Lichtburg-Konzert

Axel Prahl in Essen: Der Tatort-Kommissar mag’s ganz maritim

Auch ohne Matrosenhut klingt er sehr nordisch: Schauspieler und Musiker Axel Prahl singt in der Lichtburg von der Seefahrt.

Auch ohne Matrosenhut klingt er sehr nordisch: Schauspieler und Musiker Axel Prahl singt in der Lichtburg von der Seefahrt.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Singen kann er auch: Schauspieler Axel Prahl bringt mit seinem Insel-Orchester einen Flair von Matrosenromantik in die Essener Lichtburg.

Seefahrten eröffnen eine romantische Phantasie von Fernweh und Abenteuer, brausenden Wellen oder schimmernden Sonnenaufgängen am Horizont. Und alle paar Tage verlassen die Matrosen das Schiff, um die Heuer an der Theke zu versaufen. Auch Axel Prahl genehmigt sich bei seinem Landgang in der Essener Lichtburg erst mal einen Schluck aus der Pulle. Stauder natürlich.

Axel Prahl lobt sein Stauder: „Das ist mal ein anständiges Bier“

Der Musiker pflegt bei seinen Tourneen, Pils aus der Region zu trinken. Es schmeckt: „Das ist mal ein anständiges Bier.“ Was nicht immer der Fall ist: „Falls Sie mal nach Würzburg fahren, trinken Sie lieber Wein.“

Axel Prahl und sein Insel-Orchester kommen aktuell ordentlich herum mit der Tournee „Mehr“. Vielleicht singt der Schauspieler deswegen so viele Seefahrt-Songs. Über Boote, die auf dem Meer treiben, melancholische Kapitäne oder „Whiskey, Wodka und Möwenschiss“, wie es in einem seiner Lieder heißt. Und mit seiner eigenen Whiskey-Stimme entführt der 59-Jährige auf der Bühne in diese maritimen Welten.

„Man sehnt sich so sehr, aus dem Hamsterrad herauszutreten“

Es klingt bereits im Wortspiel seines Debüt-Albums an: „Blick aufs Mehr“. Im gleichnamigen Song geht es um den rasanten Großstadttakt, um die Konsum- und Karriere-Hatz. Mehr Geld, mehr Maloche, mehr Wohlstand. „Wir werden so sehr mit Arbeit überhäuft. Und man sehnt sich so sehr, aus dem Hamsterrad herauszutreten“, meint Prahl in seiner Anmoderation. Und rät daher am Ende seines Songs zum „Blick aufs Meer“.

Es sind Verse zum Entschleunigen. So philosophisch, so sehnsuchtsvoll erlebt man den Schauspieler nicht immer. Denn vor der Kamera ist er oft der Mann für die handfesten Polizei-Einsätze. Bekannt ist er vielen vor allem in der Rolle als Hauptkommissar Frank Thiel im Münsteraner Tatort. Dabei griff er bereits in Jugendjahren zur Gitarre und tingelte schließlich als Straßenmusiker durch Spanien. Erst danach stieg er ins Filmgeschäft ein.

Lieder über die Liebe und ein Chanson über die Finanzkrise

Die Rückkehr zur Musik ergab sich ausgerechnet mit Regisseur Andreas Dresen, mit dem er die ersten Kinoerfolge feierte. 1998 standen beide in Berlin auf der Bühne und sangen Klassiker von Gerhard Gundermann. Prahl begeisterte mit seiner rauen Stimme, die an „Element of Crime“-Frontmann Sven Regener erinnert. Und schrieb eigene Lieder, die er an diesem Abend munter performt: darunter ein Duett mit dem Songschreiber Danny Dziuk, ein Zungenbrecher über Wellen und Wind oder ein Chanson über die Finanzkrise. Und natürlich geht es oft um Liebe. Um Rituale einer langjährigen Beziehung oder eine spontane Begegnung, die Prahl in seinen Versen anhimmelt. Wer das ist, das lässt der Musiker sein Publikum erraten. Seine Tatort-Fans tippen: Jan Josef Liefers.

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