Spielplatzplanung

Spielplatz in Essen-Schönebeck für 260.000 Euro renoviert

Nina und Florian Berger mit Sohn Moritz sind jetzt die Spielplatzpaten an der Bonnemannstraße in Essen-Schönebeck.

Nina und Florian Berger mit Sohn Moritz sind jetzt die Spielplatzpaten an der Bonnemannstraße in Essen-Schönebeck.

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Essen-Schönebeck.  In Essen-Schönebeck wurde jetzt ein Spielplatz für 260.000 Euro renoviert. Geplant wurde er bereits seit den 1990er Jahren.

Warum denkt man unwillkürlich an den Großflughafen in Berlin-Schönefeld, wenn vom Spielplatz Bonnemannstraße in Essen-Schönebeck die Rede ist? Ja klar, beide werden seit gefühlt unendlichen Zeiten geplant. Der Spielplatz zum Beispiel seit den 1990er Jahren. Doch im Gegensatz zum BER-Flughafen wurde dieser wenigstens fertig. Grün und Gruga, der Kinderschutzbund sowie das Kinderbüro des Jugendamtes konnten ihn jetzt offiziell der Öffentlichkeit übergeben und gleichzeitig das Ehepaar Nina und Floria Berger als Spielplatzpaten begrüßen.

Erst wurde das Seniorenstift Kloster Emmaus in Essen-Schönebeck gebaut

Zuletzt mussten die Schönebecker Kinder noch dem Alter Vortritt lassen. Denn erst sollte das neue Seniorenstift Kloster Emmaus mit dem weitläufigen Garten nebenan fertig gestellt sein, bevor die Stadt endlich mit der Erneuerung des Spielplatzes beginnen wollte. Voraus gegangen waren viele Gespräche mit Kindertagesstätten, Schulen und Eltern, die ihre Vorstellungen eines schönen Spielplatzes einbringen sollten.

Diese wurden nun unter Leitung von Benjamin Reichel (Grün und Gruga) umgesetzt. Und zwar für eine außerordentlich hohe Summe von 230.000 Euro für die neuen Spielgeräte, Bänke und Bodenbelag sowie 30.000 Euro für die Planung. Nun können sich die Kinder im Alter ab etwa fünf Jahren auf zwei Schaukeln, auf dem Drehspiel „Supernova“, auf Klettergerüsten mit Rutsche austoben und anschließend auf zwei „Lümmelbänken“ zur Schonung der zahlreichen Sitzbänke ausruhen. Auf dem Bolzplatz nebenan hängen zudem zwei Basketballkörbe. Der gesamte Spielplatz wirkt, nachdem die Bäume und Büsche gelichtet wurden, aufgeräumt und hell – so wie die Kinder es gewünscht hatten. Nicht umgesetzt wurde die Öffnung des Emmaus-Gartens zum Spielplatz hin. Das Tor wurde auf Bitten des Altenheims, in dem Demenzkranke wohnen, sicherheitshalber verschweißt. Aus diesem Grund ist nach Auskunft von Grün und Gruga auch die Contilia von ihrem Vorschlag abgerückt, mit Hilfe des Franz-Sales-Hauses die Pflege des Spielplatzes zu übernehmen.

Die Spielplatzpaten freuen sich indes auf ihre neue Aufgabe. Als sich Nina (30) und Florian (32) Berger, die in Sichtweite zum Spielplatz wohnen, im vergangenen Jahr in die Planung einschalteten, hatten sie nur ihren Sohn Emil dabei. Nun trägt auch der kleine Moritz zum Familienglück bei. „Unsere Kinder sollen möglichst draußen spielen. In meiner Heimatstadt Haltern wird ein Spielplatz nach dem anderen geschlossen. Das soll hier nicht sein“, begründet Nina Berger ihren Entschluss, sich als Patin ehrenamtlich zu kümmern.

Spielplatz an der Schacht-Franz-Straße muss noch warten

Allerdings vermisst Florian Berger Kettenschaukeln für die Kleinkinder. Doch die sind für den anderen Spielplatz an der Schacht-Franz-Straße vorgesehen. Dieser ist für Kleinkinder gedacht und sollte eigentlich gleichzeitig mit dem benachbarten Spielplatz renoviert werden. Doch dieses Vorhaben wurde – zur Enttäuschung von Kinderbeauftragter Erika Küpper – erneut verschoben. Derzeit werden sogar die Wege zurückgebaut.

Irgendwie hat auch diese trostlose Fläche etwas mit dem BER-Flughafen gemein.

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