Politik

Wo parkt Schwelm?

Früher war der ganze Altmarkt Parkplatz, heute gibt es nur noch einen Streifen, auf dem Autos abgestellt werden dürfen. Foto:Bernd Richter

Früher war der ganze Altmarkt Parkplatz, heute gibt es nur noch einen Streifen, auf dem Autos abgestellt werden dürfen. Foto:Bernd Richter

Schwelm.   Innenstadt ohne Parkplätze ist für die Werbegemeinschaft kaum denkbar

Parken in der Innenstadt ist ein Thema, das in Schwelm ein gewisses Konfliktpotenzial in sich birgt. Das war schon in der Vergangenheit so, als erstmals die Innenstadt in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt wurde mit Diagonalsperre an der Untermauerstraße/Bahnhofstraße, einem Parkverbot auf dem Märkischen Platz und dem Wegfall von Stellplätzen auf dem Altmarkt. Und das ist auch nun bei der „Neuen Mitte Schwelm“ nicht anders. Die Stadtplaner hätten am liebsten die autofreie City mit ganz wenig Parkplatzsuchverkehr (wir berichteten). Das Interesse der Einzelhändler ist ein anderes. Das macht die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Schwelm (WGS), Daniele Weithe, in einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

ISEK schlägt 40 Maßnahmen vor

„Keine Parkplätze in der Innenstadt, das wird es mit uns nicht geben“, macht Daniele Weithe die Position ihrer Einzelhandelskollegen deutlich. Die Mobilität werde sich zwar in Zukunft verändern, „aber man muss aufpassen, dass nicht eine ganze Generation von Einzelhändlern auf der Strecke bleibt“, mahnt sie die Schwelmer Politik zum behutsamen Umgang in der Stellplatzfrage.

Die externen Stadtplaner hatten bei der Vorstellung des Entwurfs des Innenstadt-Entwicklungskonzepts (ISEK) im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung insgesamt 40 Maßnahmen benannt, die in den kommenden acht Jahren beim Bau der „Neuen Mitte Schwelm“ in Angriff genommen werden sollten. Darunter befand sich auch ein Parkraumkonzept, in dem vorgeschlagen wurde, die beiden nur unzureichend ausgelasteten Parkhäusern Mühlenteichplatz und Schwelm-Center stärker in Planungen mit einzubeziehen, die Autos möglichst aus der Innenstadt zu ziehen und so den Parkplatzsuchverkehr zu minimieren.

„Wir kennen das Problem sowie den Vortrag und sind auch schon im Austausch mit der Stadt“, sagt Daniela Weithe. Generell sei das Konzept zwar gut, sagt die WGS-Vorsitzende, mahnt aber zur Vorsicht: „Änderungen ja, aber mit Maß.“ Der Altmarkt sei ein toller Platz, da müsse etwas passieren, aber den ganzen Verkehr aus der Innenstadt ziehen zu wollen, sei auch nicht zielführend. „Wenn jemand nach der Arbeit eine Zeitung kaufen möchte, dann will er nicht am Hallenbad parken.“ Auch eine Kooperationen zur Stärkung der Parkhäuser könne sich die WGS vorstellen.

Im Zuge der Planungen für die „Neue Mitte Schwelm" bringt die Vertreterin des Schwelmer Einzelhandels das Thema Diagonalsperre ins Gespräch. „Vielleicht sollte man über eine Öffnung der Sperre noch einmal nachdenken. Es geht ja auch um die Erreichbarkeit der Innenstadt. Wer von Wuppertal über die Hauptstraße kommt, der fährt erst einmal an der Innenstadt vorbei“, gibt sie zu bedenken. Und wenn das neuen Rathaus auf der Brauerei-Brache erst einmal fertig sei, werde der Bedarf an Stellplätzen für Pkw in Schwelm eher zu- als abnehmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben