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Weltretter: Ennepetaler tauschen Alufolie gegen Bienenwachs

Die Bienenwachstücher sehen nicht nur gut aus, sie sind auch eine umweltfreundliche Alternative zur Alufolie.

Die Bienenwachstücher sehen nicht nur gut aus, sie sind auch eine umweltfreundliche Alternative zur Alufolie.

Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.  Bienenwachs statt Frischhalte- oder Alufolie: Frauen machen in Ennepetal natürliche Verpackungstücher selbst. Die Herstellung ist einfach.

Wie viele Kilometer Frischhaltefolie tagtäglich in den Ennepetaler Küchen verbraucht wird? Zu viele, sagen sich die Teilnehmerinnen des interkulturellen Frauenfrühstücks und sorgen selbst für eine wiederverwertbare und plastikfreie Alternative.

Bei Bienenwachs denken die meisten an wohlriechende Kerzen, an das bei Kindern beliebte Kerzenziehen. Für die Biene, die das Wachs nach dem Wabenbau nicht mehr benötigt, ist es Abfall, doch im Alltag ist Bienenwachs vielfältig zu verwenden, beispielsweise als umweltfreundlicher Küchenhelfer. Und genau darum ging es: Bienenwachstücher als natürliche Verpackung.

Plastikfreie Alternative

„Die Frauen sind von der Idee begeistert“, sagt Projektmanagerin Astrid Fänger. Es riecht aromatisch in den Räumen des Mehrgenerationenhauses, nach Frühstück mit Kaffee und Honig. Die Besucherinnen speisen, plaudern entspannt. Doch was passiert mit den Resten, Käse, Brot?

„Frischhalte- oder Alufolie ist schnell zur Hand und landet meist nach einmaliger Verwendung im Abfall“, erläutert Astrid Fänger. Wer seinen Plastikverbrauch reduzieren möchte, könne das Einwegprodukt sehr einfach durch eine plastikfreie, umweltfreundliche Alternative ersetzen.

Die selbst gemachten Wachstücher sind zum Einwickeln und Abdecken von Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Käse, Brot, Brötchen, Kuchen oder für das Pausenbrot der Kinder genauso gut geeignet. Und gleichzeitig könne man Stoffreste recyceln. Nicht geeignet sind die Wachstücher allerdings, um rohes Fleisch oder rohen Fisch einzuwickeln.

Und so geht es: Zur Herstellung werden gebrauchte Baumwollstoffe mit der Zackenschere zu einem Quadrat oder Rechteck in beliebiger Größe ausgeschnitten. Wachs im Wasserbad oder in einer Mikrowelle erhitzen und den Stoff mit dem flüssigen Bienenwachs einpinseln; ein Backpapier auf die Oberseite des Stoffes legen, ein Backpapier auf die Unterseite. Nun das Ganze bügeln. Erkalten lassen. Fertig ist das Bienenwachstuch.

Begeistert von Aktion

Die Frauen halten stolz ihr „persönliches Tüchlein“ in den Händen, und auch die Seniorenbeauftragte Sabine Hofmann zeigt sich begeistert von der umweltfreundlichen Aktion. Ihr angeschnittenes Stück Käse wird zu Hause im bunten Wachstuch landen. So könne dauerhaft in den Haushalten meterweise Plastikfolie ersetzt werden, betonte Astrid Fänger. Die Tücher riechen leicht nach Bienenwachs und sind formbar.

Etwa ein Jahr haltbar

Wo man echtes Bienenwachs erhält? Beim heimischen Imker! Imkerin Sandra Lang von der Imkerei Lang/Schmidt aus dem Hülsenbecker Tal hatte erst kürzlich erzählt, dass Leute kommen und um Bienenwachs bitten.

Übrigens helfen die Bienenwachstücher auf dreifache Weise: Müll zu vermeiden, Baumwollstoffe werden recycelt, die Tücher sind wieder verwendbar. Gereinigt werden sie mit einem weichen Schwämmchen, auch etwas Spülmittel sei erlaubt. Obwohl die Bienenwachstücher dünn sind, sind sie sehr stabil. Haltbar seien sie etwa ein Jahr.

Fazit: „Tschüss Frischhaltefolie“, schmunzelte Astrid Fänger.

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