Städteplanung

Vier Varianten für mögliche Fuzo-Öffnung in Ennepetal

Die Fußgängerzone zwischen Berninghauser Straße und Marktplatz. Im Mai soll die Entscheidung fallen, ob dort wieder Autos durchfahren dürfen.

Foto: Hans Blossey

Die Fußgängerzone zwischen Berninghauser Straße und Marktplatz. Im Mai soll die Entscheidung fallen, ob dort wieder Autos durchfahren dürfen. Foto: Hans Blossey

Ennepetal.   Ennepetals Stadtentwicklungsausschuss gibt konkrete Ausarbeitung für Fuzo in Auftrag. Endgültige Entscheidung fällt erst im Mai dieses Jahres.

Ingesamt vier Varianten für eine Teilöffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr sollen in den kommenden Wochen intensiv geprüft werden. Mit klarer Mehrheit sprach sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung dafür aus, dass die drei von der Verwaltung favorisierten Planvarianten (wir berichteten) genauer in den Blick genommen werden. Auf Wunsch der FWE-Fraktion wurde darüber hinaus eine weitere Möglichkeit hinzugenommen.

Nun werden die Auswirkungen auf den fließenden Verkehr in der Innenstadt, die voraussichtlichen Kosten und die Prüfung einer etwaigen Beitragspflicht der Anlieger gemäß Kommunalabgabengesetz eingehend untersucht. Bis Ende März will das Dortmunder Ingenieurbüro CTI Consult-Team einen Abschlussbericht vorlegen. Voraussichtlich in der Ausschusssitzung am 15. Mai soll dann die Entscheidung fallen, ob eine der Varianten für eine Öffnung umgesetzt wird (und wenn ja, welche) oder ob die Fußgängerzone am Ende doch den Fußgängern vorbehalten bleiben soll.

FWE-Wunsch erfüllt

In der Sitzung am Dienstag stellte CTI-Consult-Team-Geschäftsführer Manfred Luig gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Lukas Ossenbrink ausführlich die Ergebnisse der von der Stadt beauftragten Verkehrsuntersuchung vor. 16 grundsätzlich umsetzbare Möglichkeiten, den Verkehr über den derzeitigen Fuzo-Bereich von Voerder Straße und Marktstraße zu führen, hatten die Experten ausgearbeitet. Die Möglichkeiten wurden anhand verschiedener Kriterien bewertet.

In der Rangliste auf Platz eins landete die Variante mit einer Einbahnstraßen-Regelung über die Marktstraße in Richtung Voerder Straße und weiter in Richtung Kreisverkehr an der Berninghauser Straße. Die zweithöchste Punktzahl gab es für die genau umgekehrte Verkehrsführung vom Kreisel Berninghauser Straße in Richtung Marktstraße und weiter in Richtung Busbahnhof. Auf Platz drei gesetzt wurde die Planvariante, die den Bau eines kleinen Kreisverkehrs am Knotenpunkt Markstraße/Voerder Straße vorsieht. Der Verkehr kann zwischen diesem Kreisel und dem Kreisverkehr Berninghauser Straße in beide Richtungen fließen. Zudem ist die Einfahrt in die Markstraße aus Richtung Busbahnhof und Weiterfahrt über den neu angelegten Kreisel in die Voerder Straße Richtung Berninghauser Straße möglich.

Einbahnstraßenregelung

Während die Ausschussmehrheit die Prüfung dieser drei Varianten für ausreichend hielt, wünschte die FWE-Fraktion noch die Hinzunahme eines vierten Vorschlags. Demnach könnten Fahrzeuge in einer Einbahnstraßenregelung aus Richtung Busbahnhof in die Markstraße einfahren und dann entweder nach rechts in Richtung Friedrichstraße oder nach links in Richtung Berninghauser Straße abbiegen. Der ursprünglichen Intention der Stadt, zumindest einen Teil der Voerder Straße im Bereich des Marktplatzes als reine Fußgängerzone zu erhalten, widerspricht diese Variante zwar, sie wurde aber dennoch in den Beschluss mit aufgenommen.

Grüne: Aufenthaltsqualität leidet

„Uns ist daran gelegen, besonders gründlich an diesem Thema zu arbeiten, erklärte Dr. Petra Kappe für die SPD-Fraktion. Es solle eine bessere Lösung für den Bereich gefunden werden – „eine, die möglichst länger als zehn Jahre hält.“ Thomas Biermann (CDU) hielt wie Kappe die drei von der Verwaltung bevorzugten Planvarianten hinsichtlich einer genaueren Untersuchung für ausreichend. Er wies darauf hin, dass das Thema eines im Falle einer Öffnung möglichen Abkürzungsverkehrs mit in den Blick genommen werden müsste.

Thomas Braun (FDP) erklärte, dass die von seiner Fraktion bevorzugte Variante bei den drei priorisierten dabei sei (ohne sie konkret zu benennen). Er betonte, dass der Durchgangsverkehr eingebremst werden und eine Begrenzung auf 7,5 Tonnen gewährleistet sein müsse. Peter Helbig (Linke/Piraten) und AfD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Braselmann bevorzugten ebenfalls die Beschränkung auf die drei Favoriten. Braselmann schränkte allerdings ein, dass er die Lösung mit einer Einbahnstraße in Richtung Marktstraße und von dort weiter Richtung Busbahnhof für problematisch halte, weil die Ausfahrt zur Südstraße schwierig sei.

Vier Gegenstimmen gab es. Neben Annegret Kühnert (SPD) und Manfred Drabent (CDU) lehnten die beiden Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen den Beschluss ab. „Bei allen Varianten leidet die Aufenthaltsqualität im Bereich ,Bärti’ und ,Ambience’“, erklärte Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Hofmann. „Daher ist für uns keine möglich.“

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