Bodensenkungen

Nach Absenkung in Essen stellen Frintroper kritische Fragen

Werner Rose zeigt am 05.08.2019 in seinem Garten die Schäden, die durch das Absacken des Bodens - verursacht durch das schwindende Grundwasser - entstanden sind. Martin Horn/Funke Foto Services

Werner Rose zeigt am 05.08.2019 in seinem Garten die Schäden, die durch das Absacken des Bodens - verursacht durch das schwindende Grundwasser - entstanden sind. Martin Horn/Funke Foto Services

Foto: Martin Horn / FUNKE Foto Services

Essen-Frintrop.  Im Sommer 2018 sackten mehrere Häuser in Essen-Frintrop ab. Ein Haus ist seitdem unbewohnbar. Nun haben sie Fragen an die Emschergenossenschaft.

Warum sind im Sommer 2018 mehrere Häuser in Unterfrintrop abgesackt? Für den von der Stadt beauftragten Gutachter der Firma DMT ist es eindeutig, dass es „sich bei den aufgetretenen Schäden um ein Zusammenspiel ungünstiger Randbedingungen durch die längere Trockenperiode mit möglicherweise bereits vorhandenen Vorschäden handelt“. Die Betroffenen sind davon nicht überzeugt. Sie glauben, dass der Boden noch nicht zur Ruhe gekommen ist. In der Bezirksvertretung IV in Borbeck stellt sie jetzt einige kritische Fragen an die Behörden.

Gutachten weist auf Besonderheit im Untergrund hin

Besonders sprechen sie die Emschergenossenschaft an, die im Rahmen des Emscherumbaus den unterirdischen Abwasserkanal verlegen lässt. Auch die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde, die Stadt Essen und das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz haben sie im Blick.

Unterstützung erfahren die Anwohner von Dirk Busch, dem Frintroper SPD-Vorsitzenden, sowie Kümmerin Erika Küpper. Sie haben im DTM-Gutachten Hinweise auf eine Besonderheit im Untergrund gefunden. So liegen im gesamten Ruhrgebiet über dem Steinkohlegebirge der Emscher-Mergel und darüber Sande. Diese veränderten, so der Gutachter, bei Änderungen des Wassergehalts ihre Konsistenz und Steifigkeit. Das hätte zu Schäden im gesamten Ruhrgebiet führen müssen, vermutet Erika Küpper. Doch warum nur in Frintrop?

Der Lösungsbegriff sei der „Oberhausener Sprung“, auch „Concordia-Sprung“ genannt. Diese Störung im Steinkohlengebirge sei bei der Vorbereitung der Kanalbauarbeiten entlang der Emscher entdeckt worden, so Erika Küpper und Dirk Busch, als 300 Erkundungsbohrungen in bis zu 70 Meter Tiefe niedergelassen worden seien. Hinweise darauf hätten sie bei Internet-Recherchen auf den Seiten der beteiligten Ingenieurbüros entdeckt.

Große Mengen an Brauch- und Grundwasser mussten abgepumpt werden

Als die Emschergenossenschaft ihren Kanal durch diese Sandschicht vortreiben ließ, hätten große Menschen an Brauch- und Grundwasser abgepumpt werden müssen.

„Wurde im Genehmigungsverfahren die Sogwirkung in den Grundwasserkörpern in Oberhausen und auch in Essen unter den Häusern Helmstraße berücksichtigt, die sich beim Abpumpen des Grundwassers an der tiefsten Stelle des Grundwasserkörpers in Oberhausen entwickelt?“, fragte daher eine Anwohnerin der Helmstraße.

Fragen müssen sich auch die Stadtwerke Essen gefallen lassen. Die Frintroper machte schon 2018 misstrauisch, dass in der Nachbarschaft die Kanalisation erneuert wurde. „Warum kam es zu einer Verlängerung der Baustelle von zwei auf sechs Monate? Gab es besondere Probleme?“

Mit Antworten rechnen sie frühesten in einigen Monaten.

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