Förderverein fehlen Aktive

Wichernhaus in Ennepetal steht mehr denn je auf der Kippe

Das Wichernhaus am Büttenberg. Seit fast 70 Jahren dient es als Predigstätte und Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Milspe (inzwischen Milspe-Rüggeberg). 2010 gründete sich ein Förderverein, um das Haus dauerhaft zu erhalten. Doch der steht nun auf der Kippe.

Das Wichernhaus am Büttenberg. Seit fast 70 Jahren dient es als Predigstätte und Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Milspe (inzwischen Milspe-Rüggeberg). 2010 gründete sich ein Förderverein, um das Haus dauerhaft zu erhalten. Doch der steht nun auf der Kippe.

Foto: Stefan Scherer

Ennepetal.  Weil dem Förderverein Wichernhaus aktive Mitglieder fehlen, steht sein Fortbestand auf der Kippe – und damit die Zukunft des Wichernhauses.

Die Zukunft des Wichernhauses am Büttenberg steht mehr denn je auf der Kippe. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins am 10. September soll erörtert werden, ob sich genug – insbesondere auch jüngere – Menschen finden lassen, die sich aktiv an der Arbeit beteiligen. Sollte es nicht gelingen, Mitstreiter zu gewinnen, könnte das dazu führen, dass der Verein seine Tätigkeit zum Jahresende einstellt. Dann gäbe es auch keine Zukunft mehr für das Wichernhaus, das der Evangelischen Kirchengemeinde Milspe-Rüggeberg gehört. Dabei hatte dort zuletzt die Zahl der Gottesdienstbesucher deutlich zugenommen.

„Einige Mitglieder im Vorstand des Vereins haben die Sorge, dass die Menschen, die helfen, die Aktivitäten zu stemmen, immer älter werden“, erklärt der Fördervereinsvorsitzende Bernd Meyer. Beim regelmäßig veranstalteten Wicherncafé sei beispielsweise das Aufstellen der Tische physisch anstrengend. „Es fehlen jüngere Leute, die mitarbeiten.“ Daher habe sich der Vorstand mehrheitlich für die Einberufung einer außerordentlichen Versammlung ausgesprochen, um zu klären, ob das Engagement des Fördervereins überhaupt nachhaltig erfolgreich sein könne.

Vor einem Jahr hatte die Gemeindeleitung mitgeteilt, dass man sich aus der Finanzierung des Hauses an der Buchenstraße, das seit fast 70 Jahren als Predigstätte und Gemeindehaus dient, zurückziehen werde, sobald die dafür vorgesehene Rücklage aufgebraucht sei. Dies sei in etwa fünf Jahren der Fall. Außerdem sollten keine Gottesdienste mehr im Wichernhaus gefeiert werden, da Pfarrer Achim Härtel in den Ruhestand ging und seine Stelle gestrichen wurde. Nachdem die Gemeinde über die Pläne informiert worden war, hatte sich der Förderverein auf den Weg gemacht, durch verschiedene Aktivitäten die Nutzung der Räume zu forcieren, um den Erhalt des Wichernhauses längerfristig sichern zu können.

Gottesdienste viel besser besucht

Als Erfolg verbucht werden konnte, dass das Presbyterium entschied, den Beschluss zum Wegfall der Gottesdienste für dieses Jahr auszusetzen. Der im Ruhestand befindliche ehemalige Gemeindepfarrer Dr. Detlef Holinski hatte sich bereit erklärt, einige Gottesdienste zu leiten, weitere übernahmen und übernehmen Pfarrer aus der Gemeinde und dem Kirchenkreis. Zuletzt sei die Zahl der Gottesdienstbesucher erheblich gestiegen, erklärt Bernd Meyer. Waren es zuvor etwa zehn bis zwölf Besucher, so seien es im vergangenen halben Jahr nach Zählungen der Gemeinde durchschnittlich etwa 40 gewesen. „Die Gemeinde denkt sogar daran, den Beschluss zum Wegfall der Gottesdienste auch für das kommende Jahr auszusetzen.“

Aus dem Förderverein heraus hatte sich auch ein Initiativkreis gebildet, der verschiedene Aktivitäten auf den Weg brachte. Dazu zählen die Veranstaltung von Lesungen im Wichernhaus und regelmäßige Spielenachmittage. Zudem wird nach den Gottesdiensten ein Mittagessen angeboten, und das traditionelle Wicherncafé wird einmal im Monat betrieben. „Wir haben in vielen Ansätzen versucht, attraktive Angebote zu schaffen und Leute ins Wichernhaus zu holen“, erklärt Bernd Meyer. Doch letztlich würden Menschen fehlen, die sich aktiv einsetzen. „Die jungen Leute erleben soziale Kontakte anderswo“, meint er. Das Wichernhaus sei am Büttenberg nicht der Nabel der Welt, sondern eher eine leicht vor sich hin siechende Einrichtung.

Weiter Hoffnung auf Mitstreiter

Nichtsdestotrotz habe er die Hoffnung, dass der Förderverein doch noch genug Leute findet, die mitarbeiten. „Die Chancen stehen 50 zu 50“, sagt Meyer. Er wünsche sich, dass es im kommenden März wieder eine ordentliche Mitgliederversammlung gebe, bei der für die beiden folgenden Jahre geplant werden kann. Wenn es in der Versammlung am 10. September aber nicht gelinge, genug Aktive auf die Beine zu bringen, dann sehe es sehr düster aus, meint Bernd Meyer. Dann könnte es dazu kommen, dass der Verein beschließt, seine Tätigkeit zum Jahresende einzustellen. Und die Gemeinde habe klar gemacht, dass das Wichernhaus ohne den Förderverein nicht dauerhaft weiter betrieben werden könne.

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