Weiterführende Schulen

Schulbörse in Essen-Borbeck will den Eltern die Sorgen nehmen

Astrid Thüner (rechts), Lehrerin am Don-Bosco-Gymnasium in Essen, spricht mit Eltern in der Dreifaltigkeitskirche in Borbeck. Die Schulbörse wird von Eltern genutzt, um sich über die Schulen in der Umgebung zu informieren.

Astrid Thüner (rechts), Lehrerin am Don-Bosco-Gymnasium in Essen, spricht mit Eltern in der Dreifaltigkeitskirche in Borbeck. Die Schulbörse wird von Eltern genutzt, um sich über die Schulen in der Umgebung zu informieren.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen-Borbeck.  Jedes Jahr informieren die weiterführenden Schulen in Borbeck Eltern und Viertklässler über ihre Einrichtungen. Das Angebot wird gerne angenommen.

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„Die einen sagen dieses, die anderen sagen jenes. Man wird durcheinander gebracht.“ Die Eltern des zehnjährigen Sprösslings machten keinen Hehl aus ihrer Sorge, für ihn im kommenden Sommer die richtige weiterführende Schule zu finden. So verließ die Familie am Samstag voller Gedanken die Schulbörse in der Dreifaltigkeitskirche an der Stolbergstraße. Allerdings in der Gewissheit, wichtige Informationen und Eindrücke bekommen zu haben. „Die Direktoren des Don-Bosco- und des Borbecker Gymnasiums haben uns Zweifel und Angst genommen“, gestanden sie.

Schulbörse findet in Essen-Borbeck an einem neutralen Ort statt: In einer Kirche

Die Schulbörse findet in jedem November quasi an einem neutralen Ort statt, eben in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche. Hier genießen weder die drei Gymnasien, noch die beiden Real- sowie die Gesamtschule einen Heimvorteil. Auch Astrid Schlicker und Alexandra van Rickelen sind nicht verdächtig, für eine Schulform oder gar eine Schule zu werben. Sie leiten die Höltingschule an der Zechenstraße sowie die Schlossschule an der Schloßstraße und begrüßten Eltern und Viertklässler zu zwei Informationsrunden.

Auf die Eltern prasseln in diesen Wochen viele Termine, Begriffe und Fachausdrücke ein, seien es die Beobachtungsbögen, die Beratungsgespräche an den Elternsprechtagen, die verschiedenen Schulprofile und – besonders wichtig – das Halbjahreszeugnis mit der Schulempfehlung. Aber damit noch nicht genug, später folgen nämlich Förder- und Forderunterricht, Neigungswahl, Berufsorientierung und Potenzialanalyse, gefolgt von Einführungs- und Qualifikationsphasen in der Sekundarstufe zwei.

Glücklich kann sich der schätzen, der schon mit etwas Vorwissen zur Schulbörse kommt. Etwa wie die beiden Mütter, von denen die eine lacht: „Einiges weiß ich schon von meinem älteren Kind“, während die andere sagt: „Ich kenne noch vieles aus meiner eigenen Schulzeit.“

Intensive Gespräche mit den Schulen über Ausstattung, Lehrerversorgung und Digitalisierung

Nach der Informationsveranstaltungen gehen die intensiven Gespräche mit den Schulleitern und ihren Kollegen erst so richtig los. „Der Tag wird wirklich gut genutzt“, berichtet Lars Schnor, Leiter des Gymnasiums Borbeck. „Die Eltern fragen nach der Ausstattung der Schulen, nach der Digitalisierung und auch nach der Lehrerversorgung. Zum Glück sind wir hier an den Gymnasien in Essen gut aufgestellt.“ Das werden seine Kollegen Jutta Reimann vom Mädchengymnasium und Lothar Hesse vom Don Bosco sicherlich bestätigen.

Keine Sorgen, ihre Schulen voll zu bekommen, haben die beiden Chefs der Realschulen Olaf Kehlert (Geschwister Scholl) und Avedis Pektopalyan (Realschule am Schloss Borbeck). Sie gehen davon aus, dass sie sogar 30 bei ihnen angemeldete Kinder nicht aufnehmen können. Da die Schulempfehlung der Grundschulen unverbindlich ist, müssen sich die Eltern auf ein Losverfahren einrichten.

Die beiden Grundschul-Rektorinnen bemühten sich, ihnen die Sorgen zu nehmen. „Wir werden zeigen, wie durchlässig unser Schulsystem ist. Die Klassen 5 und 6 sind die Erprobungsstufen. Da kann das Kind gelassener zur Schule gehen“, beruhigte Astrid Schlicker.

Auf der Schulbörse 2020 soll nach langer Unterbrechung auch wieder die Hauptschule Bochold an der Jahnstraße teilnehmen, die seit langem nicht mehr eingeladen wird. Das wünscht sich jedenfalls GymBo-Leiter Lars Schnor: „Denn die Hauptschule gewinnt in letzter Zeit wieder an Bedeutung.“

Realschullehrer: Falsches Zitat schürt Ängste

stadtteil-check essen borbeck.jpgOlaf Kehlert (Geschwister-Scholl) und Avedis Pektopalyan (Realschule am Schloss) rechnen nicht mit einer Überschreitung der Anmeldekapazitäten in Höhe von 30 Schülern für das kommende Schuljahr. Die Schulleiter fühlen sich in dem Bericht dieser Zeitung über die Schulbörse in der Dreifaltigkeitskirche falsch zitiert. Die von ihnen genannte Zahl habe sich auf die Schüler bezogen, die im vergangenen Jahr nicht aufgenommen werden konnten. Olaf Kehlert: „Wir wollen bewusst keine Vermutungen zum Anmeldeverfahren im Februar 2020 anstellen. Dieses falsche Zitat schürt bei den Eltern eher Ängste.“ Es fehle zudem der Hinweis, dass bei notwendigen Ablehnungen an Realschulen in Borbeck die Schüler einen Platz an einer wohnortnahen Realschule sicher haben.

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