Stadtgeschichte

Warum die Werbewirtschaft in Schwelm so aktiv war

Die frühere „Loher Schänke“ mit Werbung der ehemaligen Schwelmer Brauerei.  

Die frühere „Loher Schänke“ mit Werbung der ehemaligen Schwelmer Brauerei.  

Foto: Stadtarchiv

Schwelm.  Ein Stück Stadtgeschichte: Von Mitte der 1920er-Jahre an beantragten viele Firmen in Schwelm Reklametafeln, Leuchtreklamen und Fassadenwerbung.

Die Kreisstadt Schwelm ist bereits seit etwa einem Jahrhundert eng mit der Werbewirtschaft verbunden. Von Mitte der 1920er-Jahre an beantragten zahlreiche überregionale Firmen in Schwelm Reklametafeln, Leuchtreklamen und Fassadenwerbungen für ihre Produkte. Die prominentesten Vertreter in der Kreisstadt sind bis heute die Zigarettenautomaten, wie es das Stadtarchiv in einer Mitteilung schreibt.

In ihrem Bestand „Werbeanlagen“ listet das Stadtarchiv die Namen der Firmen auf, die in der Zeit von Mitte der 1920er- bis Mitte der 1970er-Jahre eine Werbefläche in Schwelm beantragt, und überwiegend auch verwirklicht haben. Am kommenden Dienstag, 27. Oktober, stellt das Stadtarchiv den aktuellen Aktenbestand im Rahmen eines Museumsgesprächs im Haus Martfeld vor. „Der Bestand zeigt auf, wie sich die Moden in der Reklamegestaltung änderten und welche Geschäfte es seinerzeit überhaupt in Schwelm gab“, heißt es. Bilder der Werbeflächen sollen dabei eine authentische Reise in die Vergangenheit ermöglichen. Der Aktenbestand sei jedoch noch nicht archivisch erschlossen, teilte das Schwelmer Stadtarchiv mit.

Streit über Warenautomaten

Im Museumsgespräch wird Schwelms Stadtarchivar Jens Möllenbeck den Gästen Beispiele markanter Fassadenwerbungen und Leuchtreklamen präsentieren. Es soll ein davon Eindruck vermittelt werden, dass in den 1950er- Jahren neben Zigarettenautomaten eine Reihe anderer Warenautomaten in der Kreisstadt präsent waren.

Auch vor 60 Jahren gab es schon Kritiker, die allzu große Plakate als unästhetisch empfanden oder das stetige Warenangebot mittels Automaten als wettbewerbsverzerrend zurückwiesen. Und so landete manch ein in Schwelm abgelehnter oder durch Dritte bemängelter Antrag auf dem Schreibtisch des Oberkreisdirektors oder gar beim Verwaltungsgericht in Arnsberg, wie das Stadtarchiv schreibt. Stadtarchivar Jens Möllenbeck wird im Museumsgespräch einzelne umstrittene Objekte vorstellen.

http://Hier_gibt_es_mehr_aus_Ennepetal,_Gevelsberg_und_Schwelm{esc#225915687}[teaser]Für das Museumsgespräch sind aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie nur maximal 15 Zuhörer/innen zugelassen. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorher unter 02336/914437 oder per Mail an anmelden. Während des 30 minütigen Vortrags gilt die Maskenpflicht. Adresse: Haus Martfeld 1, 58332 Schwelm. Mehr Informationen über das Stadtarchiv Schwelm gibt es unter www.schwelm.de.

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