Tempo

A 44: Bezirksregierung lehnt Tempo 80 weiterhin ab

Seit die A44 auf die B 227 im Abschnitt Heisingen-Kupferdreh folgte, ist das Tempo 100 ein Gesprächsthema bei Bürgern und Politikern.

Seit die A44 auf die B 227 im Abschnitt Heisingen-Kupferdreh folgte, ist das Tempo 100 ein Gesprächsthema bei Bürgern und Politikern.

Foto: VON BORN / WAZ FotoPool

Ruhrhalbinsel.  Tempo 80 auf der A 44: Das fordern Bürger und Politiker. Grund ist Lärmschutz. Die Bezirksregierung lehnt die Gründe und Vergleich mit A52 ab.

Hartnäckig setzen sich die Politiker der Ruhrhalbinsel für Tempo 80 auf der Autobahn 44 ein – und kassieren erneut eine Ansage von der Bezirksregierung. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit sei es nicht möglich – in Anbetracht der derzeit durchgeführten Lärmschutzsanierung – eine Beschränkung der Geschwindigkeit anzuordnen, heißt es im Schreiben aus Düsseldorf. Auch den Vergleich mit der A52 lässt die Bezirksregierung nicht gelten: Dieser Abschnitt sei mit dem in Kupferdreh nicht vergleichbar, in Kettwig lägen die Lärmwerte deutlich höher. Mit der Antwort will die Politik sich nicht zufrieden geben.

So bleibt es also aktuell auf der A 44 in dem Bereich zwischen Heisingen und Kupferdreh bei Tempo 100. Seitdem die B227 in dem Abschnitt zur Autobahn geworden ist, hatten sich zahlreiche Bürger über den Lärmpegel beschwert: Die Einwände kommen aus Byfang, Dilldorf, Heisingen und Kupferdreh – sowie von den zuständigen Bezirksvertretern. CDU-Ratsherr Dirk Kalweit kritisierte zuletzt, dass die Lärmschutzwände die Anforderungen nicht erfüllten, die mit Blick auf die neue Autobahn gelten müssten. Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel schrieb im Frühjahr an die Regierungspräsidentin.

Völliges Unverständnis bei den Politikern

Die Politik äußerte völliges Unverständnis, nachdem ihr Anliegen bereits im Januar wieder einmal abgeschmettert worden war. Regelrecht empört zeigten sich die Bezirksvertreter darüber, dass auf der A52 in Teilbereichen von Rüttenscheid und Haarzopf Tempo 80 gelte, dieses aber für Kupferdreh unverhältnismäßig sein solle. Sie wiesen darauf hin, dass der Verlauf der A44 mitten durch Kupferdreh führe – nur wenige Meter neben der Wohnbebauung.

In Heisingen wiederum sei der Lärm schon aufgrund der Topografie unter bestimmten Wetterbedingungen wie der Windrichtung erheblich zu hören. Die Politiker drängten daher auf eine Lösung „zum Wohle der lärmgeplagten Anrainer der Autobahn“. Die Minimallösung: Tempo 80 in den Nachtstunden.

Tempo 80 in den Nachtstunden

Nun liegt die Antwort für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung am 3. September vor, die auch auf den Vergleich mit der A52 eingeht, denn dort wurde das Tempo aus Lärmschutzgründen gesenkt. „Inzwischen wurde aber auch von Kettwig bis hinter Haarzopf eine Lärmsanierung durchgeführt, die dazu führte, dass die Lärmwerte dort erfreulicherweise deutlich abgesenkt werden konnten“, steht in dem Schreiben der Bezirksregierung. Dies habe nun dazu geführt, dass auf der A52 die Geschwindigkeitsbegrenzung nachts angepasst und tagsüber aufgehoben werden konnte.

Heißt: Auf der A 52 gilt die Beschränkung auf Tempo 100 noch in einigen Abschnitten in der Zeit zwischen 22 bis 6 Uhr – das sei „also eine Geschwindigkeit, die auf der A 44 rund um die Uhr besteht.“ In den Bereichen, wo auf der A52 noch die 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit gelten, seien Fahrbahnschäden der Grund, nicht der Lärmschutz.

Flüsterasphalt war nicht möglich

Über die erneute Ablehnung kann Dirk Kalweit nur den Kopf schütteln. Wenig Verständnis hat er auch dafür, dass bereits zuvor andere Vergleiche nicht berücksichtigt worden seien: „Zwölf Stellen haben wir vorgelegt, an denen die Dichte der Bebauung und die Frequenz der Fahrzeuge vergleichbar mit dem Abschnitt der A 44 ist“, erklärt er das Bemühen der Politik, das bislang erfolglos blieb. Dazu zählte auch die Forderung nach Flüsterasphalt, der als ungeeignet erschien. Die Begründung: Durch den offenporigen Asphalt könnten Nässe und Streusalz dringen, da die Autobahn in dem Abschnitt ein Brückenbauwerk sei.

Nun werden sich nicht nur die Bezirksvertreter erneut mit dem Thema befassen. „Ich werde es im Verkehrsausschuss einbringen und schauen, ob uns da jemand helfen kann“, kündigt der Ratsherr an. Bekanntlich höhle ja steter Tropf den Stein und eines stehe zudem fest: „Aufgeben werden wir auf keinen Fall.“

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