb sein Interesse erhalten.

Dass der Künstler seine Werke nun verschenkt, hat einen praktischen Grund. Nachdem er sein Haus in Silschede verkauft hat, fehlte ihm der Platz für die rund 300 Bilder, die er noch im Bestand hatte. Und so kam er auf die Idee, die Industrielandschaften dem Industriemuseum zu vermachen.

Dessen Initiator, Prof. Dr. Ing. Reinhard Döpp besitzt übrigens schon seit einigen Jahren ein Unger-Werk. Als der Künstler nämlich in den Räumen der Gevelsberger Reinigung Thiel ausstellte, fiel Christa, der Frau von Reinhard Döpps Bruder Friedrich, ein Bild der Henrichshütte auf. Sie erwarb es als Geburtstagsgeschenk für ihren Schwager. Durch diesen Kontakt fanden später auch noch mehrere Bilder von Jürgen Unger den Weg in die Firma Ischebeck, deren Geschäfte Friedrich Döpp als Mitinhaber damals führte.

Jürgen Unger hat immer noch rund 80 Bilder in seinem Fundus, darunter Motive aus Frankreich und der Seefahrt, die er dem Ev. Pfarrbezirk Berg/Vogelsang zur Verfügung stellt. Diese sollen auf einem Weihnachtsbasar für einen guten Zweck verkauft werden.

Im Industriemuseum werden Ungers Industriebilder am Tag des offenen Denkmals nun erstmals ausgestellt. Voraussichtlich werden nicht alle Werke gezeigt, um die Halle nicht zu überladen. Später, wenn die obere Etage der ehemaligen Firma Kruse Guss an der Neustraße fertig ist, soll die Ungersche Kunst voraussichtlich auch dort präsentiert werden.

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