Ehrenamt

Warenhaus für Flüchtlinge in Schwelm geschlossen

Das Warenhaus für Flüchtlinge in der ehemaligen Turnhalle der Schule Kaiserstraße schließt zum Jahresende. Unsere Zeitung sprach mit dem 2. Vorsitzenden Roland Hornig (rechts) über die Zukunft der Einrichtung.

Das Warenhaus für Flüchtlinge in der ehemaligen Turnhalle der Schule Kaiserstraße schließt zum Jahresende. Unsere Zeitung sprach mit dem 2. Vorsitzenden Roland Hornig (rechts) über die Zukunft der Einrichtung.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Gemeinsame Kleiderkammer mit DRK und Caritas ist eine mögliche Option für die Willkommensinitiative

Das „Warenhaus für Flüchtlinge“ der Willkommensinitiative will sich neu orientieren. „Unsere Besucherzahlen sind rückläufig, die Ansprüche unserer Kunden sind gestiegen“, zieht der 2. Vorsitzende Roland Hornig eine Bilanz nach dreieinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit. Hinzu komme, das sich die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Abnahme der Flüchtlingsströme in den letzten Monaten verringert hat. Ideen für eine Neuausrichtung sind vorhanden. Die Willkommensinitiative möchte deshalb mit dem DRK und der Caritas ins Gespräch kommen. Beide Organisationen unterhalten in Schwelm ebenfalls Kleiderkammern. Hornig könnte sich durchaus eine Bündelung dieser Aktivitäten vorstellen.

DRK braucht langfristig neue Räume

Das hört auch Ralf Schweinsberg gerne – und das gleich aus mehreren Gründen. Schwelms Erster Beigeordneter ist quasi als Vertreter der Stadt der Vermieter für das Warenhaus. Anfänglich in Räumen der ehemaligen Gustav-Heinemann-Schule untergebracht, ist das Warenhaus samt Möbellager und Fahrradwerkstatt Mitte 2016 in die Sporthalle Kaiserstraße an der Märkischen Straße eingezogen. Darüber hinaus wird die Kleiderkammer des Deutschen Rotes Kreuzes wegen der Neubaupläne für das Rathaus auch nicht auf Dauer in und an den Verwaltungsgebäuden an der Schillerstraße/Moltkestraße bleiben können. „Unser Ziel muss der geordnete Fortbestand dieser Einrichtungen sein und zwar für alle Bedürftigen in Schwelm und nicht nur ausschließlich für Flüchtlinge“, kann Schwelms Beigeordneter der Idee, die Angebote von Caritas, DRK und Willkommensinitiative zusammenzuführen und an einem Ort zu bündeln, durchaus etwas abgewinnen. „Für die Vermietung brauchen wir aber einen Ansprechpartner und nicht drei. Bis zum 15. Januar 2019 müssen wir Klarheit haben, wie es weiter geht“, nennt Ralf Schweinsberg ein Datum.

Dieses dann auf breitere Basis gestellte neue Warenhaus sollte laut Schweinsberg Kleidung und Hausrat für Bedürftige anbieten, aber keine Möbelkammer sein. „Wir haben die Entscheidung, wie es mit dem Warenhaus weitergeht, immer vor uns her geschoben“, sagt Roland Hornig. Jetzt sei es an der Zeit dafür. „Das Personal ist uns teilweise weggebrochen, bei uns arbeiten fast nur Frauen und ältere Semester.“ Die Auswahl im Warenhaus ist groß, die Regale in der alten Turnhalle sind gut gefüllt. „Für uns stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Inventar?“, so Hornig. Bis diese Frage letztendlich geklärt ist, hat sich die Willkommensinitiative entschlossen, das Warenhaus erst einmal geschlossen zu halten. Das ebenfalls in der alten Turnhalle untergebrachte Büro der Willkommensinitiative wird allerdings ab dem 7. Januar 2019 wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet sein (montags 13 bis 17 Uhr, dienstags 14 bis 17 Uhr, mittwochs 9 bis 12 Uhr, donnerstags 14 bis 17 Uhr und freitags 9 bis 12 Uhr).

In den Jahren selbst hat die Willkommensinitiative nicht nur vielen Asylbewerbern helfen können, sondern einige sind mittlerweile auch zum Team bestoßen. „Wir haben drei Syrer, die bei uns im Büro mitarbeiten, zwei weitere packen im Warenhaus mit an“, so Hornig.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben