Gericht

Bierflaschen-Angriff in Essener U-Bahnhof – Täter verurteilt

Die Aufnahme aus dem Video der Polizei zeigt den Angriff auf die junge Frau.

Die Aufnahme aus dem Video der Polizei zeigt den Angriff auf die junge Frau.

Foto: Polizeivideo

Essen.  Ein Täter hat einer 17-Jährigen in einem Essener U-Bahnhof eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Nun wurden er und sein Komplize verurteilt.

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Das Jugendschöffengericht in Recklinghausen hat die beiden U-Bahn-Schläger vom Viehofer Platz zu einer Bewährungsstrafe von jeweils zwei Jahren verurteilt: wegen versuchten schweren Raubes und gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung.

Wie der Sprecher des Amtsgerichts mitteilt, habe die Vorsitzende Richterin strenge Bewährungsauflagen ausgesprochen. Die Jugendlichen werden in einem Internat untergebracht, es handele sich dabei um eine geschlossene Einrichtung.

Komplize aus Bergisch-Gladbach gehe in die Berufung

Das Verbrechen der beiden Verurteilten hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die beiden Jugendlichen, damals 16 Jahre alt, überfielen am 13. April eine 17 Jahre alte Essenerin im U-Bahnhof Viehofer Platz. Die Essenerin, mit einem Smartphone telefonierend, schritt die Treppen hinunter, da schlug ihr einer der Täter hinterrücks eine leere Bierflasche auf den Kopf. Nach einer Schrecksekunde begann die resolute 17-Jährige, eine geübte Kampfsportlerin, sich erfolgreich zu wehren. Sie befreite sich aus den Armen des Schlägers und jagte die beiden Täter ohne Beute in die Flucht.

Der gesamte Tathergang wurde von einer Überwachungskamera der Ruhrbahn aufgezeichnet. Das zweiminütige Fahndungsvideo der Polizei führte zur Festnahme der Täter.

„Der Täter aus Recklinghausen, der dem Opfer die Bierflasche auf den Kopf geschlagen hat, hat das Urteil akzeptiert“, sagt der Gerichtssprecher. Der Komplize aus Bergisch-Gladbach hingegen gehe in die Berufung. Zuständig wird dann das Landgericht Bochum sein.

Jugendliche sollen durch erhebliche erzieherische Maßnahmen therapiert werden

Das vom Jugendschöffengericht verhängte Strafmaß von zwei Jahren auf Bewährung entspricht auch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Nach Angaben des Gerichtssprechers waren die beiden Täter vorher nicht straffällig geworden. „Es gab keine Vorstrafen.“

Die geschlossene Unterbringung im Internat solle dazu beitragen, dass die Täter die Schule beenden und durch erhebliche erzieherische Maßnahmen therapiert werden.

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