Musik

257ers und Banda Senderos drehen Musikvideo auf Asche

Biertrinken und auf Asche kicken: In ihrem Musikvideo zu „Sonne in die Stadt“ machen die Banda Senderos und die 257ers Revier-Klischees zur Tugend.

Biertrinken und auf Asche kicken: In ihrem Musikvideo zu „Sonne in die Stadt“ machen die Banda Senderos und die 257ers Revier-Klischees zur Tugend.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.  „Essen ist die meist unterschätzte Großstadt Deutschlands“, macht Rapper Shneezin am Rande eines Video-Drehs keinen Hehl aus seiner Heimatliebe.

Lässig läuft Daniel „Shneezin“ Schneider zum 16er. In der einen Hand hält der „257er“ eine Flasche Stauder, aus der er regelmäßig einen großen Schluck trinkt, unterm anderen Arm trägt er einen Fußball. Dabei bewegt er synchron die Lippen zum Song „Sonne in die Stadt“, einem Gute-Laune-Hit der Essener Banda Senderos, die das Hip-Hop-Duo für ein Gastspiel auf ihrer neuen Platte „Oase“ gewinnen konnte.

Bands besingen ihre Oasen im Ruhrgebiet

Eine dieser besungenen Oasen ist der Aschenplatz der Fußballer des Rüttenscheider SC im Walpurgistal, das am Donnerstag zur Kulisse für das Musikvideo zum Song avanciert. „Ich habe hier schon als kleiner Junge in der Bambini-Mannschaft gespielt und viele schöne Erinnerungen an den Ort“, sagt Julian Kühn, Schlagzeuger der neunköpfigen Essener Reggae-Combo.

Die traf die 257ers eher zufällig in deren Studio in Überruhr, der Produzent ist ein gemeinsamer Bekannter. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht Shneezin am Rande des Videodrehs ebenso wie seine wahre Sportpassion. Denn eigentlich könne er gar nicht richtig Fußball spielen und habe schon als Kind seine Leidenschaft fürs Handballspielen bemerkt. Noch immer spielt Shneezin für die SG Überruhr.

„Essen ist die meist unterschätzte Großstadt Deutschlands“

257ers in ihrer Lieblingsbar
257ers in ihrer Lieblingsbar

Bei der Anfrage der Banda Senderos hätten er und sein Partner Mike Rohleder keine Sekunde gezögert. „Im Gegensatz zu uns können die Jungs auch richtig Musik machen“, sagt der Rapper und lacht. Außerdem sei es für ihn Ehrensache, eine andere Essener Band zu unterstützen und sie dadurch vielleicht auch über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus noch bekannter zu machen. „Ich glaube“, sagt Shneezin, „dass Essen die meist unterschätzte Großstadt Deutschlands ist, auch was die Qualität ihrer Musiker angeht.“

Tatsächlich ist der „Banda Senderos“ mit dem Song „Sonne in die Stadt“ ein echter Gute-Laune-Track geglückt, der Lust auf den Sommer im Ruhrgebiet macht. So passen die Hip-Hop-Passagen der 257ers perfekt zum Reggae-Pop-Mix der Banda Senderos. Mit etwas Glück gibt’s das am Montag beim Pfingst-Openair in Werden auch live auf die Ohren: So ist die Banda Senderos fest gebucht und wollen sich vielleicht auch die 257ers blicken lassen.

„Wir starten am Sonntag auf dem Sputnik Spring Break in unseren Festivalsommer. Wenn wir es rechtzeitig zurück nach Essen schaffen, kommen wir noch zum Pfingst-Openair“, so Shneezin. So oder so gibt es zwischen den Musikern spätestens beim Reggae-Festival „Summer Jam“ in Köln ein Wiedersehen: Auch dort sind sowohl die „Banda Senderos“ als auch die „257ers“ gebucht.

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