Wanderserie

Auf schönen Wegen zum höchsten Punkt der Stadt Essen

Zwischenziel und buchstäblich Höhepunkt auf dieser Tour: der höchste Punkt der Stadt Essen im Stadtteil Heidhausen.

Zwischenziel und buchstäblich Höhepunkt auf dieser Tour: der höchste Punkt der Stadt Essen im Stadtteil Heidhausen.

Foto: Foto: Jochen Tack

Essen.  Neben den beiden Steigen hat Essen viele weitere Wanderwege zu bieten, die sich zu schönen Touren kombinieren lassen. Diese neue Serie zeigt es.

Mit dem Baldeneysteig fing es 2017 an, der Kettwiger Panoramasteig kam vor einigen Wochen hinzu, und inzwischen kann Essen sich rühmen, unter den Großstädten eine Art Wandermetropole zu sein. Der Trend zum „Urbanen Wandern“ kommt zur rechten Zeit, denn Urlaub vor der Haustür ist gerade in Corona-Zeiten für viele eine echte Alternative. Abseits der beiden großen Steige, bietet Essen eine Fülle weiterer Wandermöglichkeiten, von denen wir eine Auswahl in den nächsten Wochen vorstellen wollen.

Die erste Tour führt auf das „Dach von Essen“ in Heidhausen

Kombiniert werden dabei vorhandene Wanderwege und zu neuen Touren zusammengefasst, dabei wird gelegentlich auch die Stadtgrenze überschritten. Etwas Findigkeit sowie eine digitale oder papierne Karte sind zu empfehlen, denn die Markierungen sind nicht immer eindeutig, manchmal auch nicht vorhanden. Gewissermaßen auf das „Dach von Essen“ führt die erste Tour, die von einem der höchsten Punkte am Nordufer des Baldeneysees über den höchsten Punkt der Stadt in Heidhausen verläuft und schließlich in Werden endet. Dazwischen gibt es weite Panoramen, schmale Waldwege und teilweise einsame Abschnitte.

Der Start ist am großen Parkplatz des Ausflugslokals Heimliche Liebe in Stadtwald an der Wegtafel des Bergischen Weges, dessen Zeichen – ein schwarzes Kurvengeschlängel auf orangenem Hintergrund – uns für die kommenden 12,5 Kilometer den Weg weist.

Erstes Highlight: Ein traumhafter Blick auf den Baldeneysee

Zunächst geht es leicht bergab auf dem breiten Weg, die Abzweige des Baldeneysteigs werden zweimal ignoriert, und nach 600 Metern wartet dann das erste Highlight: ein kleiner Trampelpfad führt auf ein wildes Felsplateau mit dem spektakulärsten Blick auf den Baldeneysee. In der Ferne sind die Fischlaker und Heidhauser Höhen auszumachen, sowie die Korteklippe mit dem noch immer dezimierten Waldbestand vom Pfingstturm Ela.

Weiter geht’s hinab zum Uferweg des Baldeneysees, wo man links Richtung Kupferdreh weiterwandert, vorbei am Vogelschutzgebiet und Teichen, in denen sich Schildkröten, Fischreiher, Kormorane und diverse Rallen bewundern lassen. Auf der früheren Eisenbahnbrücke quert man die Ruhr, hier führt der Bergische Weg bis zum Gewerbegebiet der ehemaligen Zeche Prinz-Friedrich und eine Brücke führt über den renaturierten Deilbach.

Früherer Industriefluss Deilbach zeigt beispielhaft den Wandel der Stadt

Der Deilbach zeigt beispielhaft den Wandel der Stadt. Jahrzehntelang war das Gewässer aus dem Blickfeld entschwunden und wurde unterirdisch geführt, Sinnbild für die Verschmutzung von Flüssen während der Frühindustrialisierung, die im Grenzgebiet Essen/Velbert besonders intensiv war. Nun wieder renaturiert und offen gelegt, gilt eben dieser Fluss bei Biologen als potenzieller Laichplatz des Lachses, sollte der Fisch das Werdener Stauwehr irgendwann dank des neuen Aufzugs überwinden und seine Laichplätze in den Zuflüssen des Baldeneysees suchen.

Oberhalb des Wohngebiets Seebogen geht es zunächst parallel zur Hespertalbahn und am Uferweg entlang, bald werden die Bahngleise und es geht stramm bergauf. An der Hammer Straße müssen sich Wanderer kurz mit dem Autoverkehr arrangieren, nach der „Villa Kunterbunt“ geht es aber wieder in den Wald, kurz darauf wird der Baldeneysteig nach rechts verabschiedet und es folgt der vielleicht schönste Teil der Wanderung.

Idyllische Szenerie, die man so nah an großen Städten nicht erwartet

Der Weg Richtung Velbert ist schmal, auch mit Mountainbikern ist zu rechnen, zu bewundern ist alter Waldbestand – und bald ist man auf der Hespertalstraße, die man 75 Meter nach rechts geht, um dann an einem kleinen Weiler nach links abzubiegen, um dem Schild „Gut Oberhasper Weg“ zu folgen. Eine idyllische Szenerie, die man eher im Sauerland erwarten würde, nicht aber so nah an großen Städten. Der nun folgende Weg wird bis auf die Anhöhe in Velbert nicht mehr verlassen.

Oben auf Velberter Stadtgebiet angekommen, heißt es, Abschied zu nehmen vom Bergischen Weg. Um nach Heidhausen zu kommen, braucht es jetzt ein bisschen Aufmerksamkeit: Nach rund 100 Metern folgt rechts ein Stein, dem von dort nach unten führendem Weg wird für 400 Meter gefolgt, bis ein Trampelpfad wiederum rechts hinab führt. Der Weg, der nun mit dem Wanderzeichen weißem Kreuz auf schwarzem Grund gezeichnet ist, gehen wir weiter bergab bis wir an einer Kläranlage auf eine asphaltierte Straße treffen. Nach weiteren 100 Metern, nun bergauf, treffen wir auf ein Haus mit einer großen Rotbuche und einem sehr gepflegten Garten und folgen einem nun wieder bergauf führenden Waldweg entlang eines Zauns.

Ein Stein markiert den höchsten Punkt der Stadt

Rechts ist der Golfclub Essen-Heidhausen auszumachen, links weite Kulturlandschaft. Der nun beginnende Anstieg auf einem Laubenweg, führt uns auf das Dach Essens. An der Kreuzung Kötterei/Preutenborbeckstraße gibt es eine atemberaubende Fernsicht, wahrlich der Höhepunkt der Wanderung. 180 Meter bergauf entlang der Preutenborbeckstraße markiert dann ein Stein den harmlosen, exakt 202,54 Meter hohen Gipfel der Tour, gleichzeitig der höchste Punkt der Stadt Essen.

Der weitere Weg nach Werden führt nun fast nur noch über Asphalt, zunächst über die Straße „An der Kuhl“ bergab, dann ein Stück über die B224, um an der Fachklinik Kamillushaus die Bundesstraße zu überqueren, um weiter bergab schließlich in die Barkhovenallee einzubiegen und diese für die nächsten 900 Meter nicht zu verlassen. Über die Straße Klemensborn geht es rechts hinab zur Jugendherberge, kurz davor geht wieder rechts ein Fußweg ab, der nach Werden führt. Geschafft!

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